Umwelttipps


Ökologischer Start ins neue Schuljahr

Das neue Schuljahr bringt vieles mit sich: große Aufregung bei den ABC-Schützen, Neugier auf ein neues Umfeld bei den frischgebackenen Fünftklässlern und ein straffes Lernpensum bei den kommenden Schulabgängern. Aber eines ist für alle gleich: der Schulsachen-Einkauf! Wer dabei nachhaltig handeln möchte, hat es im konventionellen Einzelhandel oft schwer. Doch inzwischen gibt es viele tolle Alternativen zu Plastik, Schadstoffen und Co. – auch im BN-Onlineshop! Und die tun nicht nur der Umwelt gut, sondern auch euch SchülerInnen, die ihr tagtäglich damit in Berührung kommt.

Zum Glück gibt es umweltfreundliche Schulsachen heutzutage nicht mehr nur in mausgrau. Und sie sind mittlerweile fast überall zu finden, es ist also nicht schwierig, den Schulbedarf ökologisch zu kaufen. Ein verlässliches Siegel ist der Blaue Engel. Außerdem kann man sich an den regelmäßigen Tests von Stiftung Warentest oder Öko-Test orientieren. Mit dem Papier fängt es an: Recyclingpapier schont die natürlichen Ressourcen und steht in seiner Qualität den Frischfaserpapieren in nichts mehr nach. Das ÖKOPA-Plus-Siegel, der Blaue Engel oder das vup-Zeichen markieren Papiere in Öko-Qualität.

Um Ihnen den Einkauf der Schulsachen zu erleichtern, haben wir zehn Öko-Tipps ZUM Schulstart für Sie zusammengestellt:

- Um den Schulbedarf ökologisch zu kaufen, können Sie auch eine Einkaufsgemeinschaft mit

  anderen Eltern gründen oder nutzen, das spart Geld und unnötige Transportwege.

- Kaufen Sie nur Recyclingpapier und FSC-zertifizierte Holzprodukte.

- Malkästen sollten austauschbare Näpfe zum Nachkaufen haben.

- Nutzen Sie Klebstoffe auf Wasserbasis oder Klebestifte.

- Kaufen Sie Füllertinte nur in Schwarz oder Blau. Andere Farben können problematische         

  Stoffe enthalten.

- Zum Text-Markieren genügen Buntstifte oder fluoreszierende  Trockentextmarker.

- Frischen Sie eingetrocknete Filzstifte mit Essig auf.

- Mäppchen, Taschen und Behälter müssen robust genug für den Schulalltag  sein.

- Brotzeit: Abwechslung und Gesundes (Obst & Gemüse) schmeckt dem Nachwuchs und ist gesund.

  Dafür setzt sich auch die Kreisgruppe Lindau mit der Biobrotbox-Aktion ein.

- In die Schultüte passt auch Immaterielles – zum Beispiel ein Gutschein fürs Schwimmbad       

  oder fürs Kino.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

BUND Naturschutz in Bayern e.V.: www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/schule-und-buero/schulmateralien.html

Stiftung Naturschutz Berlin: http://www.stiftung-naturschutz.de/fileadmin/img/pdf/Publikationen/Schulzeit/Schulzeit_2012.pdf

Öko-Test: Schulranzenhttps://www.oekotest.de/kinder-familie/10-Schulranzen-im-Test_109249_1.html  Buntstiftehttps://www.oekotest.de/kinder-familie/20-Buntstifte-im-Test_109094_1.html  Schreibtischehttps://www.oekotest.de/kinder-familie/10-Schreibtischstuehle-fuer-Kinder-und-Jugendliche-im-Test_109042_1.html 

BUND-Broschüre: https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/_migrated/publications/20100204_chemie_gefaehrliche_lieblinge_broschuere.pdf


Insektenfreundlicher Garten

Was kann ich in meinem Garten, auf meiner Terrasse oder meinem Balkon für Insekten tun?

„Insektenschutz“ bedeutet in erster Linie „Schutz ihrer Lebensräume“, denn  zahlreiche Insektenarten wurden bereits durch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume zurückgedrängt, da sie hoch spezialisiert und damit auch sehr empfindlich gegenüber Veränderungen in ihren Habitaten sind. Die meisten Wildbienen errichten ihre Nistanlagen in der Erde, viele nagen sie in das Mark dürrer Stängel, andere benutzen vorhandene Hohlräume wie Käferfraßgänge oder Felsspalten, einige sind auf verlassene Eichengallen oder Schneckenhäuser spezialisiert, und weitere mauern ihre Brutzellen aus Lehm oder Harz. Besonders in naturnahen Hausgärten ist großes Potenzial zum Schutz bedrohter Arten vorhanden, denn Nisthilfen können mit einfachsten, kostengünstigen Mitteln selbst hergestellt werden.

Haben Sie mit Nisthilfen erst einmal genügend Nistraum geschaffen, sollten Sie auch dafür sorgen, dass den Tieren ein ausreichendes Nahrungsangebot zur Verfügung steht. Hierzu gibt es in Hausgärten verschiedene Möglichkeiten. Eine Devise dabei lautet „bunt statt grün“.

Die untenstehenden Links informieren zum Thema Bienen:

https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/garten/bienen.html

https://www.bund.net/umweltgifte/pestizide/bienen-und-pestizide/

Auch im Lindauer Naturschutzhäusle finden Sie ein umfassendes Angebot an Infomaterialien.


Torffreie Blumenerde – Erfolgreich gärtnern ohne Torf

Mehr zu torffreier Erde auch unter Torffrei Gärtnern.

Eine Aktion der Allgäuer Moorallianz in Zusammenarbeit mit der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege und der Gebietsbetreuung Allgäuer Moore des Bundes Naturschutz

Wer für den Garten oder für Pflanzgefäße Erde benötigt, dem bietet sich in Gartencentern und Baumärkten ein großes Angebot verschiedener Produkte. Die meisten dieser Produkte enthalten hohe Anteile an Torf, der aus Mooren entnommen wird. Torf wächst zwar nach, allerdings dauert es ungefähr 1000 Jahre, bis ein 1m mächtiger Torfkörper entsteht. Beim Abbau werden dagegen in wenigen Jahren mehrere Meter dicke Torfschichten abgebaut. In Deutschland werden für den Garten- und Hobbygartenbau jährlich rund 12 Mio. Kubikmeter Torf verbraucht, das entspricht ca. 40.000 ha Moorflächen (etwa 40.000 Fußballfelder). Gewonnen wird dieser Torf mittlerweile hauptsächlich in Norddeutschland, Skandinavien und dem Baltikum.

Damit Zier- und Nutzpflanzen in unseren Gärten oder in Pflanzgefäßen gedeihen, sind Torf und torfhaltige Erdsubstrate aber gar nicht erforderlich! Torffreie Erden haben sich im Hobbygartenbau längst bewährt. Anstelle torfhaltiger Erden eigenen sich Mischungen aus Grüngutkompost, Rindenkompost, Holzfasen und Kokosfasern. Wissenschaftliche Versuche, beispielsweise an der FH Weihenstephan sowie praktische Erfahrungen zeigen, dass im Freizeitgartenbereich mit diesen torffreien Erden vergleichbare Ergebnisse erzielt werden und auf Torf vollständig verzichtet werden kann.

Fünf gute Argumente, warum Torf ins Moor gehört  und gute Gründe für die Verwendung torffreier Erden:

Moorschutz ist Klimaschutz
Aus den Mooren stammt der Torf, der in jeder herkömmlichen Blumenerde enthalten ist. Für den Abbau werden die Moore entwässert – und in entwässerten Mooren wird der Torf zersetzt und geht als CO2 in die Luft. Das passiert in kürzester Zeit auch mit dem Torf, der als Blumenerde verwendet wird. Jeder Hektar entwässertes Moor produziert pro Jahr so viel CO2 wie ein Mittelklassewagen, mit dem 20.000 km im Jahr gefahren werden.

Moorschutz erhält die Vielfalt des Lebens
Moore sind wertvolle, unersetzliche Lebensräume für eine ganze Reihe seltener Tier- und Pflanzenarten. Moorbewohner sind Spezialisten – etwa der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, oder Schmetterlinge wie der Hochmoor-Gelbling. In Mitteleuropa wurden bereits 95% der Moore entwässert.

Moorschutz ist Hochwasserschutz
Moore haben eine extrem hohe Wasserspeicherfähigkeit. Wie ein riesiger Schwamm in der Landschaft wirken sie als natürliche Wasserrückhaltegebiete und verzögern den Abfluss. Das führt dazu, dass bei Hochwasserereignissen die Wassermassen nicht alle auf einmal an den großen Flüssen ankommen und verringert so die Pegelstände.

Torffreie Blumenerde unterstützt die regionale Kreislaufwirtschaft
Im Garten fällt jedes Jahr frischer Kompost an. Ein wesentlicher Bestandteil torffreier Blumenerden ist das Kompostmaterial. Dieses sowie Rindenmulch, Rindenhumus, Holzhäcksel und Holzfasern, die ebenfalls für torffreie Blumenerde nötig sind, werden aus regionalen Abfallstoffen gewonnen (Gartenkompost, Landschaftspflegematerial etc.). Werden diese Stoffe vermehrt für Blumenerde aufbereitet, schließen sich regionale Stoffkreisläufe.

Torffreie Blumen- und Pflanzerde unterstützt die regionalen Wirtschaftskreisläufe
Werden regionale Rohstoffe verwendet, reduziert sich der Transportweg und in der Region ansässige Unternehmen werden unterstützt. Eine sorgfältig ausgewählte Mischung hochwertiger Rohstoffe sichert die hohe Qualität – damit nicht nur die Moore, sondern auch die Region erblüht!

Machen auch Sie mit und achten Sie beim Einkauf auf torffreie Substrate. Diese Erde erhalten Sie in den Kaufmärkten Lindau und Lindenberg, bei der Gärtnerei Meßmer in Lindau und auf folgenden Wertstoffhöfen im Landkreis: Lindau, Wasserburg, Lindenberg, Röthenbach, Stiefenhofen.
Die vollständige Bezugsliste finden Sie auf der Seite der Moorallianz.


Städte brauchen Bäume

Als oft letztes Stück Natur haben Bäume in der Stadt eine besondere Bedeutung. Sie filtern verschmutzte Luft, produzieren Sauerstoff, speichern und verdunsten Wasser und verbessern so das Kleinklima, indem sie Temperatur und Luftfeuchtigkeit regulieren. Für viele Tierarten, wie Eichhörnchen, Fledermäuse und Vögel, bieten sie Schutz, Futter und Lebensraum, allerdings können nur gesunde Bäume diese Funktionen in vollem Umfang erfüllen. Da ein Baum in der Stadt oft mit viel weniger Platz auskommen muss als an einem natürlichen Standort, ist die Versorgung mit Wasser, Luft und Nährstoffen meist miserabel. Außerdem wird der Boden durch befahren und betreten zu stark verdichtet, die Wurzeln können bei Grabarbeiten beschädigt werden und das Wasser ist im Winter mit Streusalzen belastet. Die höhere Temperatur zwischen den Gebäuden, die geringere Luftfeuchtigkeit sowie Staub und Abgase machen Bäumen ebenfalls zu schaffen.

Um die Situation von Stadtbäumen zu verbessern, schlägt der BUND Naturschutz folgende Maßnahmen vor:
-Baumschutzverordnungen für Städte und Kommunen sollten zur Pflicht werden.
-Statt Tausalze sollten nur Abstumpfungsmittel bei Glatteis eingesetzt werden.
-Schutz der Baumscheibe vor parkenden Autos
-Verkehrsberuhigungs- und Wohnumfeldmaßnahmen bieten Gelegenheit, mehr Raum für Straßenbäume und Grünanlagen zu schaffen. Gleichzeitig wird so die Schadstoffbelastung durch Kraftfahrzeuge vermindert.

Auch jeder Stadtbewohner kann sich mehr um die Bäume kümmern:
-Das Auto so oft wie möglich stehen lassen und öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
-Beim Ein- und Ausparken in Alleen ungeschützte Baumscheiben nicht befahren.
-Wird die Baumscheibe des vor der eigenen Tür stehenden Baumes nicht ausreichend gepflegt, sollte selber Hand angelegt werden. In trockenen Frühjahr- und Sommermonaten sind Stadtbäume auf eine zusätzliche Bewässerung angewiesen.
-Optimal ist auch eine Bepflanzung mit bodendeckenden Blumen und Stauden. Robustes Efeu oder Immergrün sind gut geeignet.
-Selbst kleine Vorgärten können durch die Pflanzung eines Obstbaumes oder einer schmalkronigen Eberesche bereichert werden.

Der BUND Naturschutz berät Sie gern bei der Auswahl eines passenden Baumes. Der Einsatz lohnt sich, denn Bäume machen unsere Städte erst lebenswert.


Die Schwalben – Bedrohte Frühlingsboten und Glücksbringer

Da sowohl ihre Insektennahrung als auch das Baumaterial und die Plätze für Nester knapp sind, geht die Anzahl der Schwalben regional zurück. Nach weiter Flugreise finden sie erschwerte Lebensbedingungen vor: ehemals lehmige Wege, die asphaltiert wurden, modernisierte Kuhställe ohne Nistmöglichkeiten. Früher als Glücksbringer und Boten des Frühlings bekannt sind Schwalben heute meist unwillkommene Gäste.

Mehlschwalben
Die in größeren Höhen jagende Mehlschwalbe ist unterseits weiß und blauschwarz auf der Oberseite. Ihr Schwanz ist kurz und gegabelt. Ihre Nistplätze waren ursprünglich Felswände und werden heute vorwiegen unter Hausdächer gebaut. Raue Wände mit hellem Putz und eine freie Anflugschneise sind dabei günstig. Zum Bau der Nester, die gern in ganzen Kolonien angelegt werden, wird Lehm verwendet, den sie aus Wasserpfützen holen, wenn es geregnet hat. Nach 14 Tagen schlüpfen 4 – 5 Jungvögel, die noch etwa 5 Wochen gefüttert werden.

Da sie durch die Zunehmende Versiegelung der Böden kaum noch feuchte Erde und Lehm finden sinken die regionalen Schwalbenbestände. Wer Schwalben an seinem Haus haben will, sollte Ansiedelungsversuche durch Kunstnester aus dem Fachhandel unterstützen. Wenn schon Schwalbennester am Haus gebaut wurden, dürfen diese nicht zerstört werden. Unter den Nestern angebrachte Bretter können helfen den Schwalbendreck aufzufangen.

Rauchschwalben
Die schlanke Rauchschwalbe hat einen gegabelten Schwanz mit längeren Außenfedern als die Mehlschwalbe. Ihre Oberseite ist dunkelblau, ihre Unterseite rahmgelb gefärbt, während Kehle und Stirn kastanienrot sind. Auch sie bauen ihre Nester aus feuchter, lehmhaltiger Erde bevorzugt in Viehställe. Allerdings hat die Zahl der Bauernhöfe in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Auch modernisierte, fensterlos belüftete Ställe ohne Einfluglöcher nehmen den Schwalben Lebensraum.


Schutz und Hilfe für den Igel

Die beste Hilfe für den Igel sind der Erhalt und die Verbesserung seiner Lebensräume!

Ursprünglich lebt der Igel in landschaftlich abwechslungsreichen Gebieten, die auf engem Raum vielfältige Nahrung und Unterschlupf bieten: Hecken, Feldgehölze, Waldränder, Brachflächen und lichte Mischwälder. Durch die Intensivierung der Landnutzung, die Rodung von Hecken und die Umwandlung der Wälder in Forste wurden diese Lebensräume zunehmend zerstört und außerdem von Straßen durchschnitten. Deshalb wird der Igel immer mehr in Parks und Gärten der Siedlungen verdrängt.

Gestalten Sie daher ihren Graten naturnah, mit einheimischen Gehölzen, Stauden und Wildpflanzen, diese bieten dem Igel Versteck und Nahrung. Lassen Sie Laub, Gestrüpp, abgetrennte Äste und Zweige in einer Gartenecke liegen. Weitere Tages- und Winternester können beispielsweise durch Hohlräume in Holzstößen und unter Gartenhäuschen geschaffen werden. Auch über einen Komposthaufen mit organischen Abfällen freut sich der Igel. Da Igel nachts auf der Nahrungssuche große Gebiete durchstreifen, sollten Gartenzäune durchlässig sein (Abstand des Zauns zum Boden 10 cm oder ein kleines Loch im Zaun).

Unterschlupf für Igel

Naturnahe Gärten ziehen Igel an, weil sie hier mit größerer Wahrscheinlichkeit sowohl vielfältige Nahrung als auch Unterschlupf finden. Ihre Nester, in denen sie den Tag bzw. den Winter verschlafen und ihren Nachwuchs großziehen, legen sie gerne unter Hecken und Laubhaufen an. Außerdem richten sie sich in und unter Schuppen, Bretter- oder Brennholzstapeln, in Reisig- oder Komposthäufen ein. Günstige Igelverstecke können Sie leicht in ruhigen Gartenecken schaffen. Die Stellen, die Sie aussuchen, sollten nur nicht in einer Mulde liegen, in der sich Regenwasser sammeln kann. Extra angelegte Bretterstapel oder Holzhäufen sollten so geschichtet werden, dass der Regen nicht ins Innere eindringt.

Da Igel sich gerne in Reisighäufen verstecken, sollte man diese auf keinen Fall abbrennen, ohne sie vorher an einen anderen Ort umgesetzt zu haben. Auch brütende Vögel können leicht Opfer der Flammen werden.

Auch beim Umsetzen von Komposthaufen ist Vorsicht geboten, da man bei zu energischem Arbeiten Igel mit dem Grabwerkzeug verletzen kann.

Bitte Igel im Landkreis Lindau melden

Da niemand genau weiß, wie viele Igel es zur Zeit in Bayern gib oder wo sie leben, begrüßt der BUND Naturschutz die Aktion „Igel in Bayern“ vom Landesbund für Vogelschutz und dem Bayerischen Rundfunk. Über ein Meldeformular und neuerdings auch mobil über eine App können dort Igel gemeldet werden. Die Daten helfen Forschern konkrete Schutzmaßnahmen für die unter Artenschutz stehenden Tiere zu entwickeln.

  http://igel-in-bayern.br.de/igel-app-android-ios/


Saurier im Kleinformat – Unsere Eidechsen

Eidechsen sind, genau wie die ausgestorbenen Großechsen der Vergangenheit, ausgesprochen wärmeliebende Tiere. Nur zwei Arten sind auch in unseren kühlen Breiten zu finden, die Zauneidechse und die Waldeidechse. Sie kriechen in den späten Morgenstunden auf einen Stein oder eine Mauer und tanken dort Sonnenstrahlen, um ihren Kreislauf anzukurbeln. Diese Sonnenbäder wiederholen sich mehrmals täglich, sodass die Eidechsen auf der Jagd nach Fliegen, Heuschrecken und anderen Insekten flink bleiben und ihre Körperfunktionen aufrechterhalten.

Zur Paarungszeit im Frühjahr sind die männlichen Zauneidechsenleuchtend grün gefleckt, während die Weibchen bräunlich gefärbt bleiben. Im Juni legen sie ihre Eier in Höhlen ab, die sie feuchte Erde oder Sand graben. Bei Sonnenschein schlüpfen die Jungen schon nach zwei Wochen. Bei Waldeidechsen entwickeln sich die Eier im Körper des Weibchens, bevor die kleinen Eidechsen in ihren Eihäuten geboren werden.

Zauneidechsen kommen an sandigen Bahndämmen, Straßenböschungen, in Weinbergen oder Lesesteinhaufen vor, Waldeidechsen fühlen sich an feuchten Stellen in Wäldern, Parks und großen Gärten wohl. Die Zerstörung solcher Lebensräume, wie die Aufforstung und Bebauung von offenen Flächen oder das Trockenlegen von Feuchtwiesen und Mooren, ist verantwortlich für den Rückgang der Eidechsenbestände. Darum sind diese und ähnliche Biotope besonders schützenswert.

Mit einer künstlich aufgebauten Trockenmauer können geeignete Lebensbedingungen für Zauneidechsen geschaffen werden. Auf sandige, krümelige Erde werden Natursteine und Platten so aufgeschichtet, dass gute Unterschlupfmöglichkeit besteht. Durch Zurücksetzung  der Platten entstehen Terrassen, die die Eidechsen zum Sonnenbad einladen. Auf die maximal 40 cm hohe Trockenmauer wird abschließen in dünner Schicht Sand oder Erde geschüttet, mit einigen Zweigen, altem Holz und Laub. Im richtigen Lebensraum für Eidechsen aufgebaut, wird die Mauer mit Sicherheit bald von ihnen bewohnt werden.


Stromsparen

Strom einzusparen und durch schadstoffärmere Energieträger zu ersetzen, ist erklärtes Ziel im Sinne des Naturschutzes. Etliche Stadtwerke bemühen sich schon seit Jahren, auf eine umweltfreundliche Stromversorgung umzusteigen. Die regionalen und Großverbundunternehmen aber bleiben ihrer alten Philosophie der verbraucherfernen, energieverschwendenden Großkraftwerke treu.

Der BUND Naturschutz wendet sich an die Bürgerinnen und Bürger und weist darauf hin, dass auch diese umweltschädlichen Großkraftwerke abzuschalten sind und zwar Schritt für Schritt an den Schaltern und Steckdosen der Haushalte. Die Gegenüberstellung des aktuellen Haushaltsgeräteparks mit dem neuesten Stand der Technik zeigt, dass 60 % der Energie und über 70 % des Stromverbrauchs ohne Komfortverlust einsparbar sind.

Die schnellsten und größten Erfolge beim Stromsparen erzielt, wer elektrische Warmwasserboiler durch den Anschluss von Gas- oder Ölheizung ersetzt. Am umweltfreundlichsten ist natürlich eine Solaranlage. Auch der Anschluss von Spül- und Waschmaschinen an externe Warmwasserzufuhr bringt große Stromersparnis.

Großgeräte wie Kühlschrank, Gefriertruhe, Wasch- und Spülmaschine kann man derzeit in sehr unterschiedlicher Qualität und Größe kaufen: Gleiche Ausmaße aber dreimal größerer Stromverbrauch sind keine Seltenheit. Der BUND Naturschutz fordert die Verbraucher auf, sich vor dem Gerätekauf genau zu informieren. Etwaige Mehrkosten amortisieren sich bei den hohen Strompreisen in wenigen Jahren.

Fernseher, Radio, Satellitenschüssel, Bewegungsmelder, Faxgerät und viele andere Geräte brauchen auch Strom, wenn sie „abgeschaltet“, aber noch in Bereitschaft sind. Der „Standby“ solcher Geräte kann pro Haushalt und Jahr 400 kWh verbrauchen, soviel wie 4 moderne Kühlschränke. Unser Tip: Fernseher nicht mit der Fernbedienung, sonder am Aus-Knopf ausschalten. Bei anderen Geräten Stecker ziehen!

Bundesweit verbrauchen die nicht richtig ausgeschalteten Haushaltsgeräte mehr Strom als die Deutsche Bahn AG.