Der BUND Naturschutz Lindau war dieses Jahr wieder aktiv im Bereich Streuobst

Im Bereich Streuobst war die Kreisgruppe Lindau dieses Jahr wieder bei folgenden Aktionen beteiligt:

Beginnend mit dem alljährlichen Streuobst-Apfelsaftprojekt, folgten kurz darauf unsere beliebten Streuobstschulwochen.


Herbstzeit ist Streuobstzeit!

Der BUND Naturschutz informiert Schüler bei Streuobstschulwochen 2019

Was ist eine Streuobstwiese? Wie viele verschiedene Tierarten leben dort? Und ganz wichtig: Wie kann ich die Streuobstwiesen schützen?

Solche Themen beschäftigten die über 500 Schüler (von Lindau bis Stiefenhofen) und Lehrkräfte bei den vom BN in den vergangenen Wochen durchgeführten STreuobstschulwochen. Mit Claudia Grießer, Geschäftsstellenleiterin des BUND Naturschutz Lindau, Angela Maichel,  Umweltbildnerin beim BN und Christina Munz, ehemalige Bundesfreiwillige, tauchten die Schüler in die Welt des Streuobstes ein. Unterwegs waren sie auf verschiedenen Streuobstwiesen in Lindenberg, Simmerberg, Weißensberg, Wohmbrechts, Lindau und Reutin. Die Streuobstwiesenbesitzer stellten dafür ihre Grundstücke zur Verfügung, um auf die Vielfältigkeit und die ökologische Wertschätzung der Streuobstwiesen aufmerksam zu machen. So lernten die Kinder viel über die Apfelsorten, deren Erhalt, die verschiedenen Baumarten und die in diesem besonderen Lebensraum vorkommenden Tierarten. Ein Schwerpunkt lag auf der Unterscheidung von konventioneller Obstplantage und Streuobstwiese. Dies wurde durch ein Spiel anschaulich dargestellt: Die Kinder sollen sich wie die Bäume in den Obstplantagen aufstellen und ganz eng nebeneinander stehen, so konnten sie hautnah diue Unterschiede wahrnehmen. „Ich hätte niemals gedacht, dass die Artenvielfalt auf der Streuobstwiese so faszinierend ist“, so Lea Blender, die derzeit ihren Freiwiligendienst bei der BN-Kreisgruppe macht.

Als gelungenen Abschluss gab es für jeden Schüler leckeren Apfelsaft vom Streuobstwiesenprojekt des BN, mit dem Kauf dieses Saftes können die Streuobstwi4esen weiter erhalten werden. Dank der Spende der Lindauer Fruchtsäfte durften die Kinder nach dem Genuss dieses besonderen Apfelsaftes ein Glas mit nach Hause nehmen.


Apfelsaftprojekt

Auf dem Bild zu sehen sind: Ein anliefernder Landwirt und Obstbaumeisterin Birgit Mäckle-Jansen
Auf dem Bild: Containerwechsel in Hergatz

In den Herbstmonaten September und Oktober fand wieder die Obstannahme für das Apfelsaftprojekt des BUND Naturschutz mit der Lindauer Bodensee Fruchtsäfte GmbH statt. Dabei werden an zwei Tagen in der Woche von unter Vertrag stehenden Landwirten Äpfel zu den Annahmestellen in Hergatz und Schwatzen gebracht. Da es dieses Jahr aber nicht sehr viele Äpfel gab, wurde auf einen Tag in der Woche mit Wechsel von Hergatz und Schwatzen umgestellt. Der für die Äpfel gezahlte Preis ist höher als der für konventionelle Mostäpfel, im Gegenzug verpflichten sich die Obstbauern die Qualität der Ware und den Erhalt ihrer Streuobstwiesen zu garantieren, sowie nicht chemisch zu düngen und zu spritzen. Auf diese Weise wird die natürliche Artenvielfalt dieser Lebensräume geschützt und gleichzeitig die schonende Bewirtschaftung unterstützt. Der aus Streuobst hergestellte Apfelsaft ist in 1-Liter-Glasflaschen mit Etikett der Lindauer Bodensee Fruchtsäfte GmbH und des Bundes Naturschutz im ab sofort wieder im Getränkehandel erhältlich.

Das Lindauer Apfelsaftprojekt ist eine Erfolgsgeschichte. Beteiligt sind zwischenzeitlich über 100 Bauern des Landkreises von Sigmarszell bis Gestratz mit 2000 hochstämmigen Apfelbäumen, die Lindauer Bodenseefruchtsäfte GmbH und die BN-Kreisgruppe. Auf Anregung der Kreisgruppe reichte die Herstellerin den Apfelsaft bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) zur Prämierung ein. Ergebnis: Der Apfelsaft ohne Zucker und Konservierungsstoffe wurde 2010 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Ein Qualitätsbeweis von höchster Bedeutung! Wir gratulieren der Firma in Schönau recht herzlich, danken aber auch den vielen Bauern, die zu diesem Projekt stehen, die Bäume nicht spritzen, bei höherem Aufwand aber mehr Geld erhalten. Dadurch werden wertvolle Lebensräume gesichert und erhalten. Ein Dankeschön aber auch an unsere Schatzmeisterin und Obstbaumeisterin Birgit Mäckle-Jansen. Sie bildet das organisatorische Scharnier in dieser Dreiecksverbindung.

Der Streuobstanbau hatte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große kulturelle, soziale, landschaftsprägende und ökologische Bedeutung. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sowie durch das Bau- und Siedlungswesen wurden jedoch Streuobstwiesen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark dezimiert. Heute gehören sie zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.


"Unsere Idee - unser Saft - unsere Ehrung"