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Jakobskreuzkraut

Über die Pflanze:

  • Familie: Korbblüter
  • Größe: 30 - 120 cm
  • Hauptblütezeit: Juni - September
  • Giftstoffe: Pyrolizidin – Alkaloide
  • Arten: 25 (Deutschland), ca. 1200 (Weltweit)
  • Namen: Jakobs - Greiskraut, Spinnenkraut, Krötenkraut, Zehrkraut

An dieser Pflanze ist alles Giftig. Auch im getrockneten Heu und in der Silage ist das Gift noch wirksam. Ab einem Alter von 6 – 7 Wochen duftet die Pflanze unangenehm, erst dann können die Tiere das Selektieren auf der Weide beginnen. Im getrockneten Zustand (Heu, Silage, Pellets, Strukturfutter u. a.) gehen die Warnstoffe verloren, die Tiere können die Pflanze nicht mehr von gutem Futter unterscheiden. Dies kann auch zu einer chronischen Vergiftung über die Winterfütterung führen.

Die Pflanzen bilden größtenteils erst im zweiten Jahr Blüten, weshalb sie oft zu spät erkannt werden. Große ausgewachsene Pflanzen können bis zu 150.000 Samen produzieren, die sich durch Wind Flug stark verbreiten. Diese sind bis zu 20 Jahre keimfähig.

Über das Gift

Pyrrolizidin – Alkaloide (PA) wird in der Leber in toxische Produkte verstoffwechselt, die sehr reaktionsfähig sind. Das heißt sie können eine Wechselwirkung mit der DNA eingehen und so eine irreversible Zellschädigung in der Leber hervorrufen.

Je nach Menge der aufgenommenen PA können akute Vergiftungssymptome auftreten (Tage oder Wochen) oder (häufiger) zu chronischen Langzeitintoxikationen führen, diese können sich erst nach Monaten oder Jahren zeigen.

PA ist außerdem:

  • Krebserregend
  • Genetisch (erbgutverändernd)
  • Teratogen (embryonenschädigend)
  • Lungen- und Nierenschädigend (bei hoher Dosis)
  • Schädigung des zentralen Nervensystems (ZNS), je nach Ausmaß der Leberzellschädigung

Nachgewiesen wurde PA bereits in Honig und Milch. Weltweit sind Fälle von epidemieartigen Vergiftungen auch durch Samen in Getreide bekannt.

Vorkommen und Bekämpfung

Vorkommen:

  • Deutschlands Grünland
  • Straßenränder
  • Böschungen
  • Bekämpfung muss durch Behörden, Privattierhalter und Landwirte gleichermaßen geschehen:
  •  Dicht verseuchte Flächen: Komplettsanierung (Umbruch und Neueinsaat)
  •  Regelmäßige Nachsaat
  •  Stickstoffdüngung
  •   Allgemeine Bodenpflege
  •  Kontrolle auf nachwachsende Pflanzen
  •  Vereinzelt auftretende Pflanzen: regelmäßiges ausstechen und entnehmen, mit Wurzel!
  •  Pflanzenmaterial muss verbrannt oder im Hausmüll entsorgt werden

Informationen entnommen aus einem Flyer des Arbeitskreises Kreuzkraut e.V., Vereinsregister Hildesheim VR 200391

Stand Januar 2012