Anwälte der Natur ausgezeichnet

Bayerns Gebietsbetreuer bei der Preisverleihung Bildautor ist Herr Lederer – Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Die Schwäbischen Gebietsbetreuer (GB) von links: GB Henning Werth, Dr. Christian Barth Ministerium, Georg Schlapp Bayerischer Naturschutzfonds, GB Michaela Schneller, GB Peter Guggenberger-Waibel, GB Isolde Miller, GB Judith Kronberg; Bildautor ist Herr Lederer – Bayerisches Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz

Pressemitteilung zur Verleihung der Auszeichnung  der Gebietsbetreuer

als UN-Dekade-Projekt

 

Lindau, 07.06.2017

 

Gebietsbetreuung in Bayern ist UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt

 

Das Engagement der 42 Gebietsbetreuer in Bayern ist ein unverzichtbarer

Pfeiler im Naturschutz. Das betonte der Amtschef im Bayerischen Umweltministerium, Dr. Christian Barth anlässlich der Auszeichnung der Gebietsbetreuung als internationales UN-Dekade-Projekt.

"Die Gebietsbetreuer in Bayern sind unsere Anwälte der Natur. Sie sind seit

über 14 Jahren die Schnittstelle zwischen Naturschutz und Mensch. Als wichtige Ansprechpartner vor Ort erfüllen sie durch ihr hohes Engagement und ihren Sachverstand den Naturschutzgedanken mit Leben. Ich danke den Gebietsbetreuern für ihren unermüdlichen Einsatz für die Schätze unserer Heimat. Die Auszeichnung der UN unterstreicht die Bedeutung dieser tragenden Säule des Naturschutzes in Bayern", so Barth. Das Aufgabenfeld der Gebietsbetreuer in ökologisch empfindlichen und hochwertigen Gebieten umfasst beispielsweise akzeptanzfördernde Maßnahmen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung, die Besucherlenkung sowie die Unterstützung naturschonender regionaler Wirtschafts- und Tourismusinitiativen. Darüber hinaus helfen sie bei möglichen Konflikten, indem sie als unabhängige und professionelle Mittler und Berater bei der Lösung von Problemen vor Ort zur Verfügung stehen. Die vom Bundesumweltministerium verliehene Auszeichnung erhält die Gebietsbetreuung in Bayern für das vorbildliche Engagement zur Verbesserung der biologischen Vielfalt sowie für die Stärkung des gesellschaftlichen Bewusstseins durch unmittelbare Naturschutzaufklärung vor Ort.

 

Vor Ort im Landkreis Lindau ist Gebietsbetreuerin Isolde Miller unter Trägerschaft des BUND Naturschutz seit 2003 unterwegs. Sie kümmert sich beispielsweise um den Schutz der Strandrasenarten am Bodensee, hat die Renaturierung des Hagspielmoores organisiert und setzt sich für die Tobelwälder des Westallgäus ein. Zu all diesen Themen gab und gibt es nicht nur Forschungs-, Pflege- oder Renaturierungsprojekte, die Gebietsbetreuerin bietet auch Exkursionen und Veranstaltungen in den Gebieten an. „Es ist eine sehr abwechslungsreiche und interessante Tätigkeit, bei der man überdies das Gefühl hat, etwas zu bewegen. Ich freue mich immer über das große Interesse an meinen Veranstaltungen, und entdecke selbst täglich Neues“ kommentiert sie Ihre Arbeit. Und sie ist auch stolz auf diese Auszeichnung. „Andere Bundesländer blicken oft neidvoll auf Bayern, das sich diese Institution dank des Bayerischen Naturschutzfonds und den unterschiedlichsten Trägern leistet. Die Ernennung zum UN-Dekade-Projekt verdeutlich den Sinn und die Notwendigkeit dieser Betreuung vor Ort, um Naturschutz erlebbar und verständlich zu machen,“ ist sie überzeugt.

 

Der Bayerische Naturschutzfonds fördert die Betreuung von ökologisch sensiblen Gebieten in Bayern durch Gebietsbetreuer bereits seit dem Jahr 2003. Mit einem Volumen von aktuell rund vier Millionen Euro werden insgesamt 37 Gebiete in Bayern betreut. "Beim Naturschutz setzen wir auf Überzeugungsarbeit vor Ort. Mit ihrem Einsatz leben die Gebietsbetreuer vor, wie man Verantwortung für die Natur übernimmt und begeistern so andere Menschen für ihre Umwelt", betonte Barth.

 

Die UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt wurde von den Vereinten Nationen für den Zeitraum bis 2020 ausgerufen. Ziel ist es, dem weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt entgegenzuwirken. Ein wesentliches Anliegen ist dabei, die Menschen für den Erhalt unserer Naturschönheiten zu begeistern und zum Mitmachen zu motivieren.

 

Weitere Informationen unter www.naturschutzfonds.bayern.de und www.gebietsbetreuer.bayern


Interessierte Schüler des Valentin-Heider-Gymnasiums erkunden das Unterreitnauer Moos

Biologieunterricht und „Heimatkunde“ lassen sich gut verknüpfen. Dies

erfuhr die Klasse 10 c des Valentin-Heider-Gymnasiums bei einer

Erkundungstour ins Unterreitnauer Moos, das  aufgrund seiner Artenvielfalt

nach der europäischen Schutzrichtlinie Natura 2000 geschützt ist.

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Andrea Steiger-Gebhardt ließen sie sich von Gebietsbetreuerin Isolde Miller vom BUND Naturschutz diesen Lebensraum erklären. Wie und wann konnten die Moore in unserer Landschaft entstehen,

was ist der Unterschied zwischen einem Niedermoor und einem Hochmoor, warum sind diese Lebensräume gefährdet und welche Lebensgemeinschaften finden wir dort? All diesen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler mit großem Interesse nach. Anhand von Pflanzensteckbriefen bestimmten sie typische Gewächse und erfuhren, wie Tiere und Pflanzen in Lebensgemeinschaften vorkommen, wie zum Beispiel die Pflanze „Großer Wiesenknopf“, der Schmetterling „Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling“ und Arten der Roten Ameise. Ökosysteme hängen zusammen und wenn ein Glied in der Kette wegbricht, dann schadet dies dem gesamten Lebensraum – so die Erkenntnis. Deshalb erfuhren die Schüler auch, dass es notwendig ist, die feuchten Streuwiesen zum Erhalt der Artenvielfalt zu pflegen. Doch nicht nur der Artenschutz sei ein wichtiges Thema beim Moorschutz, auch dem Klimawandel könne man mit dem Erhalt und Renaturieren von Mooren entgegenwirken, denn die Kohlenstoffspeicherung in Mooren sei enorm, erläuterte Isolde Miller. Was kann jetzt hier der Einzelne tun, war die Frage. Man könne den eigenen ökologischen Fußabdruck zum Beispiel dadurch verbessern, indem man keine torfhaltige Pflanzenerde mehr verwende, für die noch immer in großem Stil Moore vernichtet werden, schlug die Gebietsbetreuerin vor.

Nun werden die Schülerinnen und Schüler mit dem Ausfüllen eines Fragebogens noch unter Beweis stellen, dass ihnen der Lebensraum Unterreitnauer Moos nun ein Begriff geworden ist.


Woche der Gebietsbetreuung

Trotz Regen interessante Touren bei der Woche der Gebietsbetreuung

 

Gebietsbetreuerin Isolde Miller vom BUND Naturschutz stellte bei drei Touren je ein Beispiel der drei Themen Moore, Tobel und Bodenseeufer vor. So passte eine kleine Gruppe eine Regenpause ab,  um am Bodenseeufer sowohl Interessantes zum Ökosystem Bodensee, zur Ufervegetation mit den imposanten Schwarzpappeln und das Umland mit Iriswiese und Leiblachufer zu erfahren. Auch im Wildrosenmoos trotzen die Teilnehmer dem angesagten Regen und hatten auch weitgehend Glück, sodass Isolde Miller die Faszination des Lebensraums Moor mit alle seinen Facetten erklären konnte. Die blühenden Streuwiesen mit Mehlprimeln, Knabenkräutern und Wollgras im „Fohrenmoos“ und der Hochmoorbereich des Wildrosenmoores mit dem Weiher und der fleischfressenden Pflanze Sonnentau, den Torfmoosen und den Moorkiefern. Einzig die Libellen ließen sich an dem trüben Tag nicht sehen. Eine erstaunlich große Gruppe ließ sich von der Gebietsbetreuerin grenzüberschreitend von Scheffau durch den Kesselbachtobel führen, obwohl der Start doch bei Nieselregen stattfand. Doch die Teilenehmer wurden beim Verlassen des Tobels mit Sonnenschein belohnt! Beim Abstieg auf dem Wanderweg hieß es jedoch vorsichtig sein, denn in den steilen Bereichen war es aufgrund der Nässe etwas rutschig. Doch die Vielfalt des naturnahen Tobelwaldes entschädigte für die Mühen des Ab- und Aufstieges. Artenreichtum in der Krautschicht, eine Vielzahl von Baumarten und die Bedeutung von Totholz für die Ökologie waren deutlich zu erkennen.


Neuauflage der Gebietsbetreuung

Im Landkreis Lindau behält der BUND Naturschutz seine Gebietsbetreuung und kann sie in der Stundenzahl aufstocken. Damit gehören nun neben den Mooren auch die Tobel und das Bodenseeufer zur Gebietskulisse der BN-Gebietsbetreuung. Die Aufgabe bleibt bei Isolde Miller, die für den BN bereits seit 2003 als Gebietsbetreuerin beschäftigt ist.

 Bereits seit 2003 gibt es im Landkreis Lindau unter Trägerschaft des BUND Naturschutz eine „Gebietsbetreuung“, die vom Bayerischen Naturschutzfonds und dem Europäischen Sozialfonds gefördert wurde. Zuerst war der „Bodensee mit Hinterland“, dann die Allgäuer Moore die Gebietskulisse für die Gebietsbetreuung.

Bayernweit gab es 35 solche Gebietsbetreuungen unter den verschiedensten Trägerschaften wie Landschaftspflegeverbänden, Stiftungen, Behörden und Naturschutzverbänden. Hauptaufgaben waren Öffentlichkeitsarbeit, um die Akzeptanz von Schutzgebieten und Schutzmaßnahmen zu steigern, Besucherlenkung in stark frequentierten ökologisch wertvollen Bereichen und die Initiierung und Begleitung von Schutzmaßnahmen.

Nun ist am 1. April 2015 die Förderung durch den Europäischen Sozialfonds ausgelaufen und es war lange fraglich, ob es diese Form der geförderten Naturschutzarbeit weiterhin geben wird. Die Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds war weiterhin bereit, die Gebietsbetreuung zu fördern. Der Freistaat Bayern hat dies durch eine Aufstockung der Mittel an den Naturschutzfonds ermöglicht. Nun kann die Gebietsbetreuung bayernweit in eine neue Runde gehen. Manche Stellen werden weder personell noch inhaltlich verändert, andere wurden umstrukturiert oder komplett verändert. Für den Landkreis Lindau wurden sowohl die Stunden, wie auch die Themen aufgestockt. „Für unsere Kreisgruppe war dies eine Chance, durch die vermehrte Stundenzahl auch andere ökologisch wertvolle Lebensräume  zu bearbeiten“, freut sich Gebietsbetreuerin Isolde Miller. Sie übt diese Tätigkeit bereits seit 2003 aus und hat bis zum 1. April auch die Geschäftsstelle des BN im Landkreis geleitet. Nun konzentriert sie sich voll auf die Gebietsbetreuung und hat in der Geschäftsstelle mit Claudia Grießer eine neue Kollegin. Die beiden teilen sich den Arbeitsplatz im Naturschutzhäusle in Lindau. Dort ist die Gebietsbetreuerin in der Regel Mittwoch und Freitag vormittags erreichbar. Ansonsten wird sie viel im Landkreis unterwegs sein, Daten erheben, Exkursionen in den Mooren und den Tobeln anbieten und mit interessierten Grundstücksbesitzern sprechen, um ihnen Naturschutzmaßnahmen schmackhaft zu machen. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband und die Rückkopplung mit den Behörden sind hier selbstverständlich. So sind zum Beispiel auch Pflegeeinsätze unter Einbeziehung von Asylbewerbern oder Schulklasseneinsätze geplant.

„Ich freue mich auf diese abwechslungsreiche Tätigkeit und leiste damit gerne einen Beitrag um unser Naturerbe im Landkreis zu schützen“, so die Gebietsbetreuerin des BUND Naturschutz.

 

 

 

Isolde Miller

Dipl. Ing. Landespflege

BN-Kreisgruppe Lindau

Lotzbeckweg 1, 88131 Lindau

Tel. 08382/887564

lindau@bund-naturschutz.de

http://gebietsbetreuer.bayern/

 

 

 

Die Gebietsbetreuung wird aus Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds gefördert. Träger ist der BUND Naturschutz e.V.


Allgäuer Moorallianz

Bei allen Projekten arbeitet die Gebietsbetreuung eng mit der Allgäuer Moorallianz zusammen. Link zur Moorallianz:  

http://www.allgaeuer-moorallianz.de/


Gebietsbetreuung in Bayern - Natur und Landschaft