Springkraut, Altlasten und eine Lagerstätte im Hagspielmoor

Landratsamt Lindau (Bodensee)
Untere Naturschutzbehörde
Bregenzer Str. 33

88131 Lindau (Bodensee)

Lindau, den 29. 6. 2014

Rund um das Hagspielmoor, Gemeinde Markt Scheidegg

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern nahmen wir einen Arbeitseinsatz am Rande des Hagspielmoores vor. Wir berichten Ihnen hierüber und über unsere Beobachtungen.

1. Springkrautrupfaktion:
Wir haben Ihnen zwar vor einiger Zeit berichtet, dass wir uns aus logistischen Gründen nicht mehr in der Lage sehen, den Gesamtkomplex des Hagspielmoores, bestehend aus den Flächen des Landratsamtes Lindau und des Landwirts Briegel, zu betreuen und zu pflegen. Das übersteigt unsere Kräfte. Gleichwohl wollen wir das Juwel Hagspielmoor nicht aus dem Auge verlieren. So haben wir gestern am Rande des Hagspielmoores östlich und nördlich mit 7 Personen eine Springkrautrupffaktion durchgeführt. Wir wollen ja verhindern, dass diese Pflanze in den renaturierten Moorkörper eindringt und die dortigen Pflanzengesellschaften verdrängt oder beeinträchtigt. Da wir schon im dritten Jahr nacheinander diese Aktion unternehmen, zeigte sich auf erfreuliche Weise eine deutliche Verringerung. Es ist jedoch noch ein weiterer Einsatz erforderlich. Der Markt Scheidegg hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, das Grüngut abzufahren und zu entsorgen.

2. Vollzug der Baugesetze – widerrechtliche Lagerstätte am Südrand des Hagspielmoores (Ihr Aktenzeichen: 31 – 062400806/10)
Wir haben gestern nach Abschluss unserer Arbeiten die Gelegenheit genutzt, um nachzusehen, was aus dem illegalen Lagerplatz Briegel geworden ist. Hierzu dürfen wir auf unsere Anzeige vom 29. 7. 2013 sowie auf Ihre Briefe vom 10. 12. 2013 und 24. 1. 2014 verweisen. Sie hatten auf Antrag des Verursachers ja verfügt, dass der Lagerplatz bis 30. 6. 2014 geräumt sein muss. Das war bis gestern nicht der Fall. Das Gegenteil ist zutreffend. Unsere Feststellungen: Die mächtige Abkippstraße in das Moor hinein ist weiterhin da. Es sind keine Anzeichen eines Rückbaus erkennbar. Am Ende der Abkippstraße sind jedoch keine Materialien abgelagert. Der Untergrund ist ausgekiest und kann wohl jederzeit wieder mit Erden und Kies befüllt werden. Im vorderen Bereich jedoch, hin zur Gemeindeverbindungsstraße hinüber nach Lindenau, sind große Mengen von Kies, Sand und sogar Asphaltaufbruch aufgeschüttet – 5 m hohe Aufschüttberge, zum Teil frisch angelegt. Bedenklich stimmt hier vor allen Dingen der abgeladene Asphaltaufbruch. Es dürfte sich um etliche Lkw-Ladungen handeln. Das Material liegt ungeschützt und ungesichert zwischen Waldrand und Straße. Derartiges hatten wir bisher noch nie beobachtet und auch im letzten Jahr nicht beanstandet. Das nunmehr Festgestellte dürfte eine neue Dimension erreichen, da umweltgefährdende Stoffe ungehindert aus dem Asphaltberg austreten und in die Umwelt gelangen. Das Landratsamt wird höflich gebeten, die Angelegenheit sogleich zu prüfen und die notwendigen Schritte einzuleiten.

Die Grundsatzfrage aber bleibt: Nachdem aus unserer Sicht keine Anzeichen erkennbar sind, die illegale Lagerstätte bis 30. 6. 2014 aufzulösen, wird das Landratsamt weiter gebeten, eine generelle Entscheidung zu treffen.

3. Altlasten am Nordrand des Hagspielmoores:
Wir wissen nicht, ob das Gesehene im Altlastenkataster des Landratsamtes Lindau (Bodensee) bereits erfasst ist. Bei unseren gestrigen Arbeiten, Springkraut zu entfernen, stießen wir auch auf eine alte Mülldeponie. Zum großen Teil ist der Bereich stark von Moosen und Gestrüpp überdeckt und lässt nicht genau erahnen, wie groß diese Deponie tatsächlich ist. Es lagen jedoch an der Oberfläche noch reichlich Flaschen, Glasscherben, Metalle aller Art wie Kanister, Stacheldraht, Dosen an der Oberfläche. Wir sammelten, soweit wir uns der Zutritt möglich war, den Müll auf, legten ihn an den Rand des Weges neben dem Grüngut. Der Markt Scheidegg wird gebeten, neben dem Grünabfall auch den Müll abzutransportieren. Wir geben Ihnen davon Kenntnis und bitten Sie, falls noch nicht bekannt, den Ort in das Altlastenkataster aufzunehmen.

Fundort: Geländekante zwischen Wald und Wirtschaftweg am nordöstlichen Rand des Hagspielmoores. Der Wirtschaftsweg führt vom Gasthof „Hirschen“, Hagspiel, westlich hinab ins Hagspielmoor. Dann im Dreieckbereich eines weiteren Wirtschaftsweges, der von diesem nordöstlichen Ende des Hagspielmoores nach Süden führt.

Wir bitten höflich um Ihre Kenntnisnahme und um entsprechendes Handeln. Bitte geben Sie uns über Ihre Feststellungen und Folgerungen Bescheid. Dafür vielen Dank.

Der Markt Scheidegg erhält einen Abdruck dieses Briefes.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Naturschutzhäusle

Erich Jörg
Kreisvorsitzender


Faulbaumentbuschung

In der zweiten Novemberwoche fand im Hagspielmoor eine Entbuschungsaktion des BUND Naturschutz statt. Mit einer Gruppe freiwilliger Helfer wurden auf großen Flächen die Äste und Zweige von Faulbaumbüschen eingesammelt, die in den letzten Tagen abgemäht worden waren. Auch dieses mal gab es für die Arbeitenden eine leckere Brotzeit.

Durch das Mähen wird die Vermehrung des Faulbaums im Kern des Moors verhindert, sodass das Gelände nicht wieder Verbuscht. All das geschieht im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen, die im Hagspielmoor in den letzten Jahren stattgefunden haben.

In gleicher Sache sind vor kurzem die Kinder der Müpfegruppe aktiv geworden. Den zugehörigen Bericht finden Sie unter „Jugend und Kinder – Müpfe“.


Springkrautrupfaktion im Hagspielmoor

Am Montag den 29. Juli 2013, fand eine Springkrautrupfaktion im Hagspielmoor statt. Kreisvorsitzender Erich Jörg, Geschäftsführerin Isolde Miller, Stellvertreter Jörgen Brauer, Bundesfreiwilliger Gabriel McArtney, der zukünftige Bundesfreiwillige Till Reichart, und Tesfu haben die Arbeit von der Aktion am Samstag den 20. Juli fertiggestellt. Nun sind die Gräben und Randbereiche wieder Springkrautfrei und die Pflanzen können sich nicht mehr ausbreiten.


 

Einsatz für das Hagspielmoor in Scheidegg-Scheffau

Warum Moorrenaturierung so wichtig ist

Moorschutz ist derzeit ein großes Thema im Naturschutz. Die Naturschutzbehörden bei Regierung und Landratsämtern im Allgäu haben hier mit der Gründung der Allgäuer Moorallianz einen Schwerpunkt gesetzt. Auch in der Regionalentwicklung werden Projekte zum Moorschutz vorangetrieben.

Moore gehören zu den stark gefährdeten Lebensräumen. Durch Torfstiche in der Vergangenheit und die damit verbundenen Entwässerungen, aber auch durch Nährstoffeinträge aus der Umgebung verändern sich die Hochmoore. Sie degenerieren durch Austrocknung und Eutrophierung. Das Artenspektrum verschiebt sich, moortypische Tiere und Pflanzen finden kaum Ersatzlebensräume und sind vom Rückgang oder Aussterben bedroht. Neben den Behörden werden auch Verbände wie der Bund Naturschutz aktiv und tragen Projekte, die dem Moorschutz dienen, wie die Schaffung zweier Gebietsbetreuerstellen für die Allgäuer Moore und nicht zuletzt Umsetzungsprojekte im gesamten Allgäu. Eines davon ist die Renaturierung des Hagspielmoores in Scheidegg-Scheffau.

Dieses Moor umfasst mit den vorgelagerten Streuwiesen etwa 43 ha Fläche, der Hochmoorkernbereich hat eine Größe von 22 ha. Das Hagspielmoor ist Landschaftsschutzgebiet und wird im Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) Band Lindau als überregional bedeutsam eingestuft. Als Leitarten sind der Hochmoorgelbling (Colias palaeno), der Hochmoor-Perlmuttfalter und die Hochmoor- Mosaikjungfer (Aeshna subarctica) sowie das Rundblättrige Wintergrün (Pyrola rotundifolia) und die Sumpf-Blumenbinse (Scheuchzeria palustris) im ABSP genannt.

Etwa die Hälfte des Hochmoorkerns befindet sich im Eigentum des Landkreises Lindau, der Rest ist in Privateigentum. Beide Eigentümer befürworten die Renaturierungsmaßnahmen ausdrücklich.

Der Hochmoorkern ist durchzogen von Entwässerungsgräben. Durch diese Gräben wird das Hochmoor noch immer stetig entwässert, was zur weiteren Degeneration führt. Nur durch gezielte Maßnahmen – langfristig auf der gesamten Fläche – ist dieser Prozess zu stoppen, bzw. das Moor wieder zu regenerieren. Die Kreisgruppe Lindau des Bundes Naturschutz hat sich bereiterklärt, dafür die Trägerschaft zu übernehmen. Hierbei werden in mehreren Schritten umfangreiche Entbuschungen und Grabenschließungen durchgeführt.

Die Maßnahmen zum Moorschutz haben vielschichtige Wirkungen.

Artenschutz

Die meisten moortypischen Arten aus dem Tier- und Pflanzenreich sind durch Degeneration dieser Lebensräume gefährdet.

Durch die Entbuschungen und Grabenschließungen können sich diese Bereiche wieder regenerieren.

Durch die Entnahme von Gehölzen wird die Verschattung des Moorkernes beendet, sowie die erhöhte Verdunstung durch die Bäume und Sträucher reduziert. So kann sich die für diesen Bereich typische kleinklimatische Situation wieder einstellen. Gleichzeitig werden die hochmoortypischen Pflanzengesellschaften mit beispielsweise Torfmoosen, Schwingrasen, Wollgräsern und Vaccinium-Arten gefördert.

Besonderes Augenmerk soll bei den Renaturierungsmaßnahmen im Hagspielmoor auf die laut der „Roten Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten" als „Stark gefährdet" eingestuften Arten gerichtet werden, wie z. B Hochmoorgelbling / Colias palustries, Hochmoor- Perlmuttfalter / Boloria aquilonaris, Hochmoor-Mosaikjungfer / Aeshna subarctica und Kreuzotter / Vipera berus. Hierzu müssen Pflege- und Anstaumaßnahmen besonders sorgfältig auf diese Arten abgestimmt werden, was auch bedeutet, die Planung und den Ablauf an den Lebensrhythmus dieser Arten anzupassen:

Kreuzotter
Hochmoorgelbling
Hochmoor-Mosaikjungfer

Hochwasserschutz, Gewässerschutz

Die Funktion der Moore als Retentionsräume sind nicht zu unterschätzen. Moore können Wasser aufnehmen, wie ein Schwamm. Mit ihrem hohen Speichervolumen dienen sie der natürlichen Wasserrückhaltung und damit dem vorbeugenden Hochwasserschutz. So sind intakte Moore dank ihrer Wasserhaltekraft ein ausgleichender Faktor bei Starkregenereignissen, wie sie im Zuge des Klimawandels immer häufiger zu werden drohen. Der Scheitelabfluss eines regenerierten oder intakten Hochmoores ist nur etwa 1/5 dessen einer kultivierten Fläche. Auch die Abflussspitzen eines Waldes sind deutlich höher, als die von Mooren. Das Wasser wird noch lange in der Moorfläche zurückgehalten und fließt langsam ab. Außerdem haben Moore eine nicht zu unterschätzende Filterfunktion und binden z.B. Schwefel oder Phospate in unlöslichen Verbindungen.

Klimaschutz

Durch die Bindung von großen Mengen an Biomasse tragen sie entscheidend zur CO2-Bindung und damit zu einer Abschwächung der Klimaerwärmung bei. Werden Moorgebiete geschützt bzw. renaturiert und in diesen Funktionen gestärkt, ist ihr Beitrag zum Klimaschutz nicht zu unterschätzen. Wenn man bedenkt, dass alle Moore der Erde mit 550 Mrd. Tonnen ca. 70 % des atmosphärischen Kohlenstoffs enthalten und dabei nur 3 % der Erdoberfläche ausmachen, kann man diese Dimension begreifen. Ein Hektar Moor kann bis 1500 kg. CO2 pro Jahr speichern. Es gibt Untersuchungen, die besagen, würde man alle Moore Bayerns renaturieren, wären bereits 3 % des Klimaschutzzieles erreicht.

Wie wichtig der Moorschutz ist, um zu verhindern dass unsere Moore völlig degenerieren, zeigt auch folgendes Beispiel: So kann in entwässerten Mooren durch Lufteintritt die Mineralisation (die auch CO2 freisetzt) stattfinden und der Torfschwund pro Jahr 3 cm betragen. Im Gegensatz dazu wächst ein naturnahes Moor gerade mal 1 – 2 mm pro Jahr.

Moore - Perlen der Landschaft erhalten

Nur durch gezielten Moorschutz und Renaturierungsmaßnahmen können die einzigartigen Moor-Lebensräume weiterhin zur biologischen und naturräumlichen Vielfalt unserer Landschaft beitragen und ihre Schutzfunktionen im Hinblick auf den Klimawandel aufrecht erhalten werden.

Das Projekt Renaturierung Hagspielmoor wird vom BN in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Lindau, der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben als Förderstelle und in Kooperation mit der „Allgäuer Moorallianz" erarbeitet und umgesetzt.

Die Umsetzung

Die Hochmoor-Mosaikjungfer besiedelt in Südbayern ausschließlich torfmoosreiche Hoch- und Übergangsmoore sowie Torfstiche, und hier wiederum meist die Verlandungszonen der Tümpel und Schlenken. Deshalb muss der Erhalt, bzw. die Bildung von Schlenken und Wasserflächen mit Torfmoosen und Schwingrasen für diese Libellenart in der Ausführung eine bevorzugte Rolle spielen. Außerdem brauchen alle Libellenarten freie Anflugmöglichkeiten, was durch Gehölzentfernungen / Entbuschungen erreicht wird.Die Raupen des Hochmoorgelblings leben an Heidelbeer- und Rauschbeer-Zwergsträuchern, die Falter brauchen als Nahrungspflanzen die Streuwiesen im Umfeld des Moores. Deshalb soll bei den Pflegemaßnahmen die Schaffung von Flugschneisen zum Streuwiesengürtel beachtet werden, damit die Korrespondenz zwischen dem Falter-Nahrungsgebiet und den Pflanzen im Hochmoorkern zur Eiablage gesichert ist. Außerdem werden die Raupen-Fraßpflanzen durch die Entbuschungen gefördert.Der Winterschlaf und das Verhalten der trächtigen Weibchen der Kreuzotter sind Parameter, die in den Pflegeabläufen beachtet werden müssen: Während der Winterruhe werden keine Anstaumaßnahmen durchgeführt, damit die in der Winterstarre befindlichen Tiere nicht ertrinken. Es werden weiterhin Gehölzinseln als Versteckplätze erhalten.

Bei der Moorrenaturierung soll das Moorwachstum durch Einstau wieder angeregt werden. Wichtig ist dabei, den Abfluss in wasserführenden Gräben durch Stauwerke zu stoppen. Dazu muss bis auf die Grabensohle aufgegraben und das Querbauwerk stabil eingebracht werden. Im Hagspielmoor kommen Dielen aus heimischer Weißtanne zum Einsatz, die mit senkrechten Pfählen gesichert werden. Der Abstand zwischen den Stauwerken richtet sich nach dem Gefälle des Geländes.

Bei den Grabenschließungen kommen im anfahrbaren Moorrandbereich auch Maschinen zum Einsatz. Im Hochmoorkernbereich ist dies jedoch größtenteils nicht möglich. Hier besteht eine Zusammenarbeit mit dem Bergwaldprojekt e.V., das mit ehrenamtlichen Helfern Grabenschließungen und Entbuschungen von Hand vornimmt. Dadurch wird sowohl die Vegetation im Moor geschont, als auch die Gefahr gebannt, dass Maschinen im Moor versinken. Das Bergwaldprojekt kann langjährige Erfahrungen im Moorschutz vorweisen und ist so der ideale Partner für den BN. Diese Art der Grabenverbaus ist zwar sehr arbeitsintensiv und schweißtreibend, aber die schonendste Methode für die empfindliche Moorvegetation.

Forschungen haben ergeben dass ein Einstau bis ca. 10 cm unter der Vegetations-oberkante für das Moorwachstum und den Klimaschutzeffekt am günstigsten ist. Bei zu großem Überstau können wieder Kohlenstoffen freigesetzt werden. Im Bereich größerer und tiefer Torfstiche lässt sich die Bildung von Wasserflächen allerdings nicht vermeiden. Dort sind dann auch die positiven Aspekte für den Artenschutz – vor allem für die Libellenarten – durchaus hervorzuheben. In solchen Bereichen ist es dann allerdings sinnvoll, Astmaterial zum „Andocken" für Tormoose im Wasser zu belassen. Dies fördert die Schwingrasenbildung und die offene Wasserfläche schließt sich schneller.

Außerdem wird im Rahmen der Maßnahmen der Anteil an Gehölzen im Hochmoorkern verringert. Standortfremde Bäume, wie z. B. die Waldkiefer werden entfernt.

Die Arbeiten im Hagspielmoor laufen seit Winter 2007/2008. Dabei wurden zuerst im östlichen Randbereich große Bäume entnommen und bis in den Hochmoorkern entbuscht. Nächste Maßnahmen waren im Frühsommer 2008 Grabenschließungen in diesem Bereich mit insgesamt 25 Stauwerken und zwar sowohl mit Handarbeit als auch mit Baggereinsatz.

Im Januar 2009 wurde der nördliche Bereich, der abgetorft und bereits sehr dicht mit Waldkiefer bewachsen war, in Zusammenarbeit mit Landwirten des Maschinerings Lindau e.V. entwaldet und das Schnittgut mit freiwilligen Helfern aus der Fläche entfernt, soweit dies maschinell nicht möglich war.

Im Frühsommer werden nun die durch diese Maßnahme freigelegten Gräben wieder von Freiwilligen des Vereines Bergwaldprojekt e.V. in Handarbeit angestaut, da in dieser Fläche Maschineneinsatz wegen absehbarer Schäden nicht möglich ist. Im Randbereich kommt anschließend wieder der Bagger zum Einsatz um den Ausfluss aus dem Moor zu stoppen. Insgesamt ist 2009 der Bau von 34 Stauwerken vorgesehen.

In weiteren Schritten sollen in den nächsten Jahren die Bereiche anderer Grabensysteme entbuscht und wiedervernässt werden. Ziel ist es, das gesamte Hagspielmoor in den Zustand der Regeneration zu versetzen. Der BN plant, die Maßnahmen im Jahr 2012 abzuschließen.

Begleitend und zur Erfolgskontrolle werden auf den wiedervernässten Flächen Pegel installiert, mit denen Wasserstandsveränderungen registriert und dokumentiert werden können. Außerdem will der BN durch regelmäßige botanische Kartierungen Veränderungen in der Pflanzenwelt aufzeichnen.

Isolde Miller, Gebietsbetreuerin und Geschäftsstelleleiterin der Kreisgruppe Lindau



Renaturierungsmaßnahmen im Hagspielmoor am 31.01.2009

Es gab viel zu tun...
Alle halfen zusammen...
... und schafften Unmengen an Holz aus dem Moor
... aber Zeit für ein bisschen Spaß gab es alleweil...

HUS-Sammler der Realschule Lindenberg im Hagspielmoor

Die Sammlerinnen und Sammler der Realschule Lindenberg überzeugten sich im Hagspielmoor davon, dass der BN das gesammelte Geld auch sinnvoll einsetzt. Unter Leitung der Gebietsbetreuerin Isolde Miller erfuhren sie von den bereits durchgeführten Maßnahmen dort und wurden noch auf ein Getränk eingeladen.

Die Exkursion war ein Dankeschön der Kreisgruppe an die Schüler, die dieses Jahr wieder das beste Schulsammelergebnis im Landkreis Lindau erzielt haben mit einem hervorragenden Ergebnis von über 2.400,00 Euro.

Nochmals vielen, vielen Dank!


Fortschritte sind nach kurzer Zeit schon zu erkennen

Ein Foto von der Anstauwirkung der letzten Wehre nach einer Woche. Es wurden dort  auf einen Sitz sechs Libellenarten gezählt. Anders als bei den Wehren des Bergwaldprojektes bekommen wir hier richtige Wasserflächen, da wir ehemalige Torfstiche duch Anstau mit Wasser füllen.


Die Renaturierung des Hagspielmoores

Moorlandschaft im Hagspiel
Sonnentau