Wer die Wahl hat, hat die Qual...

Achtung folgende Sorten sind leider schon ausverkauft:

Brettacher, Freiherr von Berlepsch, Roter Zollker, Sonnenwirtsapfel, Pflaume Presenta

...das gilt nicht nur für euch als Besteller, sondern schon für uns beim Zusammenstellen des Angebots.

Dafür habe ich mich wiederum mit meinen Kollegen ausgetauscht. Die allgemeinen Empfehlungen für den Streuobstbau, was die aktuelle Sortenauswahl für Neupflanzungen betrifft, sind merklich zurückhaltend. Das ist aus verschiedenen Gesichtspunkten aus auch verständlich: unklare Alternanzen, Klimaveränderung, Mechanisierung, sind nur Beispiele der diversen Aspekte.

Die Angaben der klassischen und aktuellen Veröffentlichungen weisen oft eklatante Unterschiede auf.

Die aktuelle Sortenliste für unsere Region deckt die verschiedensten Ansprüche und Eigenschaften ab. Leider wurden in der Vergangenheit die speziell für uns veredelten Sorten nicht ausreichend nachgefragt. Trotzdem sind einige davon auch im aktuellen Angebot zu finden.

Neuzüchtungen können der große Hit sein, allerdings liegen keine langjährigen Erfahrungswerte vor, das birgt gewisse Risiken, deshalb sind hier nur die vielversprechendsten aufgelistet. Gleichzeitig ist zu bedenken, dass auch nicht gesichert ist, wie die altbekannten Sorten auf veränderte Bedingungen, sprich Klimaveränderungen, reagieren.

Grundsätzlich gilt nach wie vor:

Es gibt keine Sorte die allen Ansprüchen gerecht wird.

Und trotz Empfehlungen bleibt letztendlich jeder für die Sortenauswahl selbst verantwortlich!

Eine Sortenbeschreibung ist unten, unter "die Sorten im Überblick" zu finden.

Für die Bestellung diesen Herbst gilt:

 Die Nachfrage ist rege!

Wir vermitteln nach Auftragseingang, eine baldige Bestellung an unsere Geschäftsstelle ist sinnvoll.   Bestellfrist ist der 04.11.2016!

Mäuseschutzgitter können bei uns gleich mitbestellt werden, nach bewährter Weise in verzinkter Version. Diese werden dann von der BayWa Hergatz vertrieben. Bei größerem Bedarf kann das Drahtgeflecht auch direkt bei der Fa. Thomann auf Rollen von 50 Metern bezogen werden.       

Mäuseschutz ist unverzichtbar!

Die Ausgabe der Bäume erfolgt am Freitag, den 11.11.2016 von 13.00 bis 17.00 Uhr am Lagerhaus BayWa in Hergatz.                                                                                                                                                                                                            Wir bitten um Barzahlung, die Bäume kosten 24 €, mit Sortenschutz 25 € pro Stück                                                                                                                          
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    

Bestellungen sind zu richten an: 

Bund Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe Lindau, Naturschutzhäusle 

Lotzbeckweg 1

88131 Lindau 

Tel./Fax: 08382/887564

e-mail: lindau@bund-naturschutz.de

Geschäftszeiten der Geschäftsstelle:  Mo, Mi- Fr.: 8.30- 11.30 Uhr, Mi : 16.00- 18.00 Uhr


Die Sorten im Überblick

Sortenbeschreibung, aktueller  Erkenntnisstand

In dieser Kurzfassung können nicht alle Aspekte ausführlich behandelt werden, für weiterführende Informationen ist das Internet

oder entsprechende, aktuelle Fachliteratur hilfreich.

Gelegentlich widersprechen sich verschiedene Angaben, da verschiedene Standorte zu einer unterschiedlichen Bewertungen führen. Lokale, mir bekannte Eigenschaften habe ich hier soweit wie möglich berücksichtigt.

Apfelsorten

BITTENFELDER

Sehr, wirklich sehr  kleinfrüchtige, wertvolle Mostsorte mit sehr hohen Zucker und Säurewerten. Reifezeit Ende Oktober bis Mitte November. Der Baum wächst sehr stark und bildet breite, ausladende Kronen. Eine besonders robuste, auch gegen Feuerbrand unempfindliche Sorte mit hoher Lebensdauer, aber spätem Ertragsbeginn. Die Sorte reift spät, daher nicht für raue Lagen geeignet. Bewährte Sämlingsunterlage, für den Streuobstbau sehr empfehlenswert.

Brettacher

Sehr gesunde und wüchsige Bäume, für den Streuobstbau bestens geeignet. Liebt warme Böden, braucht lange Vegetationsperioden. In höheren Lagen oft grasiger Geschmack, aber ertragssicher. Ansonsten zeigen Früchte eine lange Haltbarkeit und hohe Saftausbeute. Erträge setzen mittelfrüh ein, sind regelmäßig und hoch. Die Früchte sind ab Mitte Oktober pflückreif, die Genussreife reicht bis April/Mai, Tafelapfel, Wirtschafts- Saft- und Mostapfel, große Früchte. Triploid

Danziger Kantapfel

Herbstsorte, besonders für den Streuobstanbau in Höhenlagen zu empfehlen. Das Holz und die Blüte sind frosthart, die Blütemittelspät und lang anhaltend und witterungsunempfindlich. Der kräftige, gesunde Wuchs führt zu ausladenden Kronen, im Alter allerdings knorrig und anfällig für Obstbaumkrebs, in rauen Lagen meist gesünder. Die Erträge setzen spät ein, sind dann aber reich. Die mittelgroßen Früchte haben eine rote Deckfarbe, sind an der Schale fettig, das Fleisch ist druckempfindlich, locker, saftig, säuerlich und etwas gewürzt. 

Freiherr von Berlepsch rot

Dieser Tafelapfel ist hervorragend im Geschmack und bringt hohe Vitamin C-Gehalte, die Früchte sind nur mittelgroß, das Fruchtfleisch ist weiß,fest, sehr saftig und gut gewürzt. Die Sorte bevorzugt milde Lagen, ist blüten- und holzfrostempfindlich, auf trockenen Böden fallen die Früchte oft vorzeitig ab, die Erträge sind häufig nicht befriedigend und schwanken stark. Der Wuchs ist anfangs stark, später nachlassend, anfällig gegenüber Kragenfäule, Krebs und Spitzendürre.

Gehrers Rambur

Großfrüchtige Mostapfelsorte mit hoher Saftausbeute und hoher Fruchtbarkeit. Robustheit und Widerstandsfähigkeit gegen Feuerbrand zeichnen diese Sorte für den Streuobstbau aus. Reifezeit Mitte bis Ende Oktober. Die Früchte sind rasch zu verwerten, weil sie schnell faulen. Der Wuchs ist nur mittelstark. Die Sorte bildet hochpyramidale Kronen mit mäßiger Verzweigung, der früh einsetzende Ertrag ist sehr hoch und regelmäßig. In höheren Lagen bleiben die Früchte jedoch zu sauer. Triploid

Gravensteiner rot

Großfrüchtiger Tafel-u. Küchenapfel mit hervorragendem Aroma, saftig, sehr druckempfindlich. Pflückreif Anfang September, haltbar bis November, auch als Brennfrucht geeignet. Starker bis sehr starker Wuchs, neigt zu vorzeitigem Fruchtfall und ungleichmäßiger Reife. Blüte sehr früh und frostanfällig, Erträge setzen spät  ein, dann mittelmäßig und alternierend. Anfällig für Schorf, Mehltau und Spätfröste, nur für ausgeglichenes Klima empfehlenswert, Liebhabersorte. Triploid

Hauxapfel

Wirtschaftsapfel, Mitte bis Ende Oktober, bis März lagerfähig, mittelgroß bis groß, mittelhoher Zucker- u. hoher Säuregehalt, die Früchte eignen sich gut zur Verwertung.  Der Baum ist sehr robust und wächst stark; für den Streuobstbau auch als Stammbildner empfehlenswert. Der Ertrag setzt leicht verzögert ein, ist dann aber hoch und regelmäßig.Leider sind in den letzten Jahren im Landkreis Lindau Feuerbrandinfektionen aufgetreten.

Hilde

Zufallssämling von der Niederelbe. Die Früchte sind groß bis sehr groß und schwer, meist mit ungleichmäßiger Form, die etwas fettige Schale ist bei Reife grün-gelb, rot gestreift, sonnenseits auch flächig rot. Das feste feinzellige Fruchtfleisch ist saftig, ohne viel Aroma und säurebetont, sehr gut für Most und Saft, weniger für Frischverzehr. Der Baum bildet nur kleine Kronen mit guter Verzweigung und benötigt einen regelmäßigen Schnitt um die Wuchskraft zu erhalten. Gedeiht am besten in Seeklima, die Böden sollten nährstoffreich und ausreichend feucht sein, schwere Böden und höhere Lagen sind nicht geeignet. Das Holz ist frostfest, auf schweren, nassen Böden krebsanfällig. Gering anfällig für Feuerbrand, Schorf und Mehltau. Die Erträge sind regelmäßig und hoch, bringt von den bisher geprüften Mostsorten den höchsten Flächenertrag.

Josef Musch

Tafel-, Saft- und Mostapfel mit großen bis sehr großen Früchten. Selbst in Höhenlagen über 500m (Selbst in rauen Lagen) noch Tafelqualität und beste Gesundheit! Die Sorte stellt wenig Ansprüche an Boden, wächst anfangs mittelstark, später nachlassend und bildet lichte Kronen. Die Erträge sind in der Regel mittel bis hoch. Pflückreif Mitte September, haltbar bis Januar. Sehr robuste Bäume, für den Streuobstbau in Höhenlagen altbewährte Sorte. Triploid   Zeigte leider 2008 und 2009 leichten Feuerbrandbefall.

Kardinal Bea

Tafel- Saft- und Mostapfel. Die Früchte sind mittelgroß bis groß, ab Anfang Oktober pflückreif und leider nur bis November haltbar (Kernhausfäulen). Trotzdem für den Streuobstbau durchaus interessante Sorte: Der Baum wächst lediglich mittelstark, blüht mittelfrüh, die Erträge setzen früh ein sind regelmäßig und hoch. Die Sorte ist etwas anfällig gegen Läuse, ansonsten aber sehr robust.

Relinda®

Schorfresistente Neuzüchtung für die Verwertung, seit 1989 in Bavendorf in Prüfung: die Erträge sind gut bis sehr gut, keine Alternanz, kaum Mehltau. Die Wuchseigenschaften sind mittel, die Blüte mittelspät, Ernte spät (Mitte Oktober). Die Früchte sind mittelgroß und säurebetont. Diploid, guter Pollenspender. Langfristig liegen, da Neuzüchtung, noch keine Erfahrungen vor, die Sorte scheint aber vielversprechend und wird in den neuen Bundesländern verstärkt aufgepflanzt. 

Rewena®

Bereits erprobte Neuzüchtung, resistent gegen Feuerbrand, Schorf und Mehltau. Winterapfel von mittlerer Größe, in der Blüte relativ unempfindlich gegenüber Frost. Die Pflückreife beginnt Anfang Oktober, die Genussreife erstreckt sich von November bis Februar. Sowohl Tafel- als auch Industrieapfel, die ersten Jahre in der Praxis weisen, auch in unseren Regionen, erfolgreiche Ergebnisse auf. Allerdings erfordert diese Züchtung einen strengen Erziehungsschnitt in der Jugend.

Rheinischer Bohnapfel

Most- und Wirtschaftsapfel von kleiner bis mittlerer Größe und mit guter Haltbarkeit.

Reifezeit Ende Oktober bis Anfang November. Der Baum bildet mittelgroße, kugelige, dichte Kronen. Auch für Windlagen geeignet, ist frosthart im Holz und in der Blüte, gilt aber als schlechter Pollenspender. Die Sorte ist leicht schorf- und krebsanfällig, aber feuerbrandtolerant und trägt alle 2 Jahre sehr reich (Alternanz). Triploid

Rheinischer Winterrambur

Hierzulande auch als Teuringer bekannt. Auf durchlässigen Böden eine robuste und ertragreiche Sorte, trockene und frostgefährdete Standorte sind zu vermeiden. Der starke Wuchs eignet sich besonders für den extensiven Streuobstanbau, dieErträge setzen spät ein, sind standortabhängig. Kaum für Schorf, wohl aber anfällig für Krebs und Mehltau. Die Früchte sind mittelgroß bis groß, das Fleisch fest, mäßig saftig, säuerlich und schwach aromatisch.

Rote Sternrenette

Dieser Tafelapfel zeichnet sich auch durch einen hohen Zierwert (Weihnachtsapfel) aus. Die Sorte ist sehr widerstandsfähig gegenüber Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs, außerdem ist sie sehr frosthart. Für tiefgründige, feuchte Böden, auch in ungünstigen Lagen geeignet. Die nur mittelgroßen Früchte sind in der Deckfarbe tiefrot bis scharlachrot gefärbt. Das mittelfeste Fleisch, meistzartrosa geadert, schmeckt ausgeglichen süßsauer und leicht aromatisch ist aber nur mäßig saftig. Der sehr starke Wuchs eignet sich für den Streuobstbau. Die Sorte blüht spät und lange. Die Erträge setzen erst mittelspät ein und sind unregelmäßig.

Roter Bellefleur

Eine sehr alte robuste Wintersorte. Der äußerst genügsame Baum wächst anfangs schwach, später stark und hat eine hohe Vitalität, sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Die sehr späte Blüte eignet sich als Pollenspender. Die Frucht ist äußerlich sehr ansprechend und schmackhaft, mittelgroß und besitzt gute Verwertungseigenschaften. Das Fleisch istgelblich weiß, fest, saftig und vorwiegend süß. Für raue und Mittelgebirgslagen empfehlenswert.

Roter Zollker

Eine Regionalsorte die völlig zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist! Die Sorte kommt mit hiesigen Bedingungen bestens zurecht (Standort Mellatz). Dieser ertragsreiche und ertragssichere Mostapfel reift Mitte bis Ende September und hält bis November. Die Fruchtgröße ist mittel, die Färbung sehr gefällig rot gestromert. Sehr empfehlenswert! 

Schöner aus Boskoop, rot

Großfrüchtiger Tafel- und Wirtschaftsapfel mit renettenartigem, kräftigem Aroma. Reifezeit Ende September bis Anfang Oktober. Im Naturlager bis Januar haltbar (schrumpft). Geringe Anfälligkeit für Mehltau, mittel bei Schorf, öfters Kernhaus- und Fleischbräune, schlechter Pollenspender. Gehört zu den starkwachsenden Sorten und bildet große, breitausladende Kronen. Bringt reiche Ernten, oft aber nur alle 2 Jahre. Triploid

Sonnenwirtsapfel

Tafel- und Wirtschaftsapfel, die Früchte eignen sich auch für die häusliche Verwertung gut, Ende September bis Anfang Oktober pflückreif, haltbar bis Februar. Sehr saftig, angenehm feinsäuerlich und fruchtig, mittelgroße, eher große Früchte. Sehr starkwüchsig und ausgesprochen hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten zeichnen diese Sorte aus. Die imposanten Bäume werden daher sehr groß und alt. Für das prägende Landschaftsbild ist der Sonnenwirtsapfel von besonderer Bedeutung. Die Erträge sind mittelhoch bis hoch und regelmäßig. Diese bewährte Sorte ist in allen Lagen auzutreffen.

Winterprinzenapfel

Reiner Wirtschafts-u. Mostapfel, Massenträger, widerstandsfähig und starkwüchsig, bereichert den extensiven Streuobstanbau. Die Pflückreife liegt bei Anfang Oktober, genussreif von Nov. Bis Jan. Die Früchte sind mittelgroß und eiförmig, saftig säuerlich, aber gering aromatisch. Die Kronenform ist hochkugelig und ausladend, die Erträge sehr hoch aber auch alternierend. In der Blüte unempfindlich, auch sonst widerstandsfähig außer Krebs. Sehr anspruchslos an Boden und Lage.

Birnensorten

Clapps Liebling

Nur für den Hausgarten zu empfehlen. Die Sorte reift früh, ist sehr fruchrbar und hat eine ansprechende Fruchtgröße mit kurzer Haltbarkeit. Sie braucht warmen, fruchtbaren Boden und geschützte Lagen. Das Fruchtfleisch ist saftreich und feinsäuerlich, wenig aromatisch und wird, spät geerntet, rasch mehlig oder teigig (daher hartreif ernten). Der starke Wuchs führt zu  einem breitpyramidalem, ansehnlichem Aussehen. Das Blatt ist glänzend, dunkelgrün und gesund.

Nägelesbirne

Dörr- und Brennbirne, erreicht bis zu 65° Oechsle, wenig Gerbstoff, eignet sich auch zu Kompott. Reife Anfang bis Mitte September, große Früchte, kaum haltbar. Großer, gesunder Wuchs, für den landschaftsprägenden Anbau wertvoll, schöne Herbstfärbung. Kommt früh in Ertrag und liefert hohe und regelmäßige Ernten. Eine gesunde Sorte für alle Lagen , feuerbrandmäßig als gering anfällig eingestuft

Palmischbirne

Most-, Dörr- und Brennbirne, erreicht angeblich 60 – 80° Oechsle. Sie wird Anfang bis Mitte September reif und schnell teigig. Kleine Früchte, mächtige Bäume, landschaftsprägend, erreichen ein hohes Alter. Anspruchslos an den Standort, wenig krankheitsanfällig, gegenüber Feuerbrand als mittel anfällig eingestuft. Hervorragende Brennbirne!

Wahl`sche Schnapsbirne

Unter Brennern eine äußerst beliebte Sorte da sie hervorragende Qualitäten liefert (Aroma). Die Frucht ist knapp mittelgross, hat wenig Säure und wenig Gerbstoffe, bei 64° Oechsle ist der Anteil an vergärbarem Zucker hoch. Der Baum wächst mittelstark, gesund und schön, für den landschaftsprägenden Streuobstbau bestens geeignet. Die Feuerbrandanfälligkeit wird als gering eingestuft.

Williams Christbirne

Eigentlich ist diese Sorte für den Streuobstanbau gar nicht sonderlich geeignet, zu sehr hat sie mit Schorfproblemen zu kämpfen. Sie ist hier trotzdem genannt, weil sie über einen ganz besonderen Geschmack verfügt und bei vielen als unübertroffene Birne für den Frischverzehr, die Konservierung und die Brennerei gilt. Der Baum wächst mittelstark, später eher schwach. Blüte mittelspät, guter Pollenspender, die Erträge setzen früh hoch und regelmäßig ein. Es wird auch eine rotschalige Varietät angeboten.

Quitte

Quitte Cydora Robusta®

Neue, ehemals feuerbrandresistente Birnenquitte. Frucht leuchtend gelb und gross bis sehr gross, geringe Filzbehaarung. Reife: Anfang bis Mitte Oktober. Weiterhin resistent gegen Blattfleckenkrankheit und Mehltau. Es gibt noch keine langjährigen Erfahrungswerte,  hat inzwischen aber die Resistenz gegenüber Feuerbrand durchbrochen, trotzdem anscheinend die derzeit einzige empfehlenswerte Sorte.

Kirsche

Burlat

Eine sehr frühe Knorpelkirsche, 2.KW A6-M6, um 1940 aus dem Rhonetal. Die Früchte sind relativ weich, hell- bis braunrot, lösen vom Stiel ohne zu bluten, Der Geschmack ist sehr gut, süß wenig Säure, leicht aromatisch aber platzempfindlich. In den ersten 4 Jahren wächst der Baum stark, verzweigt sich gut, die Erträge sind reich und früh einsetzend, durch die frühe Reife gibt es kaum Madenbefall. Verträgt auch trockene Standorte, neigt zu Monilia.

Lapins

Selbstfruchtbar und guter Pollenspender! Reift Ende Juli Die Frucht ist attraktiv, fest, mäßig saftig, groß süßlich, schwach aromatisch und hat eine rot-braune Grundfarbe, die Deckfarbe ist weinrot. Die aus Kanada stammende Sorte ist standorttolerant, bevorzugt aber wie alle Kirschen frische, durchlässige und humosen Boden. Der eher schwache, kompate Wuchs, bis 6m, eignet vor allem für Hausgärten,Die Verzweigung ist mäßig, Blüte April bis Mai. Neusorte, keine langjährigen Erfahrungswerte.

Kordia

Aus Böhmen, seit 1982 im Anbau. Großfrüchtige, herzförmige Knorpelkirsche dunkelrot bis violett-schwarz gefärbt, glänzt sehr schön. Sie ist festfleischig, knackig, sehr saftig, sehr süß mit angenehmer Säure, aromatisch, sehr gute Fruchtqualität und relativ platzfest., manchmal folgernd reifend, für Saft und Konserve allerdings zu wenig färbend. Der Wuchs ist stark mit ausreichend Fruchtholz. Die Erträge setzen früh ein und sind hoch.

Pflaume

Das Angebot an bewährten Sorten ist miserabel, deshalb werden nur  folgende Sorten angeboten:

Katinka ®

Neuzüchtung, selbstfruchtbar, näheres später

Mirabelle aus Nancy

Bekannt, kommt in ganz Mitteleuropa vor. Wenn sie denn nicht schon am Baum vergammeln sind die kleinen Früchte sehr schön und auch geschmacklich sehr gut. Beliebte Frisch- Konserven- und Brennware. Der Baum bildetmittelgroße Kronen, blüht mittel bis spät und ist selbstfruchtbar. Sie kommt mittelfrüh in Ertrag, trägt gut und regelmäßig, ist auch scharkatolerant. Gedeiht am besten in warmen, geschützten Lagen, nur dort entwickelt sie das typische Aroma.

Presenta ®

Neuzüchtung aus Stuttgart, Hohenheim, scharkatolerant, selbstfruchtbar. Reift sehr spät, ist der Hauszwetschge ähnlich. Die Erträge setzen früh ein sind hoh und regelmäßig, die mittelgroßen Früchtesind dunkelblau und stark beduftet. Der Geschmack ist gut, der Zuckergehalt sehr hoch. Das Fleisch ist fest, mittel saftig und gut steinlösend.

Diese Angaben sind derzeit für mich nicht überprüfbar und stammen aus der Baumschule.

 

Triploid  = nicht als Pollenspender geeignet

Diploid = als Befruchter geeignet

® = geschützte Sorte, hier fällt eine zusätzliche Gebühr für den Sortenschutz an. Die Sorte darf weder gewerblich, noch privat vermehrt werden.

KW = Kirschwoche, reicht von 1-8 und definiert die Reifezeit


Apfelsaftprojekt

Auf dem Bild zu sehen sind: Ein anliefernder Landwirt und Obstbaumeisterin Birgit Mäckle-Jansen
Auf dem Bild: Containerwechsel in Hergatz

In den Herbstmonaten September und Oktober fand wieder die Obstannahme für das Apfelsaftprojekt des Bundes Naturschutz mit der Lindauer Bodensee Fruchtsäfte GmbH statt. Dabei wurden an zwei Tagen in der Woche von unter Vertrag stehenden Landwirten Äpfel zu den Annahmestellen in Hergatz und Schwatzen gebracht.  Der dafür gezahlte Preis ist höher als der für konventionelle Mostäpfel, im Gegenzug verpflichten sich die Obstbauern die Qualität der Ware und den Erhalt ihrer Streuobstwiesen zu garantieren, sowie nicht chemisch zu düngen und zu spritzen. Auf diese Weise wird die natürliche Artenvielfalt dieser Lebensräume geschützt und gleichzeitig die schonende Bewirtschaftung unterstützt. Der aus Streuobst hergestellte Apfelsaft ist in 1-Liter-Glasflaschen mit Etikett der Lindauer Bodensee Fruchtsäfte GmbH und des Bundes Naturschutz im ab sofort wieder im Getränkehandel erhältlich.

Das Lindauer Apfelsaftprojekt ist eine Erfolgsgeschichte. Beteiligt sind zwischenzeitlich über 100 Bauern des Landkreises von Sigmarszell bis Gestratz mit 2000 hochstämmigen Apfelbäumen, die Lindauer Bodenseefruchtsäfte GmbH und die BN-Kreisgruppe. Auf Anregung der Kreisgruppe reichte die Herstellerin den Apfelsaft bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) zur Prämierung ein. Ergebnis: Der Apfelsaft ohne Zucker und Konservierungsstoffe wurde 2010 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Ein Qualitätsbeweis von höchster Bedeutung! Wir gratulieren der Firma in Schönau recht herzlich, danken aber auch den vielen Bauern, die zu diesem Projekt stehen, die Bäume nicht spritzen, bei höherem Aufwand aber mehr Geld erhalten. Dadurch werden wertvolle Lebensräume gesichert und erhalten. Ein Dankeschön aber auch an unsere Schatzmeisterin und Obstbaumeisterin Birgit Mäckle-Jansen. Sie bildet das organisatorische Scharnier in dieser Dreiecksverbindung.

Der Streuobstanbau hatte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große kulturelle, soziale, landschaftsprägende und ökologische Bedeutung. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sowie durch das Bau- und Siedlungswesen wurden jedoch Streuobstwiesen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark dezimiert. Heute gehören sie zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.

"Unsere Idee - unser Saft - unsere Ehrung"

 

 

 


Streuobstausstellung

Wir haben eine Wanderausstellung zum Thema Streuobst, die gerne ausgeliehen werden kann. Sie besteht aus 19 Tafeln. Nachfragen an die Geschäftsstelle.