Birkenried

Der Biotoplehrpfad Birkenried in Wasserburg ist immer einen Ausflug wert.


Interreg-Treffen im Birkenried

Partner des Interreg-Projekts „Kleingewässer für die Bodenseeregion“ setzen sich für Umweltbildung ein. Laubfrosch, Libelle oder Tellerschnecke: Heimische Amphibien und Insekten brauchen Teiche, Tümpel, Weiher oder Kleinseen zum Leben. Das Problem dabei ist, aufgrund von Straßenbau und Landwirtschaft gibt es immer weniger davon. Um Biotope zu erhalten, haben sich zehn Organisationen für das Projekt „Kleingewässer für die Bodenseeregion“ zusammengefunden. Sie wollen aber noch mehr: Sie wollen, dass sich die Bodenseebewohner wieder mehr für den Artenschutz begeistern.

„Ein wichtiger Teil des Projekts ist die Umweltbildung“, sagt Claudia Grießer, Geschäftsstellenleiterin vom BUND Naturschutz in Lindau. Bei dem Projekt wollen die Beteiligten das Bewusstsein der Menschen über die Bedeutung der Biotope für die Artenvielfalt zurückholen. Um ihren Projektpartnern dafür ein Instrument zur Verfügung zu stellen, hat sie mit Bianca Burtscher vom Naturschutzbund Vorarlberg und Agnes Steininger vom Rheindeltaverein eine Rallye kreiert. Die Unterlagen für die Rallye stehen auf der Webseite des Projekts zum Download bereit. „ Unsere Partner sollen aber nicht nur theoretisches Wissen vermitteln“, sagt Grießer. Deshalb dürfen die  Projektbeteiligten die Rallye im Birkenried in Wasserburg testen und die Stationen genauer unter die Lupe nehmen. Ziel ist, dass jeder von ihnen selbständig an Biotopen in der Region die Rallye mit Kindern und Erwachsenen durchführen kann.

Für die Naturschützer stehen verschiedene Stationen bereit, bei denen sie entweder kreativ sein, sich Wissen aneignen, beobachten oder experimentieren können. An der Beobachtungsstation „Keschern von Tieren“ können sie zum Beispiel die Wasserbewohner aus den Kleingewässern herausholen, sie in einer Becherlupe beobachten und dann ihre Art bestimmen. „So etwas machen Kinder sehr gerne“, sagt Antje Boll, vom BUND Konstanz. Sie hat an der Station schon eine Tellerschnecke und Molchquappe gefunden. Die Gewässerrallye wird sie in Konstanz mit ihren beiden Kindergruppen ausprobieren. „Wir setzen dann die Stationen um, die bei uns möglich sind“, sagt sie. Deshalb sollten sie entweder mit ihren Eltern in die Natur gehen oder mit Naturschutzverbänden. Die Kinder würden das Angebot sehr schätzen. „ Sie haben ein natürliches Naturverständnis und sind gerne im Wald“, sagt Boll.

Eine Sanierung ist zwingend notwendig

Den Biolehrpfad im Birkenried, auf dem die Gewässerrallye stattfand, würde der Lindauer BUND Naturschutz gerne mit Hilfe der Gemeinde Wasserburg artgerecht sanieren, denn im Moment sei es schwer, dort Umweltbildung zu betreiben. „Das ganze Birkenried ist total zugewachsen“, sagt Grießer. Damit sich die Artenvielfalt im Birkenried wieder steigere, sei eine Sanierung zwingend notwendig. Den Laubforsch gebe es im Birkenried gar nicht mehr, weil die Bäume nicht mehr ausreichend Sonnenlicht reinließen. Für die Sanierung hat der Lindauer BUND Naturschutz dem Gemeinderat Wasserburg in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Konzept zur Reaktivierung des Birkenrieds vorgelegt. Die Entscheidung stehe noch aus. „Wir würden uns wahnsinnig freuen, wenn die Gemeinde das Konzept umsetzen würde“, sagt Grießer. „ Wir haben ein Juwel, wenn wir es denn nutzen könnten.“

08.07.2017-Lindauer Zeitung