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Gewässerproben im Landkreis Lindau

Wie geht es unseren Bächen? Dieser Frage geht unser Gebietsbetreuer Daniel Schwarz derzeit mit einigen Interessierten im Landkreis Lindau nach. Am Sonntag, den 17. Mai, traf sich die Gruppe am Hochtobelbach in Malleichen unweit von Gestratz. Bei dem Bach handelt sich um einen kleinen, ein bis zwei Meter breiten Zufluss zur oberen Argen. Die fünf Teilnehmenden untersuchten einen kleinen Abschnitt des Gewässers. Sie gingen dabei in zwei Teams vor. Mithilfe von Beispielbildern bestimmte ein Team unter anderem die Laufkrümmung und die Talform. Die Daten geben Auskunft über die Gewässerstruktur. Untersucht wurde aber auch die Wasserchemie/Wasserphysik. Mithilfe eines Testkits konnten die Teilnehmenden die Temperatur und Leitfähigkeit sowie den Nitrat- und Phosphatgehalt des Wassers bestimmen und dokumentieren. Für alle sei es ein erkenntnisreicher Tag gewesen, sagte Daniel Schwarz. Einer der Höhepunkte war aus seiner Sicht das Entdecken mehrere Krebse im Bach. Demnächst gibt es einen weiteren Termin im Rahmen des FLOW-Projektes. Dann geht es um die Frage, welche wirbellosen Tiere (u.a. Köcher-, Eintags- und Steinfliegen, Libellenlarven, Bachflohkrebse und Wasserschnecken) kommen in welcher Häufigkeit im Bach vor und wie ist vor diesem Hintergrund die Pestizidbelastung des Gewässers zu bewerten. Wer also Interesse hat und sich damit vielleicht schon auskennt (keine Voraussetzung), ist herzlich willkommen und kann sich bei Daniel Schwarz melden. (Tel: 08382 – 887564/lindau.bund-naturschutz.de) In diesem Jahr wird nur der Hochtobelbach in Malleichen untersucht, im nächsten Jahr soll das Projekt erweitert werden. Ziel von FLOW ist es, gemeinsam mit Bürger*innen mehr über den ökologischen Zustand kleiner Bäche zu erfahren. Die mit den Teilnehmenden erhobenen Gewässerdaten fließen in ökologische Studien ein. Darauf aufbauend möchten die beteiligten Forschungsinstitute künftig lokale und regionale Strategien zum Gewässerschutz entwickeln und mit teilnehmenden Gruppen und relevanten Akteuren vor Ort umsetzen. FLOW ist ein Projekt des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und des Deutschen Angelfischerverband e.V..

BN-Jahreshauptversammlung in Lindenberg:Vorsitzender Schuff erinnert an Gründung

Die Kreisgruppe Lindau des Bund Naturschutz hat einen neuen Vorstand. Auf der Jahreshauptversammlung am 4. Mai in Lindenberg wählten die Mitglieder Dr. Maximillian Schuff erneut in das Amt des 1. Vorsitzenden. Er führt die Kreisgruppe damit weitere vier Jahre an. Zu seinen Stellvertretern wurden Sonja Kugler und Peter Koch gewählt. Zum Auftakt der Sitzung hatte Schuff an die Gründung der Kreisgruppe vor fast 55 Jahren in Lindenberg erinnert und das Engagement der Beteiligten gelobt. Sie hätten beschlossen, Verantwortung für die Region zwischen Seeufer und Alpen zu übernehmen. Mehr als ein halbes Jahrhundert sei der Bund Naturschutz nun Anwalt für die Natur, so der wiedergewählte Vorsitzende. Das bedeute zwangsläufig auch Konflikte, unter anderem mit den Kommunen im Landkreis. Der BN sei unbequem und manchmal hart in der Sache, aber immer sachlich und begründet. Schuff würdigte in seiner Rede auch zahlreiche langjährige Mitgliedschaften, darunter neunmal 40 Jahre. Das sei nicht nur bemerkenswert, sondern auch ein starkes Zeichen für Verlässlichkeit und Überzeugung. Zu den Gästen der Jahreshauptversammlung gehörte auch der neue Bürgermeister von Lindenberg, Peter Stahl. Mit Interesse verfolgte Stahl den Vortrag des Insektenkundlers Alfred Karle-Fendt, der zum Thema Wiesen sprach. Karle-Fendt rief dazu auf, für den Erhalt von Wiesen zu kämpfen, um die Artenvielfalt zu sichern. Es sei eine neue Denkweise im Naturschutz nötig, betonte der Insektenkundler. In Wiesenbereichen sollten Abschnitte stehengelassen werden, um vielen inzwischen selten gewordenen Arten Zeit für Ihre Entwicklung zu geben. Der Gebietsbetreuer des BN im Landkreis Lindau, Daniel Schwarz, wies in seinem Bericht auf das zunehmende Problem mit Stand Up Paddeling/Stehpaddeln auf dem Bodensee hin. Immer häufiger würden dabei Vögel gestört, so Schwarz. Hier sei mehr Aufklärung nötig. BN-Geschäftsstellenleiter Dominik Fiegle stellte in seinem Rückblick unter anderem den Amphibienschutz heraus. So hätten Mitglieder und Freiwillige zuletzt tausende Tiere bei ihrer Laichwanderung unterstützt. Im Bereich der Umweltbildung informierte der BN mehrere Schulklassen unter anderem über die wertvollen Streuobstwiesen.

Europatag in Lindau: BN wirbt für Naturschutz

Zahlreiche Besucher*innen des Europatages an der Hafenpromenade in Lindau haben am Samstag, den 9.5. 2026, den Stand des Bund-Naturschutz besucht. Ob Klein oder Groß, alle drehten das Glücksrad und beantworten Fragen zum Bodensee, zum Rhein oder zu Streuobstwiesen. Neben neu gewonnenem Wissen gab es zur Belohnung unter anderem ein leckeres Stück Bio-Apfel aus Wasserburg. Viele der Besucher*innen freuten sich auch über ein Glas Apfelsaft von Streuobstwiesen aus dem Landkreis Lindau und schwärmten von dem tollen Geschmack. Am BN-Stand gab es umfangreiche Informationen zum Bodensee. Auf großen Schautafeln konnten Interessierte die verschiedenen Fischsorten kennenlernen, die im See leben. Aber auch Interessantes über neue Arten, über die Zuflüsse des „Schwäbischen Meeres“, über die Wasserqualität und schutzbedürftige Pflanzen gab es zu erkunden. Wer wollte, durfte sich zudem einen Taschenaschenbecher mitnehmen, denn Zigarettenkippen in der Umwelt waren Thema am Stand des BN. Geschäftsstellenleiter Dominik Fiegle und der Bundesfreiwillige Thomas Bücker freuten sich über zahlreiche gute Gespräche mit Menschen, die nicht nur aus dem Landkreis Lindau zum Europatag an der Hafenpromenade gekommen waren. Viele von Ihnen betonten, wie wichtig es sei, die Natur zu schützen. 

Müllsammelaktion am Bodenseeufer

Mehr als 40 freiwillige Helfer*innen haben im März Müll am Ufer des Bodensees eingesammelt. Sie folgten einem Aufruf des BN-Naturschutzes und des DAV Lindau zur großen Seeputzete. Ausgestattet mit Handschuhen, Müllzangen, Eimern und Säcken machten sich die Umweltschützer*innen und Mitarbeitende der Firma Xomox auf den Weg - insbesondere im Uferpark Wäsen, im Lotzbeckpark und am Kleinen See in Lindau. Dabei kamen zahlreiche prall gefüllte Müllsäcke zusammen. Im Wäsen sammelten die Freiwilligen nach Angaben von BN-Gebietsbetreuer Daniel Schwarz vor allem Plastikmüll ein, am Lotzbeckpark laut DAV insbesondere Zigarettenkippen. Nach dem rund zweistündigen Einsatz bei bestem Wetter gab es dann für alle Teilnehmenden, darunter auch Kinder, Butterbrezeln, die die Stadt spendiert hatte. Den Müll holten schließlich Mitarbeiter der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau (GTL) ab. Die GTL hatte Material (Müllzangen, Eimer und Säcke) zum Sammeln bereitgestellt.

Prof. Andrioli berichtete direkt aus Brasilien.                                                                   © Antônio lnácio Andrioli

Bei dem gut besuchten Vortrag am 11. März machte Prof. Andrioli die Brisanz deutlich: ca. 20 Prozent des Amazonas sind bereits entwaldet, bei 25 Prozent ist der Kipppunkt erreicht und das Ökosystem kollabiert unwiederbringlich❗ Der Klimawandel würde abrupt beschleunigt. 

Wirtschaftliche Interessen treiben die Entwaldung voran: Die EU importiert im Schnitt 63 kg Sojafutter pro Jahr und Person. Das treibt den Preis für Sojaund somit die Begehrlichkeit nach „ungenutzten“ Regenwald in die Höhe. Die Soja-Anbaufläche ist so groß wie ganz Schweden (also deutlich größer als Deutschland). Im Sojaanbau werden zusätzlich große Mengen an Pestiziden eingesetzt. In Brasilien kommen 1 Milliarde kg Pestizide pro Jahr zum Einsatz, 47% davon entfallen auf den Sojaanbau. Die meisten Wirkstoffe sind in Deutschland verboten, deren Produktion und Export ist aber zulässig. Die Folgen: die meisten Wasserquellen sind verseucht. Untersuchungen wiesen insgesamt 27 Wirkstoffe nach. 

Gentechnik: 95 Prozent der brasilianischen Soja sind gentechnisch verändert. Die großen Agrarkonzerne kontrollieren damit den Markt und die Bauern. Hr. Andrioli betonte weiter: » Fleischkonsum ist ein wichtiger Treiber des Klimawandels und des Biodiversitätsverlustes! «

Wie ist die politische Sitauation vor Ort?

Unter dem jetzigen Präsidenten „Lula" da Silva wurde die Entwaldung verringert aber nicht gestoppt. Lulas Gestaltungsmöglichkeiten sind begrenzt denn in den beiden Parlamentskammern haben seine Gegner um den vormaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, eine deutliche Mehrheit. Brasilien war, in seiner über 500-jährigen Geschichte, schon immer ein von feudalem Großgrundbesitz geprägtes Land. Doch noch nie war die Landkonzentration so ausgeprägt wie heute. Unter Bolsonaro kam der Hunger zurück. Das ist kaum zu fassen in diesem eigentlich von der Natur so reich ausgestatteten Land. Einer der Gründe ist, dass indigenen Völkern häufig ihr Recht auf ihr angestammtes Land vorenthalten wird. Zur Menschenrechtslage ergänzte Frau Margot Rodriguez von Misereor, die hohe Rate von politisch motivierter Gewalt. 2024 wurden 211 Mordfälle gegen Indigene dokumentiert. Lula bekämpft den Hunger erneut, den schwierigen Umständen zum Trotz, mit Erfolg! Und 20 neue indigene Gebiete wurden anerkannt. Unter seinem Vorgänger Bolsonaro gab es keine einzige Anerkennung. 

Auf die Frage welche Rolle Kirchen und Hilfsorganisationen spielen antwortet Andrioli, dass die staatliche Universität (UFFS) für die er tätig ist gewährleistet, dass auch Kinder von Kleinbauern und Indigenen dort erstmals die Möglichkeit haben zu studieren. Gelder von anderer Seite darf diese Uni nicht annehmen. Im Umfeld ist die Unterstützung von Kirchen und Hilfsorganisationen allerdings sehr wichtig. Dies zeigte, die Initiation der Landlosen Bewegung, die sich aus kirchlicher Initiative gespeist hat. 

Den kompletten Vortrag (als PDF) finden Sie hier.

Prof. Dr. Antônio Inácio Andrioli ist Agrarökologe. Er wurde 1974 in Brasilien geboren und arbeitete dort einst als Sojabauer. In Deutschland promovierte er zum Thema „Biosoja versus Gensoja“. Die brasilianische Regierung ernannte ihn 2011 zum Vizepräsidenten der staatlichen Universität UFFS (Universidade Federal da Fronteira Sul), die sich mit nachhaltiger Landwirtschaft beschäftigt. 2020 wurde Prof. Andrioli der Bayerische Naturschutzpreis des Bund Naturschutz verliehen (www.bund-naturschutz.de/ueber-uns/naturschutzpreis/2020-antonio-andrioli)

Veranstalter waren der AK für nachhaltige Ernährung, die VHS Lindau, der BUND Naturschutz, Misereor e.V. und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung. 

Noch Fragen? Euer Ansprechpartner:   Werner-Zirkel@web.de   


Bäume für Streuobstwiesen erreichen Landkreis Lindau

Ein Transporter mit Anhänger fährt auf das Gelände der Versuchsstation für Obstbau in Schlachters. Er kommt aus Ortenberg in Baden von der Obstbaumschule Kiefer und bringt die sehnlichst erwarteten 114 Bäume (Hochstämme) für Streuobstwiesen im Landkreis Lindau. Dominik Fiegle vom BUND Naturschutz nimmt die Exemplare an. Sie werden im Rahmen der Förderung durch den bayerischen Streuobstpakt an LandwirtInnen und andere Interessierte ausgegeben. Mit Traktor und Anhänger holen diese ihre „Zöglinge“ ab. Dazu zählen etwa der „Berner Rosenapfel“, der „Danziger Kantapfel“ oder die „Rote Goldparmäne“. Aber auch Birnen-, Quitten- und Walnussbäume werden in diesem Jahr gepflanzt. Für die fachgerechte Pflanzung wird auch Pflanzmaterial bereitgestellt. Die Abholenden erhalten Holzpfähle, Verbiss- und Wühlmausschutz sowie Kokosfaserstricke. Im Landkreis Lindau entstehen durch das Projekt drei neue Streuobstwiesen. Außerdem werden viele Bestände durch Nachpflanzungen verjüngt und bleiben somit erhalten.

Rückblick: Führung in die Trogener Moore

Führung zeigt die Bedeutung und Schönheit der Trogener Moore

Rund 20 Teilnehmende kamen am 31. Oktober zu einer Führung der Gebietsbetreuung des BUND Naturschutz in die Trogener Moore, um mehr über diesen besonderen Lebensraum und seine Geschichte zu erfahren. Vor Ort berichtete Daniel Schwarz über die Entstehung und die heutige ökologische Bedeutung der Moore.

Auf dem Rundgang wurden auch Spuren der früheren Nutzung sichtbar: Abtorfungsstellen und Reste der ehemaligen Torfseilbahn zeugen noch heute davon, wie stark der Mensch einst in dieses empfindliche Ökosystem eingriff. Anschließend wurden die Renaturierungsmaßnahmen vorgestellt, die vor sieben Jahren begonnen haben. Dabei wurde erläutert, wie sich diese positiv auf das Moor ausgewirkt haben und warum sie auch im Sinne des Klimaschutzes wichtig sind: Intakte Moore speichern große Mengen CO₂ und leisten damit einen wertvollen Beitrag gegen die Klimakrise.

Ein besonderes Erlebnis war für viele Besucherinnen und Besucher das Anfassen des Torfs, in dem sich teils jahrtausendealte Pflanzenreste entdecken ließen.

Die Führung stieß auf großes Interesse und zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll die Trogener Moore als Naturraum sind – und wie wichtig es ist, sie zu erhalten und weiter ins Bewusstsein zu rücken.

Herbst-Kräuterführung mit Heidi Prinz

Zum Abschluss der diesjährigen Kräuter-Reihe lud der BUND Naturschutz zur herbstlichen Kräuterführung mit Heidi Prinz ein. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, noch einmal in die Welt der heimischen Pflanzen einzutauchen.

Die Teilnehmenden erfuhren nicht nur, wie sich wichtige Pflanzen bestimmen lassen, sondern auch, welche Bedeutung sie für uns Menschen als Heilmittel und Nahrungsquelle haben. Mit spannenden Informationen und heiteren Geschichten begeisterte Heidi Prinz sowohl Kinder als auch Erwachsene.

Gemeinsam wurden etwa Brennnesselsamen und -blätter probiert – nicht ohne das prickelnde Erlebnis, das manche Pflanze mit sich bringt. Auf anschauliche Weise zeigte die Führung, dass vieles, was wir für unser Leben brauchen, direkt vor unserer Haustür wächst – und wie wertvoll es ist, dieses Wissen zu bewahren und zu nutzen.

Damit endete die diesjährige Kräuterführungsreihe – und hinterließ einmal mehr Dankbarkeit und Staunen über den Reichtum der heimischen Natur.


Rückblick: Nacht der Fledermäuse in Lindau

Am Freitagabend fand vor unserem Naturschutzhäusle in Lindau eine spannende Veranstaltung zur Nacht der Fledermäuse statt. Rudolph Zahner, Biologe und Fledermausbeauftragter im Landkreis, berichtete eindrucksvoll aus seiner Arbeit mit den faszinierenden Tieren. Dabei beantwortete er zahlreiche Fragen aus dem Publikum:
Wie alt wird eine Fledermaus (durchschnittlich 5-7, manchmal bis zu 40 Jahre), fressen sie wirklich nur Insekten (heimische Fledermäuse ja), und wo verbringen sie eigentlich den Winter (in Baumhöhlen und geschützten Stellen an Häusern)?

Ein besonderes Highlight – vor allem für die Kinder – war die Begegnung mit einer lebenden Fledermaus. Das Tier, das aufgrund einer Flügelverletzung nicht mehr ausgewildert werden kann, lebt in der Pflegestation und gab den Teilnehmenden die seltene Möglichkeit, eine Fledermaus aus nächster Nähe zu sehen. So wurde anschaulich erklärt, dass Fledermäuse sich zwar mit für Menschen unhörbaren Ultraschallrufen orientieren, zur Kommunikation aber auch hörbare Laute einsetzen.

Mit Hilfe spezieller Ultraschalldetektoren konnten in der Dämmerung schließlich auch jagende Fledermäuse hörbar gemacht werden. Als die Tiere knapp über die Köpfe der Besucher hinwegzischten, war die Aufmerksamkeit aller groß! 

Wir bedanken uns bei Rudolf Zahner für den tollen Abend und freuen uns schon aufs nächste mal!

 



Eine Reise in die Vergangenheit- Geologie Führung durchs Eistobel

Bei bestem Wetter machten sich viele Interessierte mit Geologe Peter Koch und Gebietsbetreuer Daniel Schwarz auf den Weg durch den Eistobel.

Am Grund des Tobels erklärte Peter Koch die Entstehung der Alpen. An den steilen Felswänden konnten die Teilnehmenden die Schichten von Süß- und Salzwassermolassen entdecken – Spuren einer langen Erdgeschichte, die bis in die Eiszeiten zurückreicht. Diese eindrucksvollen Aufschlüsse machen den Eistobel zu einem besonderen Fenster in die Vergangenheit.

Daniel Schwarz zeigte anschließend die lebendige Dynamik der Tobelwälder. Durch Abbrüche und Rutschungen entstehen immer wieder neue Lebensräume. Verschiedene Baumarten, viel Totholz und die nur schwer erschließbaren Hänge sorgen dafür, dass hier sehr naturnahe Wälder wachsen. Sie bieten wertvollen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen – und sind in Zeiten der Klimakrise von großer Bedeutung.

Begleitet vom Rauschen der Argen erhielten die Teilnehmenden viele spannende Einblicke in die Geologie und Ökologie des Eistobels. Am Ende waren sich alle einig: Die Natur hier ist nicht nur beeindruckend schön, sondern auch ein Schatz, den es zu bewahren gilt.



Zukunft für den Frauenschuh im Osterholz: Pflegeeinsatz mit Freiwilligen sichert Lebensraum

Dank tatkräftiger Unterstützung freiwilliger Helferinnen und Helfer konnte im Osterholz bei Ellhofen ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des Frauenschuhs geleistet werden. Im Rahmen eines gemeinsamen Pflegeeinsatzes mit den Orchideenfreunden Ellhofen, der Gebietsbetreuung sowie der Unteren Naturschutzbehörde wurden Gehölze entfernt, die in den letzten Jahren zunehmend den Standort beschattet hatten. Gleichzeitig wurde der Zugang für Besuchende verbessert.

Der Frauenschuh zählt zu den seltensten und zugleich eindrucksvollsten heimischen Orchideenarten. Er ist auf halboffene, lichte Nadelwälder angewiesen, in denen ausreichend Licht den Waldboden erreicht. Am Standort im Osterholz hatte sich der Bewuchs mit Hasel und Bergahorn stark ausgebreitet – die Folge war eine zunehmende Beschattung und damit schlechtere Bedingungen für den Frauenschuh.

Durch die gezielte Entnahme dieser Gehölze konnten nun wieder bessere Lichtverhältnisse geschaffen werden. Dass solche Maßnahmen möglich sind, ist nicht selbstverständlich – sie erfordern viel Engagement, körperliche Arbeit und die Zustimmung der Eigentümerinnen. Im Fall des Osterholz-Standorts ist die Deutsche Bahn Grundstückseigentümerin und unterstützt aktiv den Erhalt dieser besonderen Art.

Für den langfristigen Schutz des Frauenschuhs sind regelmäßige Pflegeeinsätze notwendig. Weitere Aktionen sind deshalb bereits in Planung. Engagierte Naturfreunde und -freundinnen, die sich für den Erhalt dieser außergewöhnlichen Orchidee einsetzen möchten, sind herzlich willkommen.

Interessierte können sich unter folgender Adresse melden: gebietsbetreuung-lindau@bund-naturschutz.de


Faszination Schmetterling

Auf einer Veranstaltung mit dem Scheidegger Künstler Max Schmelcher ging es kürzlich um die faszinierende Welt der Schmetterlinge. Die oft bunten und schönen Tiere sind von vielen Menschen gerne gesehen. Doch damit sie in einen naturnahen Garten einen Lebensraum finden, müssen Nahrung und Unterschlupf für alle Entwicklungsstadien der Tiere verfügbar sein. 

Jedes Jahr züchtet Schmelcher heimische Schmetterlinge und entlässt sie anschließend in die Freiheit. In der Natur erreichen nur etwa 5% der Tiere das Endstadium, sie werden durch Fraßfeinde, Parasiten aber auch frühe Mahd ihrer Futterpflanzen dezimiert. In Schmelchers geschützten Kästen überleben bis zu 95%.  So hatte er für die Veranstaltung kleine und große Raupen sowie Puppen dabei, die er den gespannten Kindern zeigte. 

Für die Raupen stand genug Nahrung bereit. Es ist nicht nur wichtig, den Faltern Blühpflanzen anzubieten, sondern in den Gärten auch für Raupennahrung zu sorgen. Denn ohne Raupe kein Schmetterling! „Die wichtigsten Futterpflanzen für Schmetterlinge sind die Salweide und die Brennnessel, die von vielen Arten genutzt werden. Auch Wilde Möhre, Dill, Fenchel, Faulbaum und Giersch sind für einige Arten wichtig“, erklärte Schmelcher. Manche Arten, wie beispielsweise das Kleine Nachtpfauenauge, nehmen in ihrer letzten Lebensphase als Falter gar keine Nahrung mehr auf, sie leben nur noch wenige Tage, um sich zu vermehren. 

Besonders eindrucksvoll war das Freilassen der Kleinen Landkärtchen, das die Veranstaltung krönte. Nach diesem faszinierenden Teil rund um die Schmetterlinge ging es weiter zum Lagerfeuer, für das die Kindergruppe des BN bereits alles vorbereitet hatte. Beim Stockbrotbacken und gemütlichen Zusammensitzen konnten sich die naturbegeisterten Kinder und Erwachsenen austauschen und den schönen Tag gemeinsam ausklingen lassen.

Für die Betreuung der Kindergruppe werden aktuell noch weitere engagierte Erwachsene gesucht, die Freude daran haben, Kindern die Natur näherzubringen. Mit zusätzlicher Unterstützung könnte in Zukunft sogar eine eigene Jugendgruppe ins Leben gerufen werden, um auch älteren Kindern und Jugendlichen ein passendes Angebot zu bieten.

Zu den wöchentlichen Treffen der Kindergruppe sind Interessierte herzlich eingeladen, es stehen regelmäßig spannende Aktionen an! Mehr Infos gibt es unter lindau.bund-naturschutz.de/jugend-und-kinder.


Naturschutz macht Schule: Realschüler sammeln über 3000€ für den BUND

Seit vielen Jahren beteiligt sich die Realschule Lindenberg/Allgäu an der Haus- und Straßensammlung des BUND Naturschutz in Bayern e.V.. Auch dieses Jahr sammelten die fleißigen Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen in ihrem Umfeld und konnten so die stolze Summe von über 3.300 € für den Naturschutz zusammentragen. Als Dankeschön für ihren Einsatz bekamen die Kinder Kinogutscheine überreicht. Die Krönung des Projektes fand jedoch bei traumhaftem Wetter auf der Sonnenterasse des Waldseekioskes statt. 

Dort servierte Pächter Lazaridis eine leckere Stärkung und die Lindauer Fruchtsäfte GmbH spendierte nicht nur den köstlichen Apfelsaft aus dem Streuobst-Saftprojekt des BN Lindau, sondern beschenkte alle als Andenken mit einem schönen Saftglas.

Dank des engagierten Lehrers Andreas Schmauch wird das alljährliche Projekt am Laufen gehalten. Auf einer spannenden Exkursion um den Waldsee brachte er den Klassen den besonderen Naturraum Moor näher. Das Highlight waren dabei die jungen Erdkröten, die sich auf der Strecke tummelten und von den Kindern begeistert bestaunt wurden.

Ebenfalls am Waldsee setzen sich jedes Jahr eine Reihe ehrenamtlicher Helfer des oberen Landkreises auf dem Gebiet des Amphibienschutzes ein. Sie helfen mit großem persönlichem Engagement dabei, Amphibienzäune zu errichten und die Tiere über befahrene Straßen zu tragen, wodurch jährlich erfolgreich zahlreiche Frösche und Kröten unbeschadet ihre Laichgewässer erreichen.

Die Kreisgruppe Lindau des BN ist stolz und dankbar auf das Mitwirken an unseren bayernweiten Projekten und hofft auf einen guten Fortgang im kommenden Jahr!