Herbstzeit ist Pflanzzeit

Es gibt wieder die begehrten Streuobst-Hochstammobstbäume des BN

Diesen Herbst bietet der Bund Naturschutz; Kreisgruppe Lindau, wieder eine Sammelbestellung für Obsthochstämme an. Nach langer Wartezeit auf die Liste der zur Verfügung stehenden Obstbäume kann es jetzt losgehen. Etwa 1000 Bäume stehen bereit und warten auf Interessierte.

Nach aktuellen Recherchen mit der Fachwelt bezüglich Anfälligkeit gegen Feuerbrand, Robustheit, Anbauwert, Ertrag und Eignung hat Obstbaumeisterin Birgit Mäckle-Jansen eine große Sortenauswahl zusammengestellt. Im Angebot sind Apfel- und Birnensorten ebenso wie Kirschen und Pflaumen.

Wieder einmal kann der BUND Naturschutz mit Besonderheiten aufwarten: Es wurden von etlichen lokal interessanten und seltenen alten Sorten Edelreiser genommen, zur Baumschule geschickt und dort aufgeschult. Etliche dieser regionalen Spezialitäten stehen nun zur Verfügung: Doppelter Roter Bellefleur, Prinz Ludwig, Schneiderapfel, Schönauer Streifling und die Zabergäu Renette. Diese besonderen Sorten sind im üblichen Sortiment nicht erhältlich. Daneben gibt es auch weitere alte, aber auch moderne, resistente Sorten in der Angebotspalette.

Leider zeigen sich mittlerweile auch bei diesem Angebot die negativen Auswirkungen des Klimawandels: Durch die Trockenperioden der letzten Jahre haben die Jungpflanzen nicht das gewünschte Längenwachstum erreicht. Neben der üblichen Stammhöhe von 1,80m werden die Bäume auch mit 1,50m Stammhöhe angeboten.

Eine kurze Sortenbeschreibung finden Sie unter diesem Artikel. Die Preise pro Kernobstbaum werden zwischen 20 und 25 Euro + MwSt. liegen.

Ausgeliefert werden die Bäume beim Lagerhaus der BayWa in Hergatz voraussichtlich am 27.November nachmittags.

Dort können auch Mäuseschutzgitterzum Auskleiden der Pflanzgrube erworben werden. Da bekanntermaßen über 50% der Jungbäume an Mäusefraß zugrunde gehen, wird von Seiten des BN dringend angeraten, Fraßschäden durch Wühlmäuse vorzubeugen.

Der Bund Naturschutz in Bayern e. V. hat hier, das betont Claudia Grießer, Geschäftsstellenleiterin, ausdrücklich, keine wirtschaftlichen Interessen. „Wir wollen den Streuobstwiesenbesitzern den Bezug von Pflanzmaterial erleichtern, und somit für den Erhalt der ökologisch wertvollen und landschaftsprägenden Streuobstwiesen einen Beitrag leisten“, so Grießer. Die Kreisgruppe des BUND Naturschutz trägt mit seinem rein ehrenamtlichen Engagement zur Umsetzung des erfolgreichen Artenvolksbegehrens bei, davon ist die Biologin beim BN überzeugt.

Bestellfrist für Obstbäume, Pfähle und Mäusegitter (verzinkt/unverzinkt) ist bis 20.11.2020 im Naturschutzhäusle unter Tel. oder Fax. 08382/887564 oder per E-Mail unter lindau@bund-naturschutz.de.

Hier finden Sie die diesjährige Sortenliste: Sortenliste

Und hier eine kurze Beschreibung der Sorten: Sortenbeschreibung


die Obst-Hochstamm-Sammelbestellung des BN im Herbst

Diesen Herbst bietet der BUND Naturschutz-Kreisgruppe Lindau wieder eine Sammelbestellung für Obsthochstämme an. „Wer die Wahl hat, hat die Qual...“ das gilt nicht nur für die Besteller, sondern schon für uns beim Zusammenstellen des Angebots, „Es gibt keine Sorte, die allen Ansprüchen gerecht wird“ schickt Obstbaumeisterin Birgit Mäckle-Jansen vom BN voraus.

Vom Berner Rosen bis zum Winterprinzenapfel sind beim Sortiment klassische alte, aber auch moderne vielversprechende Neuzüchtungen, wie Rewena oder Relinda, zu haben. Wärmeliebende, aber auch für raue Lagen des Westallgäus geeignete Sorten runden das Angebot ebenfalls bei den Birnen-, Kirsch-, Quitten- und Pflaumenbäumen ab. Daneben bietet die BayWa Hergatz Mäuseschutzgitter in verzinkter und unverzinkter Version sowie passende Pfähle an.

Der BUND Naturschutz in Bayern e. V. hat hier, das sei ausdrücklich betont, keine wirtschaftlichen Interessen. Der Verband will lediglich den Streuobstwiesenbetreibern den Bezug von Pflanzmaterial erleichtern, und somit für den Erhalt unserer ökologisch wertvollen und landschaftsprägenden  Streuobstwiesen einen Beitrag leisten. Wichtig ist auch, für einen Mäuseschutz zu sorgen, so Claudia Grießer, Geschäftsstellenleiterin der Kreisgruppe Lindau. Entsprechende Gitter können mitbestellt werden.


Herbstzeit ist Streuobstzeit!

Der BUND Naturschutz informiert Schüler bei Streuobstschulwochen 2019

Was ist eine Streuobstwiese? Wie viele verschiedene Tierarten leben dort? Und ganz wichtig: Wie kann ich die Streuobstwiesen schützen?

Solche Themen beschäftigten die über 500 Schüler (von Lindau bis Stiefenhofen) und Lehrkräfte bei den vom BN in den vergangenen Wochen durchgeführten Streuobstschulwochen. Mit Claudia Grießer, Geschäftsstellenleiterin des BUND Naturschutz Lindau, Angela Maichel, Umweltbildnerin beim BN und Christina Munz, ehemalige Bundesfreiwillige, tauchten die Schüler in die Welt des Streuobstes ein. Unterwegs waren sie auf verschiedenen Streuobstwiesen in Lindenberg, Simmerberg, Weißensberg, Wohmbrechts, Lindau und Reutin. Die Streuobstwiesenbesitzer stellten dafür ihre Grundstücke zur Verfügung, um auf die Vielfältigkeit und die ökologische Wertschätzung der Streuobstwiesen aufmerksam zu machen. So lernten die Kinder viel über die Apfelsorten, deren Erhalt, die verschiedenen Baumarten und die in diesem besonderen Lebensraum vorkommenden Tierarten. Ein Schwerpunkt lag auf der Unterscheidung von konventioneller Obstplantage und Streuobstwiese. Dies wurde durch ein Spiel anschaulich dargestellt: Die Kinder sollen sich wie die Bäume in den Obstplantagen aufstellen und ganz eng nebeneinander stehen, so konnten sie hautnah diue Unterschiede wahrnehmen. „Ich hätte niemals gedacht, dass die Artenvielfalt auf der Streuobstwiese so faszinierend ist“, so Lea Blender, die derzeit ihren Freiwiligendienst bei der BN-Kreisgruppe macht.

Als gelungenen Abschluss gab es für jeden Schüler leckeren Apfelsaft vom Streuobstwiesenprojekt des BN, mit dem Kauf dieses Saftes können die Streuobstwiesen weiter erhalten werden. Dank der Spende der Lindauer Fruchtsäfte durften die Kinder nach dem Genuss dieses besonderen Apfelsaftes ein Glas mit nach Hause nehmen.


Apfelsaftprojekt

In den Herbstmonaten September und Oktober fand wieder die Obstannahme für das Apfelsaftprojekt des BUND Naturschutz mit der Lindauer Bodensee Fruchtsäfte GmbH statt. Dabei werden an zwei Tagen in der Woche von unter Vertrag stehenden Landwirten Äpfel zu den Annahmestellen in Hergatz und Schwatzen gebracht. Da es dieses Jahr aber nicht sehr viele Äpfel gab, wurde auf einen Tag in der Woche mit Wechsel von Hergatz und Schwatzen umgestellt. Der für die Äpfel gezahlte Preis ist höher als der für konventionelle Mostäpfel, im Gegenzug verpflichten sich die Obstbauern die Qualität der Ware und den Erhalt ihrer Streuobstwiesen zu garantieren, sowie nicht chemisch zu düngen und zu spritzen. Auf diese Weise wird die natürliche Artenvielfalt dieser Lebensräume geschützt und gleichzeitig die schonende Bewirtschaftung unterstützt. Der aus Streuobst hergestellte Apfelsaft ist in 1-Liter-Glasflaschen mit Etikett der Lindauer Bodensee Fruchtsäfte GmbH und des Bundes Naturschutz im ab sofort wieder im Getränkehandel erhältlich.

Das Lindauer Apfelsaftprojekt ist eine Erfolgsgeschichte. Beteiligt sind zwischenzeitlich über 100 Bauern des Landkreises von Sigmarszell bis Gestratz mit 2000 hochstämmigen Apfelbäumen, die Lindauer Bodenseefruchtsäfte GmbH und die BN-Kreisgruppe. Auf Anregung der Kreisgruppe reichte die Herstellerin den Apfelsaft bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) zur Prämierung ein. Ergebnis: Der Apfelsaft ohne Zucker und Konservierungsstoffe wurde 2010 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Ein Qualitätsbeweis von höchster Bedeutung! Wir gratulieren der Firma in Schönau recht herzlich, danken aber auch den vielen Bauern, die zu diesem Projekt stehen, die Bäume nicht spritzen, bei höherem Aufwand aber mehr Geld erhalten. Dadurch werden wertvolle Lebensräume gesichert und erhalten. Ein Dankeschön aber auch an unsere Schatzmeisterin und Obstbaumeisterin Birgit Mäckle-Jansen. Sie bildet das organisatorische Scharnier in dieser Dreiecksverbindung.

Der Streuobstanbau hatte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große kulturelle, soziale, landschaftsprägende und ökologische Bedeutung. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sowie durch das Bau- und Siedlungswesen wurden jedoch Streuobstwiesen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark dezimiert. Heute gehören sie zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.


"Unsere Idee - unser Saft - unsere Ehrung"