Bürgerentscheid am 23.07.2017

Liebe Mitglieder, liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lindau, 

wir bitten Sie alle, das Bürgerbegehren der Bürgerinitiative Eichwald zu unterstützen. Deshalb: JA zum Bürgerbegehren und NEIN zum Ratsbegehren!


Erich Jörg seit 30 Jahren Kreisvorsitzender

Zahlreiche BN-Mitglieder wurden für die langjährige Unterstützung der Kreisgruppe geehrt.
Überraschungsgast Richard Mergner überreichte Erich Jörg eine Urkunde zu seinem 30jährigen Jubiläum als Kreisvorsitzender.

Die Kreisgruppe Lindau des BUND Naturschutz hat auf ihrer Jahreshauptversammlung positives Resümee gezogen und verdiente Mitglieder geehrt. Besonders hervorgehoben wurde das 30jährige Jubiläum von Erich Jörg als Kreisvorsitzendem. Ein weiterer Höhepunkt war die Uraufführung eines Musikstückes, das dem BN als Geschenk überreicht wurde.

In seinem Jahresrückblick dankte Erich Jörg allen Aktiven und Vorstandsmitgliedern für die konstruktive Zusammenarbeit. Einer der Höhepunkte für ihn sei im vergangenen Jahr die Demonstration in Gestratz gewesen, als die Kreisgruppe aus Anlass des Besuches von Ministerpräsident Seehofer im Landkreis dazu aufgerufen hatte, gegen die Lockerung des Anbindegebotes im Landesentwicklungsprogramm (LEP) zu protestieren. Horst Seehofer habe mit ihm gesprochen und sich für die Sachlichkeit der Diskussion bedankt. Ebenfalls Inhalt der Änderung des LEP sei die Aufweichung der Alpenschutzzone C im Nachbarlandkreis Oberallgäu, um die Schischaukel am Riedberger Horn zu ermöglichen. Jörg rief dazu auf, an einer Familienwanderung am 25. Mai auf diesen Berg teilzunehmen.

 

Am Bodenseeufer bewegt die Kreisgruppe derzeit vor allem die Planung der Therme in Lindau, die im Landschaftsschutzgebiet Bayerisches Bodenseeufer stattfinden soll. Der BN sieht sich hier als Unterstützer der kürzlich gegründeten Bürgerinitiative, da diese sich auch für die Belange des Landschafts- und Naturschutzes einsetze. Der stellvertretende Kreisvorsitzende Max Schuff, der auch Sprecher der BI ist, hat dem Vorstand der Kreisgruppe mitgeteilt, dass er sein BN-Amt bis auf weiteres ruhen lassen möchte, um die Aktivitäten hier strikt zu trennen. Dies wurde auf seinen Wunsch auch der Mitgliederversammlung mitgeteilt. Die Vorstandschaft hatte den Beschluss von Max Schuff zwar akzeptiert, hätte ihn aber nicht für notwendig gehalten. Erich Jörg wollte im Zusammenhang mit der Therme den Rückhalt der Mitglieder, was die Unterstützung des Bürgerbegehrens anbetrifft. Er stellte daher einen Beschlussvorschlag vor, der die Unterstützung befürwortet, für die Planung eines Hallenbades, die von der BI nicht ausgeschlossen wird, jedoch Vorbehalte anmeldet. Die Mitgliederversammlung unterstützte dieses Ansinnen mit nur einer Enthaltung.

Auch die Neuaufstellung des Bundesverkehrswegeplans habe die Kreisgruppe im letzten Jahr beschäftigt, so Jörg. Der BN lehne den Ausbau der B31 auf vier Spuren vehement ab und unterstütze die Bürgerinitiative, die in Opfenbach gegen die geplante Umfahrung kämpft. Ein betroffener Landwirt, Gottfried Epple, schilderte die Situation vor Ort und hoffte auf breiten Rückhalt in der Bevölkerung, da die Umfahrung nur sehr wenige Häuser entlaste, was in keinem Verhältnis zur Landschaftszerstörung durch den Neubau stünde.

 

Schatzmeisterin Birgit Mäckle-Jansen konnte Positives vermelden. Die Kreisgruppe könne bei der derzeitigen Finanzlage beruhigt in die Zukunft blicken. Dies bestätigte auch Kassenprüfer Stefan Hilger, der eine hervorragende Kassenführung und den ausgeglichenen Haushalt bestätigte und die Entlastung empfahl.

 

Jörgen Brauer vom Arbeitskreis Ellhofen berichtete von den Aktivitäten in der Biotoppflege, vor allem am Frauenschuhstandort im Osterholz, wo der Arbeitskreis mit dem Landschaftspflegeverband gemeinsam Maßnahmen durchführe. Geschäftsstellenleiterin Claudia Grießer berichtete von der erfolgreichen Umweltbildung in Zusammenarbeit mit dem Naturerlebniszentrum Allgäu. Die Programme würden von Schulen und Kindergärten sehr gut angenommen und bringen so das Thema Naturschutz zu den Kindern. Außerdem sei die Jugendgruppe weiterhin aktiv und mit der neuen Gruppenleiterin Ramona Krause habe sich eine neue Kindergruppe gegründet, die sich bereits fleißig treffe und erlebnisreiche Gruppenstunden biete. Weiterhin betreut Grießer das InterregProjekt „Kleingewässer für die Bodenseeregion“, in dem Organisationen rund um den Bodensee Kleingewässer pflegen, herstellen und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Hier hat die Kreisgruppe ein Konzept zur Wiederbelebung des Biotoplehrpfades Birkenried erstellt und plant neue Kleingewässer in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem AK Ellhofen. Außerdem ist auch hier die Umweltbildung ein großes Thema.

 

Gebietsbetreuerin Isolde Miller entführte die Teilnehmer mit einem Bildervortrag in  die entlegensten Ecken des Landkreises – die Tobelwälder des Westallgäus. Sie berichtete von dem Projekt mit Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds. Hier ging es vor allem um die Erforschung der Eibenbestände in den Tobeln. Der BN habe für seine Waldflächen im Rohrach einen Antrag auf Ausweisung als Naturwaldreservat gestellt. Damit wolle die Kreisgruppe ein Zeichen setzen, um vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten, die auf Urwälder angewiesen sind, einen Lebensraum zu geben. Sie plädierte für ein ausreichendes Netz an Naturwäldern, Naturwaldreservaten und Nationalparken, die Arten beherbergen, die bereits vom Aussterben bedroht seien. Immer wieder würde den Naturschützern vorgeworfen, eine Käseglocke über die Wälder stülpen zu wollen, doch das sei völlig haltlos. Auch Naturschützer schätzten Holz als nachwachsenden Rohstoff. Ein sinnvolles Nebeneinander von nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und Naturwäldern sei möglich und nötig, um den Artenschwund zu stoppen.

 

Die Ehrungen der langjährigen Mitglieder hat beim BN gute Tradition. So wurden in diesem Jahr wieder Mitglieder mit der goldenen und der bronzenen Ehrennadel geehrt, die 40, bzw. 25 Jahre dem BN die Treue halten. Erich Jörg bedankte sich ganz herzlich dafür. Ebenfalls die Goldene Ehrennadel erhielten die Aktiven des Arbeitskreises Ellhofen, Jörgen Brauer, Armin Fiebig, Erich Kimpfler und Monika van Rijn für ihr langjähriges Engagement.

 

Für Überraschung bei Erich Jörg sorgte der Besuch des Landesbeauftragten Richard Mergner, der gekommen war, um mit Erich Jörg sein 30jähriges Dienstjubiläum als Kreisvorsitzender zu feiern. Richard Mergner hob die große Leistung von Jörg hervor, der mit unglaublicher Ausdauer und Engagement die Kreisgruppe leite. Es gäbe nicht viele Menschen, die eine solche Aufgabe so lange und so gut erfüllen könnten. Er überbrachte auch die Glückwünsche des Landesvorsitzenden Dr. Hubert Weiger, der Erich Jörg auch sehr schätze. Für die Kreisgruppe sprach Isolde Miller Dankesworte aus. Die langjährige gute Zusammenarbeit und sein vielfältiges Wirken sei nicht zu überbieten. Der BN vor Ort wäre ohne ihn sicher nicht die Institution, die er ist – respektiert und unumgänglich wenn es um Umweltbelange ginge.

 

Der krönende Abschluss des Abends war ein Musikstück, das vom BN-Mitglied Lutz Kral als Gitarrenduo komponiert und von Ihm und Markus Kimmich uraufgeführt wurde. Kral schenkte das Stück mit dem Titel „Eistobel-Argen-Bodensee“ der Kreisgruppe mit allen Rechten. Er wolle damit auf seine Weise seine Naturverbundenheit zeigen, indem er die Naturtopographie des Landkreises in Töne fasse. Und so ging mit „plätschernden“ Gitarrenklängen eine abwechslungsreiche Jahreshauptversammlung zu Ende.

 

 

 


Das "Aufregerthema" Thermenplanung

Die Aufregung um die vorgesehenen Baumfällungen im Bereich des jetzigen Eichwaldbades und das Versagen der Fällgenehmigung durch das Landratsamt haben gezeigt, dass die Stadt Lindau offenbar die regulären Abläufe eines Bauleitverfahrens nicht bedacht hat.

Der BUND Naturschutz, Kreisgruppe Lindau (BN) weist in dieser Pressemitteilung eindringlich darauf hin, dass es sich hier um ein offizielles Bauleitverfahren nach dem Baugesetzbuch handelt, das in seinen vielfältigen Schritten erst durchlaufen werden muss...

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Thermal- und Freizeitbad, Eissporthalle

Pressemitteilung der Kreisgruppe Lindau (Bodensee) des BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN) zum Bauleitverfahren der Großen Kreisstadt Lindau (Bodensee) Vorhabensbezogener Bebauungsplan und Flächennutzungsplanänderung „Thermal- und Freizeitbad, Eissporthalle“ im Bereich des amtlichen Landschaftsschutzgebiets „Bayerisches Bodenseeufer“

 

Die Stadt Lindau hat das Bauleitverfahren für den Bau der Therme im amtlichen Landschaftsschutzgebiet „Bayerisches Bodenseeufer“ vor Kurzem eröffnet und der Öffentlichkeit im Rahmen der Anhörung Gelegenheit zur Äußerung gegeben. Das hat die Lindauer Kreisgruppe des BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN) wahrgenommen und eine 10-seitige Stellungnahme erarbeitet. In ihr kommen erhebliche Bedenken und Einwänden zu den Plänen der Stadt zum Ausdruck...

 

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Mit Kuhglocken und Gesang gegen die Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP)

Anlässlich des Besuchs von Ministerpräsident Horst Seehofer im Landkreis Lindau rief der Bund Naturschutz (BN) zu einer Demonstration auf. Am Dienstag, dem 15.11.2016 zwischen 17:30 Uhr und 18:30 Uhr versammelten sich etwa 100 Bürgerinnen und Bürger vor der Argenhalle in Gestratz um gegen die Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) zu protestieren...



20-Jähriges Jubiläum

Die Kreisgruppe Lindau(Bodensee) des BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN) feierte vor wenigen Tagen ein Jubiläum. Genau seit 20 Jahren ist die gelernte Diplomingenieurin für Landespflege, Isolde Miller, bei dem Lindauer Naturschutzverband angestellt. Sie begann ihre Tätigkeit im Juni 1996 als Geschäftsstellenleiterin, damals noch in einem Provisorium in der Wasserburger Halbinselstraße. Das blieb so bis zum Januar 2000, als die Kreisgruppe Lindau die Geschäftsstelle von Wasserburg in das vom BN renovierte und sanierte Naturschutzhäusle am Aeschacher Bodenseeufer umzog. Das im Besitz der Stadt Lindau und an den BUND Naturschutz auf 25 Jahre überlassene 150 Jahre alte Gebäude bezeichnen die Lindauer Naturschützer gerne als die „schönste BN-Geschäftsstelle Bayerns“. Mit der Eröffnung der Geschäftsstelle kam neben der Arbeit als Geschäftsstellenleiterin die Betreuung der im gleichen Haus befindlichen und vom BN konzipierten Ausstellung über den Naturraum Bodensee hinzu. Ab dem Jahre 2003 bekam sie vom Bayerischen Naturschutzfonds mit Unterstützung aus EU-Mitteln die Gebietsbetreuung für die Naturräume Bodenseeufer, Hinterland und Allgäuer Moore übertragen. Mit dem Auslaufen der EU-Förderung im März 2015 übernahm die Diplombiologin Claudia Grießer die BN-Geschäftsstelle. Seither ist Isolde Miller ausschließlich als BN-Gebietsbetreuerin tätig, wobei nun der Bayerische Naturschutzfonds im Verbund mit der Regierung von Schwaben der Förderer ist. Nun fallen auch noch die zahlreichen Westallgäuer Tobelbereiche in ihre Zuständigkeit.

In seiner Laudatio würdigte der BN-Kreisvorsitzende Erich Jörg die Arbeit der Wasserburgerin mit den Worten, sie ein Glücksfall für die Kreisgruppe, eine exzellent ausgebildete Fachkraft, die mit ihrem hohen Engagement viele Projekte auf den Weg gebracht habe. Sie schaue bei ihrer Arbeit nicht auf die Uhr.

 „Ihr sind der Naturschutz und die Achtung vor der Schöpfung schon in die Wiege gelegt worden, denn sie stamme aus einem Försterhaus im Spessart“, fügte Erich Jörg etwas schmunzelnd hinzu. Die Kreisgruppe habe ihr viel zu verdanken. Es sei ihr maßgeblicher Verdienst, wenn heute der ‚BN im Landkreis Lindau in der Bevölkerung hohes Ansehen genieße. Viele Aktionen und Projekte wären ohne sie  nicht oder nur zum Teil zur Ausführung gekommen. Der Kreisvorsitzende erinnerte in seiner Dankesrede vor allem an die Sanierung des Naturschutzhäusles, an ihre Mitorganisation beim Lindauer Streuobstapfelsaftprojekt, den 7 Streuobstwanderwegen, an Bildungsveranstaltungen und an Naturschutzprojekten wie dem Amphibienschutz, der Kartierung und Rettung von Schwarzpappeln und des Bodenseeverbissmeinnichts. „Das Meisterstück aber war in fünfjähriger Organisationsarbeit die Renaturierung des 22 ha großen Hagspielmoores in Scheidegg“, hob Erich Jörg in besonderer Weise hervor. Und menschlich seien die 20 Jahre besonders angenehm gewesen, befand Erich Jörg, der zugleich ihr Dienstvorgesetzter ist.

Isolde Miller nahm sichtlich bewegt die Ausführungen „ihres Chefs“ entgegen. Sie sei der Kreisgruppe noch heute dankbar, dass der BN ihr nach Mutterschaft und Kindererziehung den Einstieg in ihren Beruf geboten habe, erklärte sie. Ihr Fazit: „Ich habe gerne für den BN gearbeitet und tue es heute noch!“.


Woche der Gebietsbetreuung

In vielen Regionen Bayerns engagieren sich hauptamtlich tätige Gebietsbetreuer für den Erhalt ökologisch bedeutsamer Lebensräume. Es sind ortskundige Experten mit vielfältigen Aufgaben, hierzu gehören insbesondere Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sowie das Erfassen und Überwachen seltener Arten. Es gibt derzeit 36 betreute Gebiete. Auch das landesweite Bibermanagement wird von der Gebietsbetreuung abgedeckt.

Seit 2003 gilt die Gebietsbetreuung als ein wichtiges und erfolgreiches Instrument zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie.

Die Mittel werden von der Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds und von verschiedenen Trägern vor Ort aufgebracht. Im Landkreis Lindau ist der BUND Naturschutz Träger der Gebietsbetreuung Moore, Tobel und Bodenseeufer, die mit Isolde Miller besetzt ist.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz stellt seit mittlerweile 16 Jahren mit der BayernTourNatur ein großes bayernweites Veranstaltungsprogramm zusammen, das sowohl im Internet als auch in gedruckter Form vorliegt. Im Rahmen dieser BayernTourNatur wird nun vom 28. Mai bis 5 Juni die „Woche der Gebietsbetreuung“ präsentiert. Auch im Landkreis Lindau finden in dieser Woche Veranstaltungen in allen Lebensräumen der ortsansässigen Gebietsbetreuung statt.

 

Weitere Informationen:

http://www.tournatur.bayern.de/

http://www.gebietsbetreuer.bayern/

http://www.lindau.bund-naturschutz.de/veranstaltungen.html


Dialog im Wald

Über 35 Interessierte und Fachleute trafen sich zu einer Exkursion im Waldgebiet „Dunkelbuch“ rund um das Naturschutzgebiet (NSG) „Spatzenwinkel“ bei Oberreitnau. Reiner Gubitz, Vertreter des Naturschutzes im Jagdbeirat des Landkreises Lindau, hatte diese Veranstaltung organisiert und namhafte Jagd- und Forstexperten eingeladen. Zum Auftakt verteilte er Bergstecken an die Teilnehmer. Forstdirektor Peter Titzler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten(AELF) in Immenstadt erläuterte, dass im waldarmen Landkreis  Lindau von den 10 000 ha Wald nur 400 ha Staatswald seien. Das AELF betreut die Privatwaldbesitzer, die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) bewirtschaften den Staatswald. Jörg Tarne (BaySF) betonte, dass die forstliche Nutzung im Staatswald großes Augenmerk auf den Erhalt von Biotopbäumen und bodenschonende Nutzung richte.

Der Wald im „Dunkelbuch“ zeigte sich mit 15 Baumarten sehr artenreich. Darunter auch seltene und gefährdete Arten der Roten Liste wie die Stechpalme und die Eibe. Die Stechpalme wehrt sich mit ihren stacheligen Blättern gegen den Wildverbiss. Die oberen Blätter großer Exemplare sind glattrandig, denn sie brauchen diesen Schutz nicht mehr, erläuterte Diplombiologin Claudia Grießer, Geschäftsstellenleiterin vom BUND Naturschutz. Die Eibe die in allen Pflanzenteilen, außer dem Fruchtfleisch der roten Beere giftig ist, wurde wegen der guten Eignung des elastischen Holzes für Bögen fast ausgerottet.

Markus Schweighöfer von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Lindau stellte das Naturschutzgebiet (NSG) „Spatzenwinkel“ vor. Dieses bestehe aus drei Teilflächen mit Streuwiesen, Teichen und Tümpeln, die teilweise nach dem Vertragsnaturschutzprogramm gepflegt würden.

Den Teilnehmern fiel die prächtige Waldnaturverjüngung auf. Ergebnis zielgerichteter forstlicher Maßnahmen und zeitgemäßer Jagd. Hieraus entspann sich eine Diskussion um Bejagung und Nutzung. Gebietsbetreuerin Isolde Miller vom BN vertrat ein Nebeneinander von forstlicher Nutzung und ungenutzten Waldflächen. Das Ziel der nationale Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung sei, 10 % der öffentlichen Waldflächen aus der Nutzung zu nehmen. Auch dies wurde kontrovers aber sachlich diskutiert. Erich Jörg, Kreisvorsitzender der BN-Kreisgruppe freute sich über den regen Austausch und wünschte sich, dass man weiter im Dialog bleibe.


Gentechnik durch die Hintertüre ? Das Aus für ein gentechnikanbaufreies Bayern ! BUND Naturschutz fordert Eingreifen von Ministerpräsident Horst Seehofer

Mit verschiedenen neuen gentechnischen Verfahren der Pflanzenmanipulation wollen Saatguthersteller das Gentechnikrecht unterlaufen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), eine Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt untergeordnete Behörde, will hierfür grünes Licht geben.
Hiergegen protestieren der BUND Naturschutz, Testbiotech und das Umweltinstitut München gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Umwelt- und Ökolandbauverbänden, kleineren Saatgutunternehmen und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Das Bündnis hat in kürzester Zeit rund 67.000 Unterschriften gesammelt.
"Würden die neuen Verfahren vom Gentechnikrecht ausgenommen, wäre dies das Ende nicht nur eines gentechnikanbaufreien Bayerns, sondern eine Deregulierung des Vorsorgeprinzips bei der Agrogentechnik in ganz Europa", so Richard Mergner, BN Landesbeauftragter. Mit Blick auf die neuen gentechnischen Verfahren fordert der BUND Naturschutz deshalb gemeinsam mit dem Bündnis das Eingreifen von Ministerpräsident Seehofer. Mergner: "Jetzt muss die CSU Farbe bekennen. Ministerpräsident Horst Seehofer muss sich dafür einsetzen, dass Landwirtschaftsminister Schmidt bei der anstehenden EU-Entscheidung über die neuen Züchtungstechniken nicht die ökonomischen Interessen der Gentechnikkonzerne, sondern die Interessen der Landwirte und Verbraucher vertritt, die neue Risiken im Essen ablehnen." "Das europäische Gentechnikrecht muss auch bei den neuen Verfahren angewendet werden", betont auch Dr. Martha Mertens, Gentechnikexpertin des BN. "Würden die neuen Methoden der gentechnischen Veränderung unkontrolliert zum Einsatz kommen, wäre nicht nur die gentechnikfreie Landwirtschaft gefährdet, sondern auch die Wahlfreiheit der Verbraucher. Es würden neue Risiken geschaffen. Die neue Generation der Gentechpflanzen müsste kein Zulassungsverfahren durchlaufen und würde weder einer Kennzeichnungspflicht noch einer Beobachtung unterliegen. Auch ein Standortregister gäbe es nicht."

Neue Konzernstrategien zur Durchsetzung der Gentechnik

Nachdem Agrogentechkonzerne in Europa mit ihrer Strategie, gentechnisch manipulierte Pflanzen in den Anbau zu bringen, am Widerstand von Landwirten, Umweltverbänden und Verbrauchern gescheitert sind, versuchensie jetzt, durch geschickte Verschleierungsstrategien die in der EU-Freisetzungsrichtlinie (Richtlinie2001/18/EG) festgelegten vergleichsweise strengen Regulierungen des Gentechnikrechts zu umgehen. Gentechnische Verfahren der Pflanzenzucht werden als Nicht-Gentechnik uminterpretiert. Hierbei geht es in erster Linie um die Bewertung von sieben neuen Verfahren - siehe Anlage. Gentechkonzerne und Züchtungsunternehmen haben sich in einer europäischen Plattform zusammengeschlossen, der die Großen der Branche, wie Bayer, Dow oder Syngenta angehören, um ihre Interessen besser durchzusetzen1. Beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) stießen sie dabei offenbar bereits auf offene Ohren, denn das BVL hat den herbizidresistenten Raps der Firma CIBUS, der mit dem umstrittenen Verfahren der Oligonukleotidtechnik entwickelt wurde, Anfang Februar 2015 als "nicht gentechnisch verändert" eingestuft. Die EU-Kommission warnte im Sommer 2015 die Regelungsbehörden der EU-Mitgliedstaaten, darunter das BVL, anfragenden Unternehmen "grünes Licht" zu geben, bevor sich die EU-Gremien abschließend mit den neuen Verfahren befasst hätten. Nachdem der von Verbändeseite eingelegte Widerspruch gegen den BVL-Bescheid zurückgewiesen wurde, hat der BUND-Bundesverband im Juli 2015 - gemeinsam mit zwei Unternehmen Klage gegen das BVL eingereicht. Über die Klage ist noch nicht entschieden. In der EU wird seit geraumer Zeit über die Einstufung der neuen Züchtungstechniken diskutiert, eine Entscheidung ist bislang nicht gefallen. Allerdings hat die EU-Kommission angekündigt, sich demnächst dazu zu äußern. Die Bundesregierung spielt in diesem Prozess eine zwiespältige Rolle, sagt sie doch einerseits, sie wolle keinen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen, betont aber andererseits die wirtschaftliche Bedeutung der neuen Gentechnikverfahren.

Neue gentechnische Verfahren sollen Herbizidabsatz sichern

Der mit der sogenannten ODM (oligonucleotide-directed mutagenesis) Technik erzeugte Raps der Firma CIBUS ist resistent gegen Wirkstoffe, die zur Klasse der ALS-Hemmer (Inhibitoren der Acetolactat-Synthase) gehören. Damit können die entsprechenden Herbizide, wie z.B. Imidazolinon, eingesetzt werden, ohne dass die Rapspflanzen geschädigt werden. Allerdings entstehtdann auch ein neues Problem, weil Ausfallraps dieser Sorte dann nicht mehr mit dem gleichen Wirkstoff bekämpft werden kann. Dabei sind ALS-Hemmer die Herbizide mit dem höchsten Risiko der Resistenzentwicklung auf Seiten der Beikräuter: weltweit sind 157 Beikrautarten bekannt, in denen eine Resistenz gegen ALS-Inhibitoren beobachtet wurde (zum Vergleich - im Falle von Glyphosat sind 32 resistente Beikrautarten bekannt, www.weedscience.org). HR-Systeme dienen nicht der nachhaltigen Landwirtschaft, führen sie doch dazu, dass immer mehr Herbizide eingesetzt werden und dadurch die Biodiversität weiter reduziert und die menschliche Gesundheit gefährdet wird.

1 http://www.infogm.org/IMG/pdf/nbt-plateform_statut-ogm_avril2014.pdf


Schutz und Hilfe für den Igel

Die beste Hilfe für den Igel sind der Erhalt und die Verbesserung seiner Lebensräume!

Ursprünglich lebt der Igel in landschaftlich abwechslungsreichen Gebieten, die auf engem Raum vielfältige Nahrung und Unterschlupf bieten: Hecken, Feldgehölze, Waldränder, Brachflächen und lichte Mischwälder. Durch die Intensivierung der Landnutzung, die Rodung von Hecken und die Umwandlung der Wälder in Forste wurden diese Lebensräume zunehmend zerstört und außerdem von Straßen durchschnitten. Deshalb wird der Igel immer mehr in Parks und Gärten der Siedlungen verdrängt.

Gestalten Sie daher ihren Graten naturnah, mit einheimischen Gehölzen, Stauden und Wildpflanzen, diese bieten dem Igel Versteck und Nahrung. Lassen Sie Laub, Gestrüpp, abgetrennte Äste und Zweige in einer Gartenecke liegen. Weitere Tages- und Winternester können beispielsweise durch Hohlräume in Holzstößen und unter Gartenhäuschen geschaffen werden. Auch über einen Komposthaufen mit organischen Abfällen freut sich der Igel. Da Igel nachts auf der Nahrungssuche große Gebiete durchstreifen, sollten Gartenzäune durchlässig sein (Abstand des Zauns zum Boden 10 cm oder ein kleines Loch im Zaun).

Bitte Igel im Landkreis Lindau melden

Da niemand genau weiß, wie viele Igel es zur Zeit in Bayern gib oder wo sie leben, begrüßt der BUND Naturschutz die Aktion „Igel in Bayern“ vom Landesbund für Vogelschutz und dem Bayerischen Rundfunk. Über ein Meldeformular und neuerdings auch mobil über eine App können dort Igel gemeldet werden. Die Daten helfen Forschern konkrete Schutzmaßnahmen für die unter Artenschutz stehenden Tiere zu entwickeln.

  http://igel-in-bayern.br.de/igel-app-android-ios/


Geheimnisvolle Flugkünstler

Fledermausfans Leo und Victoria
Foto: Ruth Eberhardt

Der Bund Naturschutz macht die „Nacht der Fledermäuse“ zu einem vielfältigen Erlebnis

Es ist Freitagabend, eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang. „Die Nacht der Fledermäuse“, zu der der BUND Naturschutz (BN) Lindau und seine Gebietsbetreuung eingeladen haben, steuert ihrem Höhepunkt entgegen. Ständig knattern die kleinen Geräte vor sich hin, die Rudolf Zahner an die Besucher ausgegeben hat. Diese Fledermausdetektoren machen hörbar, was ein Mensch eigentlich nicht hören kann: Sie „übersetzen“ die Ultraschallfrequenzen, die Fledermäuse zu ihrer Orientierung bis zu 100-mal pro Sekunde ausstoßen, in einen für Menschen wahrnehmbaren Bereich. Das klingt dann wie ein Knattern und Knistern in unterschiedlichen Rhythmen und Höhenlagen. So wird deutlich, wie viele und welche Fledermäuse hier unterwegs sind.

„Ich liebe Fledermäuse“, sagt Victoria. Die Neunjährige ist mit ihrer Familie begeistert bei der Sache – auch schon in den Stunden vor der nächtlichen Beobachtungstour. Denn zur „Nacht der Fledermäuse“ ist im und vor dem Naturschutzhäusle ein vielfältiges Programm geboten. Sorgsam klebt Victoria ein Ästchen auf ein Blatt Papier und gestaltet so einen Lebensraum für ihr zuvor ausgeschnittenes Papier-Tierchen, während der sechsjährige Leo seiner Fledermaus ein fröhliches Gesicht aufmalt. „Ich bin ein Fledermausfan“, verkündet er stolz. Auch andere Kinder malen, basteln oder lösen ein Fledermausquiz, bis Isolde Miller die Kinder zu Fledermausspielen einlädt.

Isolde Miller ist BN-Gebietsbetreuerin und ebenfalls von Fledermäusen fasziniert. „Sie haben so etwas Geheimnisvolles“, sagt sie. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich eine Fledermaus fliegen sehe. Sie kommen so schnell und sind gleich wieder weg.“ Doch nicht nur ihre Flugkünste, ihr lautloses Orientierungssystem und ihre für Menschen durchaus wahrnehmbaren Sozialrufe, mit denen sie sich untereinander verständigen, zeichnen diese streng geschützten Tiere aus. Noch mehr Wissenswertes ist in einer Ausstellung des

„All diese Tiere sind von uns Menschen abhängig“, sagt Rudolf Zahner insbesondere über jene Arten, die nicht im Wald, sondern in Gebäuden leben. „Wenn diese Gebäude abgerissen oder saniert werden, verlieren die Fledermäuse ihren Lebensraum.“

Die Ausstellung über Fledermäuse im Naturschutzhäusle am Lotzbeckweg ist bis Mitte September zu sehen. Wer sich wegen Fledermäusen in seinem Gebäude beraten lassen, oder Fledermausquartiere melden möchte kann Rudolf Zahner unter Telefon 0177 / 400 4664 oder per Mail an fledermaus-li@gmx.de erreichen.

 

Den vollständigen Artikel von Ruth Eberhardt (SZ) finden sie hier:


Bayerns Luchspopulation ist in akuter Gefahr

Unsere Forderung an Ministerpräsident Horst Seehofer

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

Bayerns Luchspopulation ist in akuter Gefahr. Seit Jahren werden die streng geschützten Tiere illegal getötet. Das Verschwinden der Luchse ist umfangreich dokumentiert. Die Häufigkeit der Fälle und viele weitere Hinweise zeigen klar und deutlich, dass es sich hier um vorsätzliche Wilderei handelt, mit dem Ziel die Luchse wieder auszurotten.

Der Freistaat Bayern fördert diverse Luchsprojekte, der Tourismus wirbt mit der attraktiven Katze, die Bevölkerung steht zum Luchs. Das alles wird durch die illegalen Luchsmorde ad absurdum geführt. Die Ermittlungen gegen die Täter bleiben seit Jahren ergebnislos, keiner der Täter wurde bislang gefasst, die Wilderei geht immer weiter.

Die örtlichen Behörden haben weder die Ausrüstung noch die Kenntnisse, um solche Fälle aufzuklären. Zudem scheinen die ermittelnden Beamten oft befangen, viele von ihnen sind selbst Jäger. Deshalb braucht es dringend eine überregionale Sonderermittlungseinheit gegen Wilderei. 

Herr Seehofer, ich appelliere dringend an Sie: Stoppen Sie die Wilderei und retten Sie den Luchs in Bayern! Bitte schaffen Sie eine Ermittlungseinheit, um die Täter aufzuhalten. Bayern muss Luchsland bleiben!


Warum der Boden ein Stiefkind der Politik ist

Im Naturhaushalt ist der Boden ein ebenso wichtiges Lebenselement wie das Wasser oder die Luft. Der Umgang mit dem Boden wird diesem Umstand noch immer nicht gerecht: Flächenfraß, Schadstoffeintrag, Erosion und Verdichtung sorgen dafür, dass Mensch und Natur regelrecht den Boden unter den Füßen verlieren. Der Boden als der belebte oberste Teil der Erdkruste ist mit wenigen Dezimetern Tiefe nicht nur ein unvermehrbares, sondern auch ein leicht zerstörbares Naturgut. Die Geschichte der Menschheit zeigt eindrucksvoll, dass der Aufstieg und Niedergang von Kulturen vom Umgang mit den äußersten dreißig Zentimetern humusreicher Muttererde mitentschieden wurde.

BEDROHTES LEBENSELEMENT

Eine Hauptgefahr für den Boden ist der Eintrag von Schadstoffen, vor allem durch Schwermetalle und andere Stoffe, die in der Umwelt nicht oder nur schwer abbaubar sind, aber auch durch Stickstoff in Folge von Überdüngung oder durch Pestizide. Nicht weniger gefährlich sind Bodenabtrag und Bodenverdichtung sowie der Verbrauch des Bodens durch Siedlungen, Industrie und Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen.

Keine dieser zentralen Gefährdungen der Böden wurde bis heute beseitigt – ganz im Gegenteil. Es wird beispielsweise immer noch zu viel Land für Wohnen, Gewerbe und Verkehr beansprucht. Deutschland hat bereits 13,5 Prozent seiner Fläche bebaut. In Zeiten der Hochkonjunktur verbrauchte Deutschland 130 Hektar pro Tag. Derzeit sind es etwa 74 Hektar. Das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, bis 2020 nicht mehr als 30 Hektar täglich zu bebauen, wird voraussichtlich deutlich verfehlt.

GESETZLICHER SCHUTZ: FEHLANZEIGE

Es gehört zu den schwerwiegendsten Mängeln der Umweltpolitik der zurückliegenden Jahrzehnte, dass der Boden im Gegensatz zu den Umweltgütern Wasser und Luft nicht durch ein wirkungsvolles Gesetz geschützt ist. Obwohl der Europarat schon 1972 in der Europäischen Bodencharta feststellte, dass der Boden zu den wertvollsten Gütern der Menschheit zählt und obwohl der Umweltverband BUND 1983 ein umfassendes Bodenschutzprogramm vorlegte, ist der Boden bis heute rechtlich weitgehend schutzlos der Vernichtung ausgeliefert.

Das Bundes-Bodenschutzgesetz von 1998 und die dazugehörige Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung von 1999 bilden zwar eine maßgebende Grundlage, gesetzlich geregelt wurde für die Böden aber fast ausschließlich das Gefahrenabwehrrecht im Rahmen der Altlastenbearbeitung. Für viele Sachverhalte rund um das Problemfeld Boden findet das Bodenschutzgesetz keine Anwendung.

Auf europäischer Ebene wird eine Bodenrahmenrichtlinie nach dem Vorbild der Wasserrahmenrichtlinie seit Langem angestrebt. Die von der Europäischen Kommission am 2006 vorgelegte sogenannte thematische Strategie für den Bodenschutz und der Entwurf der "Richtlinie zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für den Bodenschutz" verfolgen das Ziel, das Bodenschutzrecht der 28 EU-Staaten zu harmonisieren. Bisher haben erst neun Mitgliedsstaaten eigenständige gesetzliche Regelungen zum Bodenschutz geschaffen. Die Arbeit an der Bodenrahmenrichtlinie begann übrigens 1998 auf Initiative der damaligen Bundesregierung mit Umweltministerin Angela Merkel. Doch heute blockiert eine Minderheit von Mitgliedsstaaten die Bodenschutz- Richtlinie – ausgerechnet unter Federführung Deutschlands. Angesichts der weltweiten Degradation der Böden sollte Deutschland jedoch die Initiative für eine Weltbodenkonvention wieder aufgreifen.

FEHLENDES BODENBEWUSSTSEIN HAT URSACHEN

Das Bewusstsein für den Wert der Böden ist in unserer Gesellschaft aus verschiedenen Gründen sehr gering ausgebildet. So sind heute weniger als 1,5 Prozent der Bevölkerung im land- und forstwirtschaftlichen Bereich tätig. Für immer weniger Menschen stellt der Boden die unmittelbare Lebensgrundlage dar, so dass vielen der konkrete, persönliche Bezug zum Boden, der direkte Zugang zur Bodennutzung und zu Erfahrungen im Umgang mit Böden fehlen. Eine Ausnahme stellen Gärten dar, aber die werden in der Regel eher als Ziergarten genutzt und nicht vorwiegend für den Anbau von Obst und Gemüse.

In unserer Überflussgesellschaft sind durch einen weltweiten Import alle Lebensmittel fast unabhängig von der Jahreszeit jederzeit verfügbar, und das meist zu billigsten Preisen. Dies führt zu einer Entkopplung der eigenen Nahrung von unseren Böden. Land und forstwirtschaftliche Böden haben ökonomisch einen relativ geringen Wert. Ihr Wert nimmt erst dann massiv zu, wenn die Böden überbaut werden. Das führt zu der absurden Situation, dass intakter Boden einen geringeren Wert hat als zerstörter Boden. Dadurch sind viele Besitzer und Erben von landwirtschaftlichen Betrieben nicht mehr die Erhalter der Böden, sondern haben sich in die Verwerter der Erbschaft verwandelt. Auch die ursprünglichen Eigentümer spekulieren also häufig eher mit dem Boden, als ihn zu erhalten.

Eine positive Ausnahme stellt der Wald dar: Viele Erben von Wald behalten ihn aus unterschiedlichen Gründen, so dass eine Generation von "urbanen Waldbesitzern" entstanden ist, die zwar oft wenig Bezug zum Wald und seiner Bewirtschaftung hat, die ihn aber auch nicht verkaufen.

Landnutzer sind oft auch deshalb nicht mehr die Erhalter der Böden, weil die forst- und agrarpolitischen Fehlentwicklungen der "Wachse oder weiche"-Politik sie zwingen, die Prozesse, die zu immer höheren Belastungen der Böden führen, wider besseres Wissen zu akzeptieren. Ein Beispiel im Forstbereich ist der Rückegassenabstand von 20 bis 30 Metern, der zu einem Verlust von bis zu 20 Prozent der mit Wald bestockten Böden führt. Über die zum Holztransport angelegten Rückegassen beschleunigt sich dann bei Starkniederschlägen der Abfluss aus den Hanglagen und damit die Erosion, was in der Waldnutzung viel zu wenig thematisiert und kritisiert wird. Ähnliche Beispiele aus der Landwirtschaft sind der zunehmende Einsatz von schweren Maschinen, Düngemitteln und Pestiziden sowie der zunehmende Maisanbau.

Auch in der land- und forstwirtschaftlichen Ausbildung spielt das Bodenleben nur eine nachgeordnete Rolle. Der Boden wird kaum als ein dynamisches System mit Leben vermittelt, sondern – einem mechanistischen Weltbild folgend – nur als Stützsubstrat für Pflanzen. Der Land- oder Forstwirt soll dann in Abhängigkeit von der Nährstoffversorgung Wasser oder Nährstoffe zu- oder abführen, bei unerwünschter Bodenstruktur bestimmte Geräte einsetzen oder bei unerwünschten Beipflanzen Glyphosat spritzen, das als Totalherbizid alles pflanzliche Leben auf und in den Böden abtötet.

BODENVERNICHTUNG SIEHT MAN KAUM

Ein grundsätzliches Problem ist, dass Schäden, die wir dem Boden zufügen, nicht offensichtlich und nicht spektakulär sind. Wasserund Winderosion sind schleichende Prozesse. Wenige Millimeter Bodenabtrag, der sich auf großen Flächen schnell zu Tonnen summieren kann, nehmen selbst Landnutzer selten wahr. Fischer klagen vielleicht über ausbleibende Kieslaicher und Kommunen über verstopfte Abflussgräben, aber die breite Öffentlichkeit wird erst dann sensibilisiert, wenn spektakuläre Sandstürme in Norddeutschland auftreten oder sich wie 2013 gelbe Hochwasserfluten durch die Donauauen wälzen.

Ebenso vollzieht sich der gewaltige Landverbrauch im Regelfall nicht spektakulär, sondern auf viele Standorte im Land verteilt, so dass er in der Regel nicht einmal zur Kenntnis genommen wird. Erst beim Betrachten alter Landschaftsfotografien oder beim Besuch von Gebieten, in denen man mehrere Jahre nicht mehr war, wird einem persönlich bewusst, wie viel fruchtbarer Boden in kurzer Zeit irreparabel zerstört wurde.

Noch weniger sichtbar ist, was unter der Erdoberfläche geschieht, und damit ist es auch viel weniger in unserem Bewusstsein als verschmutzte Luft oder verschmutztes Wasser mit toten Tieren. Bodenleben ist ein verborgenes Stück Natur, mit dem wir scheinbar nur indirekt über die Nahrungsmittelerzeugung etwas zu tun haben. Schließlich ist die Beschäftigung mit Böden in unserer Kultur nicht hoch angesehen. Schmutzige Hände gelten als Zeichen von Rückständigkeit. Boden wird meist als Dreck verstanden, angefangen beim unmittelbaren Kontakt von Kindern mit der Erde. Es widerspricht unserem Sauberkeitsprinzip. Die Umweltbildung hat deshalb eine Hauptrolle, wenn es darum geht, das Bewusstsein zu wecken. Das trifft besonders für Schulgärten zu, die nicht nur Schulbiotope sein sollen. Alle Kinder sollten hier direkten Zugang zu Boden bekommen und durch die Bewirtschaftung von Böden auf einer kleinen Fläche Verantwortung übernehmen.

Hubert Weiger, Professor für Naturschutz und nachhaltige Landnutzung und Vorsitzender des BUND im Magazin „movum – Briefe zur Transformation“  Ausgabe 6, 2015


PETITION: BAYERNS SCHÖNHEIT BEWAHREN!

Bayern ist deutscher Meister im Flächenverbrauch: Überall wuchern Gewerbegebiete, die Zersiedelung auf der grünen Wiese schreitet täglich voran. Jetzt will das bayerische Kabinett die Landesplanung weiter schwächen, was den Wettbewerb um Gewerbeansiedlungen noch mehr anfachen würde. So nicht! Deshalb sammeln wir Unterschriften für eine Petition an den Landtag. Machen Sie mit!

Bayern verspielt derzeit innerhalb weniger Jahre die über Jahrhunderte organisch gewachsenen kennzeichnenden Orts- und Landschaftsbilder. Im Rahmen der „Heimatstrategie“ beabsichtigt das bayerische Kabinett die Landesplanung weiter zu schwächen. Das Vorhaben ist dazu geeignet, die bayerische Kulturlandschaft noch stärker als bisher dem ruinösen Wettbewerb der Kommunen um Gewerbeansiedlungen zu opfern. 

Unter anderem soll das ohnehin durch viele Ausnahmen ausgehöhlte Anbindegebot weiter verwässert werden. Das Anbindegebot legt fest, dass neue Siedlungsgebiete nur angebunden an bestehende Siedlungen errichtet werden dürfen. Es sichert damit die kennzeichnenden Ortsbilder, schützt die freie Landschaft vor Bebauung und ermöglicht kurze Wege.

Um den ruinösen Wettbewerb der Gemeinden zu begrenzen und die bayerische Kulturlandschaft zu schützen sind mehr statt weniger landesplanerische Leitlinien notwendig! Der BUND Naturschutz in Bayern e.V., vertreten durch seinen Vorsitzenden, Professor Hubert Weiger und unterstützt von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung in Bayern, richtet daher mit vielen weiteren Unterzeichnern eine Petition an den bayerischen Landtag.

Wir bitten den bayerischen Landtag,

  • sich gegen eine weitere Aushöhlung des Anbindegebotes im Landesentwicklungsprogramm auszusprechen, und  
  • das Landesentwicklungsprogramm um konkrete Ziele einer nachhaltigen und flächensparenden Siedlungsstruktur zugunsten einer Innenentwicklung und gegen eine weitere Zersiedelung zu ergänzen.

Denn „es gehört zu den vorrangigen Aufgaben von Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts, (…) kennzeichnende Orts- und Landschaftsbilder zu schonen und zu erhalten.“ So steht es in Artikel 141 der Bayerischen Verfassung. In Artikel 115, Absatz 1 heißt es weiter: „Alle Bewohner Bayerns haben das Recht, sich schriftlich mit Bitten und Beschwerden an die zuständigen Behörden oder an den Landtag zu wenden.“

Schließen Sie sich an, unterschreiben auch Sie für den Erhalt von Bayerns Schönheit und sammeln Sie Unterschriften bei Ihren Freunden und Bekannten. Vielen Dank!

http://www.bund-naturschutz.de/2015/petition-bayerns-schoenheit-bewahren.html

 

Mehr zur Thematik

 Ein Schreiben der BUND Kreisgruppe Lindau an den lokalen Abgeordneten Herr Rotter und

 aus der BUND Kreisgruppe Landsberg, ein interessanter Kurzfilm zum Thema.


Kreisgruppenrundbrief 2015

Faszinierende Augenblicke im Eistobel

Die Exkursion durchs Eistobel von Anne Puchter ist sehr gut angekommen. Sie gab sehr gute Einblicke über die Enstehungsgeschichte und die geologischen Besonderheiten des Tobels.

18.10.2014

Am Samstag, den 18.10. hat Anne Puchta im Auftrag vom Natur Erlebnis Zentrum Allgäu und der Kreisgruppe Lindau des BUND Naturschutzes eine geführte Wanderung durch den Eistobel angeboten. Bei wunderschönem Wetter startete die kleine Gruppe um Zehn am Parkplatz. Schon nach wenigen Minuten waren alle in den Bann gezogen. Nicht nur wegen  der Einzigartigkeit des Tobels, sondern auch durch die Schilderungen und Erzählungen durch Frau Puchta. Alle haben viele neue Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte und die geologischen Besonderheiten mitgenommen. Nach vier Stunden waren wieder alle an unserem Startpunkt angekommen. Das war ein wirklich guter Abschluss der Exkursionen des BN  für dieses Jahr. Nun können wieder neue Wanderungen und Führungen geplant werden für das kommende Jahr, die Eistobel Wanderung wird sicher auch dabei sein.

Aktuelles

Kreisgruppenrundbrief 2014



Alpengarten Sündermann in Lindau

Lesen Sie mehr unter Lindau.


Vogelschutzgebiet am bayerischen Bodensee

Lesen Sie dazu mehr unter Natura 2000.


Springkraut, Altlasten und eine Lagerstätte im Hagspielmoor

Landratsamt Lindau (Bodensee)
Untere Naturschutzbehörde
Bregenzer Str. 33

88131 Lindau (Bodensee)

Lindau, den 29. 6. 2014

Rund um das Hagspielmoor, Gemeinde Markt Scheidegg

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern nahmen wir einen Arbeitseinsatz am Rande des Hagspielmoores vor. Wir berichten Ihnen hierüber und über unsere Beobachtungen.

1. Springkrautrupfaktion:
Wir haben Ihnen zwar vor einiger Zeit berichtet, dass wir uns aus logistischen Gründen nicht mehr in der Lage sehen, den Gesamtkomplex des Hagspielmoores, bestehend aus den Flächen des Landratsamtes Lindau und des Landwirts Briegel, zu betreuen und zu pflegen. Das übersteigt unsere Kräfte. Gleichwohl wollen wir das Juwel Hagspielmoor nicht aus dem Auge verlieren. So haben wir gestern am Rande des Hagspielmoores östlich und nördlich mit 7 Personen eine Springkrautrupffaktion durchgeführt. Wir wollen ja verhindern, dass diese Pflanze in den renaturierten Moorkörper eindringt und die dortigen Pflanzengesellschaften verdrängt oder beeinträchtigt. Da wir schon im dritten Jahr nacheinander diese Aktion unternehmen, zeigte sich auf erfreuliche Weise eine deutliche Verringerung. Es ist jedoch noch ein weiterer Einsatz erforderlich. Der Markt Scheidegg hat sich dankenswerterweise bereit erklärt, das Grüngut abzufahren und zu entsorgen.

2. Vollzug der Baugesetze – widerrechtliche Lagerstätte am Südrand des Hagspielmoores (Ihr Aktenzeichen: 31 – 062400806/10)
Wir haben gestern nach Abschluss unserer Arbeiten die Gelegenheit genutzt, um nachzusehen, was aus dem illegalen Lagerplatz Briegel geworden ist. Hierzu dürfen wir auf unsere Anzeige vom 29. 7. 2013 sowie auf Ihre Briefe vom 10. 12. 2013 und 24. 1. 2014 verweisen. Sie hatten auf Antrag des Verursachers ja verfügt, dass der Lagerplatz bis 30. 6. 2014 geräumt sein muss. Das war bis gestern nicht der Fall. Das Gegenteil ist zutreffend. Unsere Feststellungen: Die mächtige Abkippstraße in das Moor hinein ist weiterhin da. Es sind keine Anzeichen eines Rückbaus erkennbar. Am Ende der Abkippstraße sind jedoch keine Materialien abgelagert. Der Untergrund ist ausgekiest und kann wohl jederzeit wieder mit Erden und Kies befüllt werden. Im vorderen Bereich jedoch, hin zur Gemeindeverbindungsstraße hinüber nach Lindenau, sind große Mengen von Kies, Sand und sogar Asphaltaufbruch aufgeschüttet – 5 m hohe Aufschüttberge, zum Teil frisch angelegt. Bedenklich stimmt hier vor allen Dingen der abgeladene Asphaltaufbruch. Es dürfte sich um etliche Lkw-Ladungen handeln. Das Material liegt ungeschützt und ungesichert zwischen Waldrand und Straße. Derartiges hatten wir bisher noch nie beobachtet und auch im letzten Jahr nicht beanstandet. Das nunmehr Festgestellte dürfte eine neue Dimension erreichen, da umweltgefährdende Stoffe ungehindert aus dem Asphaltberg austreten und in die Umwelt gelangen. Das Landratsamt wird höflich gebeten, die Angelegenheit sogleich zu prüfen und die notwendigen Schritte einzuleiten.

Die Grundsatzfrage aber bleibt: Nachdem aus unserer Sicht keine Anzeichen erkennbar sind, die illegale Lagerstätte bis 30. 6. 2014 aufzulösen, wird das Landratsamt weiter gebeten, eine generelle Entscheidung zu treffen.

3. Altlasten am Nordrand des Hagspielmoores:
Wir wissen nicht, ob das Gesehene im Altlastenkataster des Landratsamtes Lindau (Bodensee) bereits erfasst ist. Bei unseren gestrigen Arbeiten, Springkraut zu entfernen, stießen wir auch auf eine alte Mülldeponie. Zum großen Teil ist der Bereich stark von Moosen und Gestrüpp überdeckt und lässt nicht genau erahnen, wie groß diese Deponie tatsächlich ist. Es lagen jedoch an der Oberfläche noch reichlich Flaschen, Glasscherben, Metalle aller Art wie Kanister, Stacheldraht, Dosen an der Oberfläche. Wir sammelten, soweit wir uns der Zutritt möglich war, den Müll auf, legten ihn an den Rand des Weges neben dem Grüngut. Der Markt Scheidegg wird gebeten, neben dem Grünabfall auch den Müll abzutransportieren. Wir geben Ihnen davon Kenntnis und bitten Sie, falls noch nicht bekannt, den Ort in das Altlastenkataster aufzunehmen.

Fundort: Geländekante zwischen Wald und Wirtschaftweg am nordöstlichen Rand des Hagspielmoores. Der Wirtschaftsweg führt vom Gasthof „Hirschen“, Hagspiel, westlich hinab ins Hagspielmoor. Dann im Dreieckbereich eines weiteren Wirtschaftsweges, der von diesem nordöstlichen Ende des Hagspielmoores nach Süden führt.

Wir bitten höflich um Ihre Kenntnisnahme und um entsprechendes Handeln. Bitte geben Sie uns über Ihre Feststellungen und Folgerungen Bescheid. Dafür vielen Dank.

Der Markt Scheidegg erhält einen Abdruck dieses Briefes.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Naturschutzhäusle

Erich Jörg
Kreisvorsitzender


Brief an die Regierung von Schwaben

Regierung von Schwaben
Fronhof 10

86145 Augsburg

23.06.2014

Landesentwicklungsprogramm – geplante interkommunale Gewerbegebiete in den Argentalgemeinden Gestratz, Grünenbach, Maierhöfen und Röthenbach sowie in der Hammermühle, Markt Weiler-Simmerberg – Landkreis Lindau (Bodensee)

Sehr geehrte Damen und Herren,

die im Betreff genannten Gemeinden planen interkommunale Gewerbegebiete. Die Argentalgemeinden Gestratz, Grünenbnach, Maierhöfen und Röthenbach wollen auf der Hochebene „Auf der Au“ an der Kreisstraße zwischen den Orten Gestratz und Grünenbach ein etwa 7 ha großes Gelände in ein Gewerbegebiet umwandeln. Gleiches beabsichtigt der Markt Weiler-Simmerberg an der Hammermühle. Hierfür wären etwa 134 ha vorgesehen. Beide Gebiete sind bisher landwirtschaftlich genutzt und liegen im Außenbereich ohne eine Anbindung an Siedlungsstrukturen. Beide Gebiete haben nach dem Regionalplan für die Region 16 den Status eines landschaftlichen Vorbehaltsgebietes.

Die Planungsziele der genannten Kommunen widersprechen den Vorgaben der Raumordnung nach dem Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP) und den Grundsätzen der Regionalentwicklung für die Region 16.

Das im Jahre 2013 neu gefasste und durch den Landtag des Freistaates Bayern beschlossene Landesentwicklungsprogramm lässt unter Punkt 3.3., Abschnitt Z „Vermeidung von Zersiedelung“ fünf Ausnahmen beim Anbindegebot an vorhandene Siedlungsstrukturen zu. Die Aufzählung hat ausschließenden Charakter. Interkommunale Gewerbegebiete, so wie sie von den Argentalgmeinden und dem Markt Weiler-Simmerberg ins Auge gefasst werden, zählen nicht zum Ausnahmetatbestand.

Die genannten Gemeinden haben offiziell noch kein Bauleitverfahren nach dem Baugesetzbuch (BauGB) eröffnet. Die Diskussionen über das Für und Wider sind aber in vollem Gange.

Bisher hat die Regierung von Schwaben als zuständige höhere Planungsbehörde im Vorfeld keine abschließende Stellungnahme abgegeben. Gleiches tat auch der Regionale Planungsverband für die Region 16. Die Gemeinden fühlen sich berufen, das für sie kostenintensive und äußerst aufwändige Bauleitverfahren in naher Zukunft zu eröffnen.

Dabei wäre es doch Aufgabe und Verpflichtung, schon im Vorfeld für Klarheit zu sorgen. Die geplanten interkommunalen Gewerbegebiete „Auf der Au“ und „An der Hammermühle“ sind nicht genehmigungsfähig, weil sie den Zielen der Raumordnung nach dem LEP widersprechen und vom Ausnahmenkatalog nicht erfasst sind.

Schon vor Beginn des Bauleitverfahrens den Gemeinden deutlich die Chancenlosigkeit ihrer Vorhaben zu erkennen geben, wäre daneben ein wichtiger Beitrag zur Verringerung der Verwaltungskosten und der damit verbunden Arbeit. Der Steuerzahler könnte dann endlich erkennen, dass es den Behörden ernst ist um Einsparung von Kosten und Arbeit.

Dass die Aussichten der Argentalgemeinden und des Marktes Weiler-Simmerberg kaum Aussicht auf Erfolg haben können, zeigt auch das rechtskräftige Urteil des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg in Mannheim vom 5. März 2014 (Aktenzeichen 8 S 808/12) auf. Die Stadt Bad Wurzach wollte im Außenbereich nahe des Wurzacher Riedes ein etwa 28 ha großes Gewerbegebiet ausweisen. Nach dem in Baden-Württemberg fast wortgleich gestalteten Landesentwicklungsprogramm waren die Planabsichten nicht zulässig. Das hat der Verwaltungsgerichtshof bestätigt und rügt vor allem die Beeinträchtigung und Zersiedelung der freien Landschaft. Das Urteil kann durchaus auf Bayern und die betreffenden Gemeinden Gestratz, Grünenbach, Maierhöfen, Röthenbach und Weiler-Simmerberg übertragen werden. Diesen Gemeinden sei dringend empfohlen, sich die Urteilsbegründung zu Herzen zu nehmen. Sie müssten danach erkennen, dass ihre Vorhaben aussichtslos sind, da der LEP Bayern fast wortgleich die gleichen Bestimmungen zum Schutz vor der Zersiedelung des freien Landschaftsraumes aufweist.

Auch Ihnen geben wir das Urteil zur Kenntnis. Wir hoffen, dass Sie dadurch bestärkt werden, das Ansinnen der genannten Kommunen auf Ausweisung von interkommunalen Gewerbegebieten im Außenbereich zurückzuweisen.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Naturschutzhäusle

Erich Jörg
Kreisvorsitzender


Einwendungen zur Rastanlage Hörbranz

An die
Bezirkshauptmannschaft Bregenz
zH Herrn Bezirkshauptmann Dr. Elmar Zech
Bahnhofstraße 41
A-
6901 Bregenz

Einwendungen zum Antrag auf Erteilung der Baubewilligung zur Errichtung von Gebäuden zum Betrieb einer Rast- und 2 Großtankanlagen, PKW- und LKW-Abstellflächen, Zu- und Abfahrtswegen und Rampen ab / auf  die Autobahnabfahrt A14 inkl. LKW-Beschleunigungsspur zur Wiedereingliederung in Fahrtrichtung Pfändertunnel

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe Lindau lehnt die beabsichtigte Baubewilligung für die Tank- und Rastanlage in Hörbranz ab.

Begründung:
1. Es gibt deutscherseits an der A 96 bei Aichstetten in der Nähe von Leutkirch einen großen Autohof und auf Vorarlberger Seite eine Raststätte in Hohenems an der A 14. Auf einer Länge von etwa 80 km würden sich dem Autofahrer drei Rast- und Tankmöglichkeiten anbieten. Eine derartige Massierung dürfte es auf keiner Autobahnstrecke in Deutschland wie in Österreich geben. Eine Bedarfsprüfung hätte sicher ergeben, dass eine dritte Raststätte auf dieser Strecke überflüssig und nicht erforderlich ist.

2.       Beängstigender Flächenverbrauch im Bodenseeraum
Der Bodenseeraum unterliegt einem exzessiven Flächenverbrauch in allen drei Anrainerstaaten. Deshalb wäre es das Gebot der Stunde, dieser Entwicklung entgegenzusteuern. An der ehemaligen Zollabfertigungs- und Grenzstation in Hörbranz bestünde nun die einmalige Gelegenheit, großflächige Entsiegelungen vorzunehmen und die Flächen dem Naturhaushalt zurück zu geben. Deshalb fordern wir,  auf die Tank- und Rastanlage zu verzichten und das Gelände zu renaturieren.

3.       Erhebliche Gefahren für das FFH-Gebiet Leiblach und den Trinkwasserspeicher Bodensee
Die Planungen sehen vor, dass im Bereich der zu errichtenden Tank- und Rastanlage ein Treibstofflager für 640 000 l Treibstoffe (Benzin, Diesel  und Harnstofflösung) sowie für 62 000 l Flüssiggas errichtet werden soll. Wir halten das für äußerst bedenklich. Wir sehen hier ein großes Gefahrenpotential  für das FFH-Gebiet Leiblach und den Trinkwasserspeicher Bodensee. Es stellt sich die Frage, ob die Bezirkshauptmannschaft Bregenz die Internationale Gewässerschutzkommission Bodensee (IGKB) eingeschaltet hat, um prüfen zu lassen, ob die Errichtung einer solchen Anlage mit den Zielen des Gewässerschutzes zu vereinbaren ist.  Es ist glücklicherweise gelungen, die Erdölleitung zwischen Genua und Ingolstadt vor einigen Jahren stillzulegen. Damit ist eine riesige Gefahrenquelle für Rhein und Bodensee beseitigt worden.  Eine Neue  – mag es auch etwas kleiner sein – darf in Bodenseenähe und im Einzugsgebiet nicht entstehen.

4.       Lärmemissionen
Es ist davon auszugehen, dass der Betrieb der Tank- und Rastanlage mit erheblichen Lärmemissionen rund um die Uhr verbunden ist. Diese Belastungen können  der Bevölkerung beidseits der Leiblach nicht mehr zugemutet werden.

5.       Luftverschmutzung
Durch den an- und abfahrenden Verkehr steigt die Luftverschmutzung und damit auch die Feinstaubbelastung in erheblichem Maße.

6.       Lichtverschmutzung
Die Ausleuchtung der Landschaft hat in allen Bereichen riesige Ausmaße angenommen und ist zu einem ernsthaften Umweltproblem aufgestiegen. Gerade für nachtaktive Tiere wie diverse Vogelarten, Insekten und Fledermäuse sind die vielen Lichtquellen ein echter Störfaktor geworden. Eine Tank- und Rastanlage mit 24-Stunden-Betrieb leistet einen erheblichen Beitrag zur Lichtverschmutzung.

Mit freundlichen Grüßen

Erich Jörg, Kreisvorsitzender


Aus Anlass des 100jährigen Jubiläums des BUND Naturschutz wurde ein sehr schönes Buch herausgegeben:
Wanderführer "Gerettete Landschaften"

Dieser Wanderführer lädt Sie ein, 40 gerettete Landschaften wandernd zu erleben, und erzählt ihre oft schon fast vergessene Geschichte. Ausführliche Wegbeschreibungen, detaillierte Kartenausschnitte, aussagekräftige Höhenprofile und GPS-Tracks zum Downloaden machen alle Tourenvorschläge leicht nachvollziehbar. Zahlreiche Farbfotos wecken die Wanderlust. Auch eine Wanderung am Bodensee ist dabei!
Preis: 14,90 € , erhältlich im Naturschutzhäusle Winfried Berner, Ulrike Rohm-Berner, Format 11,5 x 16,5 cm
192 Seiten mit 134 Farbabbildungen, 40 Höhenprofilen, 40 Wanderkarten im Maßstab 1:15.000, 1:50.000 und 1:75.000 sowie zwei Übersichtskarten, kartoniert mit Polytex-Laminierung

Weitere Infos zum Wanderführer:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/wanderfuehrer-gerettete-landschaften-wo-baeume-gegen-beton-siegten-1.1652372

 


Herrn Landtagsabgeordneter
Ulrich Leiner
87477 Sulzberg im Allgäu

Lindau, den 9. 12. 2013

Pressebericht in der Schwäbischen Zeitung vom 7. 12. 2013 "Grüne kämpfen um ihr Profil"

Sehr geehrter Herr Leiner,

auf den erwähnten Pressebericht, den Herr Uwe Jauß verfasst hat, beziehe ich mich. Sicherlich ist der Artikel Ihnen bereits bekannt.

Darin wird unter anderem berichtet, dass die CSU immer mehr Positionen der Grünen besetzt. So wurde der Donauausbau gestoppt. Die CSU will auch die Zersiedelung der Landschaft verhindern. Das ist alles sehr schön, jedoch eklatante Widersprüche bleiben. Nach dem Artikel konnten Sie dem nur entgegnen, dass den Grünen die Umwelt doch ernster als der CSU sei. Sie verwiesen dabei auf den Flughafen Memmingen, den die CSU ausbauen will.

Sie hätten noch andere Bereiche erwähnen können. Vermutlich standen Ihnen diese aus Unkenntnis im Augenblick des Gesprächs mit Herrn Jauß nicht zur Verfügung. Ich will hier besonders auf den Landkreis Lindau hinweisen, den Sie ja auch vertreten. Die CSU, allen voran Landrat Stegmann und MdL Eberhard Rotter (beide CSU) wollen den vierspurigen Ausbau der B 31 auf bayerischem Gebiet - etwa 10 km lang. Ein massiver Eingriff in das Lindauer Hinterland, verbunden mit großen Landverlusten. Eberhard Rotter tritt nachdrücklich für das interkommunale Gewerbegebiet zwischen Gestratz und Grünenbach ein. Es verschlingt 7 ha und hat keinerlei Anbindung an Siedlungsstrukturen - mitten lin freier Landschaft. Hier gilt die Aussage nicht, die weitere Zersiedelung des Bayernlandes zu verhindern.

In beiden Fällen hätten Sie die Widersprüchlichkeit der grünen Positionen bei der CSU deutlich aufzeigen können.

Wir hatten schon am 12. 11. 2013 eine Pressemitteilung herausgegeben, in der wir Herrn MdL Eberhard Rotter ob seiner Aussagen zur B 31 und zum interkommunalen Gewerbegebiet Grünenbach-Gestratz kritisierten. Wir haben damals diese Pressemitteilung auch an Sie versandt. Wir fügen Sie heute nochmals bei.

Ich bitte Sie herzlich, sich bei weiteren Gesprächen in der Öffentlichkeit daran zu erinnern, dass es im Landkreis Lindau zumindest zwei gravierende Fälle gibt, wo die CSU leider jeglichen grünen Anstrich vermissen lässt.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Naturschutzhäusle

Erich Jörg
Kreisvorsitzender


Pressemitteilung zum Gespräch der Schwäbischen Zeitung vom 09. 11. 2013 mit dem Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter (CSU) unter dem Titel „Auf einen vierspurigen Ausbau der B 31 drängen“

Der CSU-Landtagsabgeordnete Eberhard Rotter, Weiler-Simmerberg (Landkreis Lindau) hat in einem Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung wichtige Ziele seiner Arbeit vor Ort und im bayerischen Landtag skizziert. Der Kreisgruppe Lindau des Bundes Naturschutz (BN) springen dabei zwei Aspekte besonders ins Auge. Eberhard Rotter tritt nachdrücklich für den vierspurigen Ausbau der B 31 zwischen der Anschlussstelle an der A 96 bei Sigmarszell und der Landesgrenze zu Baden-Württemberg ein. Daneben ermuntert er die Gemeinden, interkommunale Gewerbegebiete zu schaffen. Als Modell preist er jenes an der Alpenstraße zwischen Lindenberg und Scheidegg an. Er unterstützt die Planungen der Argentalgemeinden Gestratz, Grünenbach, Maierhöfen und Röthenbach, zwischen Grünenbach und Gestratz eine 7 ha bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche für Gewerbeansiedlungen auszuweisen. Er glaubt, dass damit dem Flächenfraß Einhalt geboten wird.

Der Bund Naturschutz bedauert außerordentlich die Einstellung des Landtagsabgeordneten zu beiden Problemkreisen. Die Erweiterung der B 31 auf vier Spuren auf bayerischem Gebiet hätte gravierende Auswirkungen auf die Landschaft des Lindauer Hinterlandes zur Folge, schreibt die Kreisgruppe Lindau in einer Pressemitteilung. So wären die FFH-Gebiete Unterreitnauer Moos und Lindauer Ach betroffen. Der Diepoldsberg müsste aufgerissen und die bestehende Einhausung der jetzigen Straße ginge wohl verloren. Erich Jörg, der BN-Kreisvorsitzende meint dazu: "Die Eingriffe wären eine Katastrophe für die Umwelt. "Dabei ist mir der verkehrspolitische Sinn eines Ausbaus rätselhaft". Die Verbreiterung vollzöge sich nur auf bayerischem Gebiet auf einer Länge von etwa 10 km. Baden-Württemberg denke gar nicht daran, dem bayerischen Beispiel zu folgen. Es bliebe zwischen Friedrichshafen und Kressbronn bei zwei Spuren. Dem Bodenseeraum könne das landschaftliche Opfer nicht mehr abverlangt werden, so die Stuttgarter Landesregierung. Der Ausbau bliebe also verkehrstechnisch ein Torso mit fatalen Folgen für die Umwelt im Lindauer Hinterland, urteilen die bayerischen Naturschützer. Stattdessen fordert Erich Jörg von Eberhard Rotter, sich mit seiner Reputation und seinen Beziehungen für die Verwirklichung der Bodensee-S-Bahn und die Elektrifizierung der Südbahn von Ulm nach Lindau einzusetzen. Im Zeichen des Klimawandels und der Nachhaltigkeit sei das der richtigere Ansatz.

Die Aussagen Rotters zu interkommunalen Gewerbegebieten im Landkreis Lindau betrachtet der Bund Naturschutz ebenfalls sehr kritisch. Mit ihnen werde der Flächenfraß sogar noch begünstigt, weil mit den Plänen der Lindauer Argentalgemeinden das bayerische Landesentwicklungsprogramm unterlaufen und ausgehöhlt werde. Das schreibe unter anderem bei der Ausweisung von Gewerbegebieten eine Anbindung an vorhandene Siedlungsstrukturen vor. Die Argentalkommunen wollten jedoch mitten in freier Landschaft ihr Gewerbegebiet platzieren und dies offenbar bereits mit dem Signal der Regierung von Schwaben, dem zuzustimmen. Eine Anbindung sei nicht gegeben. Die ehemalige Kiesgrube dort sei längst rekultiviert und die Flächen landwirtschaftlich genutzt. "Wenn das hier durchgeht, gibt es kein Halten mehr. Andere Gemeinden werden auf das gleiche Recht pochen", befürchtet Erich Jörg und sieht ein Rennen auf die besten Plätze im Landkreis Lindau zukommen. Die weitere Zersiedelung würde große Fahrt aufnehmen, orakelt der BN-Kreisvorsitzende. Eberhard Rotter übersehe wohl diese Brisanz. Deshalb mahnt Jörg bei ihm an, Maß zu halten. Das gebiete schon die bayerische Verfassung.

Der Bund Naturschutz teile auch nicht die Meinung Rotters, dass das bestehende interkommunale Gewerbegebiet an der Alpenstraße bei Lindenberg als Modellfall zu betrachten sei. Das Verwaltungstechnische möge zwar gelungen sein, die Westallgäuer Hügellandschaft sei auf einer Fläche von etwa 15 ha schwer beeinträchtigt - ja verhunzt - worden. "Und das an der Traumstraße des Allgäus, der Alpenstraße", stellt Erich Jörg betroffen fest. Für ihn wäre das nicht nachahmenswert.

Von einem bodenständigen Politiker wie Eberhard Rotter hätte der Bund Naturschutz mehr Sensibilität in den gestellten Fragen erwartet. Die Lindauer Naturschützer bitten ihn, seine Positionen zu überdenken.

Lindau, den 10. 11. 2013

V. i. S. d. P.: Erich Jörg, Kreisvorsitzender


Zum Bundesverkehrswegeplan hat die Kreisgruppe am 11.12.12 untenstehende Pressemeldung veröffentlicht

Weitere Informationen unter Straßen im Landkreis
Zum Vorschlag im Bundesverkehrswegeplan , die B 31 im Landkreis Lindau zwischen Landesgrenze und Bundesautobahn A96 vierspurig auszubauen

 "Allein der Gedanke, die B 31 Neu vierspurig auszubauen hat uns entsetzt," erklären Erich Jörg und Isolde Miller vom Bund Naturschutz. "Das wäre das Ende für das Hinterland am Bayerischen Bodensee. Damit würde die einstmals abgelehnte Bundesautobahn A98 auf diesem Teilstück wieder erstehen." Der Bund Naturschutz erinnert daran, dass schon der zweispurige Neubau der B 31 jahrzehntelang heftig umstritten war, weil er gewaltige Eingriffe in die feingliedrige Bodenseelandschaft zur Folge hatte. Der langjährige Lindauer Bürgermeister und Ehrenbürger Josef Euringer (CSU) prägte damals den Satz, die B 31 Neu sei das letzte Opfer das unsere Landschaft bringen müsse. Ist dieses Politikerwort nur noch Schall und Rauch? Die Verdoppelung der B 31 Neu von der Landesgrenze bis zur Autobahn A96 würde dem FFH-Gebiet Unterreitnauer Moos, dem markanten Diepoldsberg und dem Schönbühl irreparable Schäden zufügen. Ein Ausbau der Strecke wird vor allen Dingen mit der Unfallträchtigkeit begründet. Hier fragt die BN-Kreisgruppe, warum nicht andere Maßnahmen ergriffen werden, wie Geschwindigkeitsbeschränkung und Überholverbot. Dies wäre einfach zu bewerkstelligen und ohne Schaden für Landschaft und Naturhaushalt umzusetzen und erheblich kostengünstiger. An der Landesgrenze entstünde am Ende der Ausbaustrecke, wo die Straße sich von vier Spuren auf zwei Spuren verschmälern würde, ein Nadelöhr, das wiederum zu Unfällen führen könnte.

Die Kreisgruppe Lindau wird über den Landesverband des Bund Naturschutz Einspruch gegen diese Ausbaupläne einlegen und mit Nachdruck die Pläne ablehnen.

Erstellt von:
Erich Jörg, Kreisvorsitzender
Isolde Miller, Geschäftsführerin