Der BN hat außerdem das Staatliche Bauamt Kempten und die Gemeinde Kressbron angeschrieben und um Stellungnahmen gebeten:

Staatliches Bauamt

Herrn Thomas Hanrieder, Dipl.-Ing.
Postfach 2380
87412 Kempten (Allgäu)

Lindau, den 8. 1. 13

Bundesverkehrswegeplan – geplanter vierspuriger Ausbau der B 31 von Nonnenhorn bis zur A 96

Sehr geehrter Herr Hanrieder,

die Lindauer Zeitung berichtete am 10. 12. 2012, dass der Freistaat Bayern plane, den vierspurigen Ausbau der B 31 im bayerischen Bodenseehinterland als Ziel in den Bundesverkehrswegeplan aufnehmen zu lassen. Uns haben diese Pläne doch ziemlich erschüttert, weil dies beträchtliche Folgen für Natur und Landschaft zur Folge hätte (FFH-Gebiete Unterreitnauer Moos und Achtal, Diepoldsberg, Schönbühl).

Auf unsere Nachfrage erklärte der verkehrspolitische Sprecher der CSU im bayerischen Landtag, Herr MdL Eberhard Rotter, dass ihm von ähnlichen Überlegungen auf baden-württembergischer Seite nichts bekannt sei. Es ergäbe wohl keinen verkehrsfachlichen Sinn, den Ausbau nur auf bayerischer Seite bewerkstelligen zu wollen.

Ich bitte deshalb höflich um Auskunft, ob Sie dies bestätigen können. Sind von Ihrer Seite hierzu Initiativen angedacht? Welche und bei welcher Institution (Land, Kreis, Städte und Kommunen)? Oder ist es das ausschließlich Sache Baden-Württembergs, ohne dass Bayern Einfluss nimmt oder eine Abstimmung herbeiführt?

Ich bitte höflich hierzu um Ihre Aufklärung. Dafür danke ich Ihnen bestens.

Unabhängig von den oben gestellten Fragen, darf ich zu einem weiteren Punkt um Erläuterung bitten. Die Unfallzahlen auf dem bayerischen B 31-Abschnitt sind sehr auffällig. Aus welchen Gründen hat Ihr Haus bislang keine entschärfenden Maßnahmen wie ein Überholverbot und/oder eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingerichtet? Ließe sich damit nicht wirkungsvoll dem Rasertum begegnen und die Unfallzahlen verringern?

Auch hierüber bitte ich Sie herzlich um eine zeitnahe Auskunft. Schönen Dank.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Naturschutzhäusle

Erich Jörg, Kreisvorsitzender

 

Gemeinde Kressbronn (Bodensee)

Herrn Edwin Weiß, 1. Bürgermeister
88079 Kressbronn (Bodensee)

Lindau, den 8. 1. 2013

B 31 neu – geplanter vierspuriger Ausbau auf bayerischer Seite – Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Weiß,
sicherlich haben Sie durch den Pressebericht in der Lindauer Zeitung vom 10. 12. 12 „Freistaat schlägt Ausbau der B 31 vor“ Kenntnis von den neuen Plänen auf bayerischer Seite. Nach diesem Bericht soll von der Landesgrenze bei Nonnenhorn bis zur Anschlussstelle A 96 die B 31 auf vier Spuren ausgebaut werden. Diese Absicht soll Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan finden. Der Lindauer Landrat, die Gemeinden Bodolz, Wasserburg und die Stadt Lindau haben diese Überlegungen mehrheitlich gutgeheißen.

Ich hatte gestern ein Treffen mit Herrn MdL Eberhard Rotter (CSU), verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Landtag in München. Auf meine Frage, was denn auf baden-württembergischer Seite geschehe, ob hier die gleichen Überlegungen bestünden, erwiderte er, davon wisse er nichts.

Nur wenigen Menschen wäre wohl einsichtig, wenn der Ausbau nur auf bayerischer Seite stattfände und ab Nonnenhorn in Richtung Baden-Württemberg der Verkehr wieder auf 2 Spuren verliefe.

Nachdem sich die bayerische Seite offenbar unabgesprochen mit Baden-Württemberg mit Ausbauplänen beschäftigt, wollen wir gerne Klarheit.

Sie sind mit der Thematik um die B 31 und ihre Abfahrten bestens im Bilde. Ich möchte gerne von Ihnen wissen, ob auf baden-württembergischer Seite ähnliche Absichten bestehen wie in Bayern. Gibt es hierzu bereits Initiativen, den Ausbau der B 31 im Bundesverkehrswegeplan festzuschreiben? Welchen Streckenabschnitt würde das umfassen? Wer fordert das, Stadt, Kommune, Kreis oder gar das Land? Wie steht Ihre Gemeinde dazu? Oder bestehen dazu überhaupt keine Absichten?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich umfassend aufklären. Dafür danke ich Ihnen bestens. Auf Ihre Antwort warte ich mit großem Interesse.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Naturschutzhäusle

Erich Jörg, Kreisvorsitzender