Müllablagerungen

Durch den Hinweis einer Spaziergängerin erfuhr der BUND Naturschutz im August 2013 von einer Stelle am südlichen Waldrand westlich von Bettnau, an der Müll uns alte Gerätschaften abgelagert worden waren. Die daraufhin informierte Gemeinde Bodolz teilte mit der Grundstückseigentümer würde aufgefordert, die Ablagerungen zu entfernen. Da die Beseitigung nicht erfolgte, erstattete der BUND Naturschutz am 9.12.2013 Anzeige beim Landratsamt Lindau.

Im Januar 2014 gab wieder ein Spaziergänger über eine Müll-Lagerstätte bescheid. Sie liegt am nördlichen Rand des Bettnauer Waldes und besteht aus alten landwirtschaftlichen Geräten, Holz, Plastik und Metall.

 

Flächennutzungsplan der Gemeinde Bodolz – Gemeinderatsbeschluss zur Prüfung einer Bebauung der Mayerhalde in Enzisweiler

Gemeinde Bodolz
Frau Ursula Sauter, 1. Bürgermeisterin
Rathaus
88131 Bodolz

Lindau, den 10. 7. 2012

Flächennutzungsplan der Gemeinde Bodolz – Gemeinderatsbeschluss zur Prüfung einer Bebauung der Mayerhalde in Enzisweiler

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Sauter,

auf unser Telefonat vom 3. 7. 2012 sowie auf die vorausgegangenen Presseberichte in obiger Sache darf höflich Bezug genommen werden.

Der Bodolzer Gemeinderat hat vor kurzem mit Mehrheit auf Antrag eines Gemeinderats beschlossen, eine gutachterliche Prüfung vorzunehmen, um die Bebaubarkeit am südwestlichen Ortsausgang von Enzisweiler zu prüfen. Das ist legitim und demokratisch und ist von dieser Seite nicht zu kritisieren.

Gleichwohl darf die Frage aufgeworfen werden, ob die neuerliche Initiative notwendig gewesen wäre. Die Mayerhalde ist im derzeit gültigen Flächennutzungsplan der Gemeinde Bodolz als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Die Mayerhalde bildete bereits im Jahre 2004 beim Flächennutzungsplanentwurf Gegenstand von Diskussionen. Damals schon bestanden Absichten, das Gelände als Wohnbaugebiete (W 7) zu nutzen. Wichtige Träger öffentlicher Belange beurteilten jedoch das negativ.

Auch der BN schloss sich in seiner Stellungnahme dieser Beurteilung (siehe unser Schreiben vom 26. 11. 2004).

Wir zitieren, zusammengerafft, aus unserer damaligen Stellungnahme: „Die vorgesehene Bebauung auf einer Fläche von fast 2 Hektar zwischen der

B 31-alt und der Eisenbahnlinie Lindau-Friedrichshafen stellt den schwerwiegendsten Eingriff in die Bodolzer Bodenseelandschaft dar. Mit einer Bebauung würde die Gemeinde Bodolz eine Todsünde begehen. Hier würde die Gemeinde Bodolz von ihren ansonsten maßvollen Zielen abrücken, dörflich zu bleiben und mit dem Schutzgut Landschaft schonend umzugehen. Auch würde die Gemeinde Bodolz die Zielsetzungen des

Regionalplanes Allgäu, dem sie sich ausdrücklich verschrieben hat, untreu, wonach exponierte Lagen von einer Bebauung freigehalten werden sollen. Die Mayerhalde ist von höchster landschaftlicher Qualität. Es muss daher das erste Gebot sein, sie vor jeglicher Bebauung zu bewahren. Eine Bebauung würde den Zersiedelungseffekt deutlich ausprägen. Der BN lehnt aus den aufgezeigten Gründen mit Nachdruck eine Umwidmung in ein Baugebiet ab.“ Soweit in groben Zügen unser damaligen Äußerungen.

Wir bezogen uns dabei zusätzlich auf die Aussagen in den Planungsunterlagen zum seinerzeitigen Flächennutzungsplanentwurf. Wir zitieren (Seite 19): „Die Fläche liegt südexponiert in relativ steiler Hanglange, aus südlicher Richtung weiträumig einsehbar. Die Exponiertheit der Fläche stellt einen kaum zu überwindenden Faktor aus landschaftsplanerischer Sicht dar.“

Gerade diese Beurteilung des damaligen Planungsbüros wiegt umso schwerer, weil es nicht gerade im Ruf steht, beim Schutzgut Landschaft besonders strenge Maßstäbe anzusetzen.

Das alles hat dann seinerzeit zu der Entscheidung geführt, die Mayerhalde unangetastet zu lassen. Wir begrüßten den Beschluss ausdrücklich und mit Freude.

Die erst wenige Jahre alte Beurteilung hat natürlich bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Es gibt nach unserer Ansicht nicht die Spur einer Begründung, wonach sich die Sensibilität des Landschaftsteiles am westlichen Ortsausgang von Enzisweiler geschmälert hätte. Eine jetzt in Auftrag gegebene Begutachtung kann auch bei großzügigster Auslegung niemals die damalige Beurteilung aufweichen und umkehren. Das würde die Glaubwürdigkeit und Kompetenz der nunmehr beteiligten Behörden stark erschüttern.

Da jetzt offenbar nicht mehr eine Wohnbebauung, sondern die Ansiedlung von Gewerbe anvisiert wird, möchten wir den Blick der Gemeinde Bodolz auf das entstandene Gewerbegebiet am Nordausgang des Weißensberger Ortsteiles Rothkreuz lenken. Hier wurde auf hässliche Weise das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet. Will Bodolz dem nacheifern?

Wir rufen die Gemeinde Bodolz dringlich auf, die Mayerhalde zu schützen und den nachkommenden Generationen zu bewahren.

Bitte leiten Sie diesen Brief auch an Ihre Damen und Herren Gemeinderäte weiter, wofür wir danken.

Wir hoffen sehr, dass wir nicht vergeblich um den Schutz der Mayerhalde ansuchen.

Ein Abdruck ergeht an die Medien, an das Landratsamt Lindau, an die Regierung von Schwaben und an den Regionalen Planungsverband.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Naturschutzhäusle

Erich Jörg

Kreisvorsitzender