Kazuhiko Kobayashi aus Tokio, berichtet über die dramatischen Entwicklungen in der Region Fukushima

    Kazuhiko Kobayashi (68) aus Tokio, berichtet brandaktuell über die dramatischen Entwicklungen in der Region Fukushima, in Japan und den angrenzenden Gebieten und Staaten, seit dem Super-GAU im Atomkraftwerk (AKW) Fukushima Daiichi, am 11. März 2011. Welche Auswirkungen, vor allen, hat die Situation auf die Menschen und Gesellschaft?

    Nach einem schweren Seebeben 2011 zerstörte ein schwerer Tsunami die Notstrom- und Kühlanlagen im AKW Fukushima Daiichi. In gleich drei Reaktoren kam es zu Kernschmelzen, zum Super-GAU, dem schwerstmöglichen Unfall, der nach den Beschwörungsmantras der Atomkraftindustrie, wenn überhaupt, rechnerisch nur alle Hunderttausende Jahre geschehen dürfte. Der letzte Super-GAU geschah 1986 in Tschernobyl, gerademal vor  28 Jahren!

    Die Öffentlichkeit weiß kaum etwas darüber, was wirklich in und um die havarierten Atommeiler in Fukushima Daiichi passiert. Der verantwortliche Stromkonzern TEPCO, die Atomaufsicht, die Regierung und Behörden vertuschen und verheimlichen die wahren Gefahren. Sie setzen Grenzwerte nach Bedarf fest, fälschen Messergebnisse, verharmlosen die Risiken, belügen und betrügen die Bevölkerung, um die Ruhe im Staat und den Machterhalt der Eliten zu wahren. Die Opfer an Menschen und Natur scheinen nachgeordnet. Alles Geld fließt in technischen Maßnahmen zur Eindämmung der tödlichen Strahlung aus den Havarie-Reaktoren. Für die medizinische Behandlung und dauernde Versorgung der belasteten Menschen –der Kindern vor allem- bleibt wenig übrig.

    Kazuhiko Kobayashi, Germanist, hatte sich den Ruhestand in seiner alten Heimat Japan, nach 25 Jahren Berufstätigkeit in Deutschland, anders vorgestellt. Aus Sorge Verantwortung, geht er seit Jahr auf Vortragsreisen durch Deutschland und Europa, um über die Unbeherrschbarkeit von atomaren Katastrophen und die Unfähigkeiten und Unverantwortlichkeiten der Verantwortlichen im Umgang damit zu berichten. Und um das fehlende Geld zu sammeln, für Kinderkrankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.  

    „Wir erleben fassungslos, wie unwiderruflich unser unersetzbares, kostbares Meer skrupellos für eine halbe Ewigkeit vergiftet und unsere Atemluft verseucht wird. Der Wind trägt die strahlenden Partikel in die Wälder und Berge, wo sie Tiere und Pflanzen vergiften. Sie sickern in der Erde, verseuchen unser Grund- und Trinkwasser und unsere Nahrung, bis sie schließlich uns Menschen töten“, so Kazuhiko Kobayashi.